Marktberichte

Wall Street kaum verändert Anleger schalten einen Gang zurück

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(Foto: REUTERS)

Einen Tag nachdem der Dow Jones neue Rekorde aufgestellt hat, zeigen sich die Anleger zurückhaltender. Dennoch gibt es auch an so einem Tag Einzelwerte, die hervorstechen. Besonders auffällig: Netflix.

Nach dem Rekordlauf vom Montag im Zuge der Einigung im US-Haushaltsstreit haben es die Anleger an der Wall Street am Dienstag langsamer angehen lassen. Während Bilanzzahlen von Netflix vor allem Technologiewerte mit ins Plus zogen, dämpften die Quartalsergebnisse von Johnson & Johnson sowie Procter & Gamble etwas die Stimmung. Die Aussicht auf Strafzölle für ausländische Solarzellen- und Module sowie für Waschmaschinen gab US-Firmen in diesen Bereichen Auftrieb.

Der Dow Jones-Index der Standardwerte notierte kaum verändert bei 26.210 Zählern. Der S&P 500 legte 0,2 Prozent auf 2839 Punkte zu, der technologielastige Nasdaq-Composite gewann 0,7 Prozent auf 7460 Zähler.

Der Dax stieg um 0,7 Prozent auf 13.559 Punkte und schloss damit so hoch wie noch nie. Zeitweise hatte er sogar über 13.596 Zähler notiert und  damit seine Bestmarke von Anfang November klar hinter sich gelassen.

Wie sich der Dax den Tag über geschlagen hat, lesen Sie hier.

Der EuroStoxx50 legte leicht zu. Nach zähem Ringen hatten sich am Montagabend in Washington Demokraten und Republikaner auf einen Zwischenhaushalt verständigt, der den dreitägigen "Shutdown" der Regierung beendete. Allerdings ist die Finanzierung zunächst nur bis zum 8. Februar gesichert. Somit seien Rückschläge auch wieder möglich, warnte NordLB-Analyst Tobias Basse.

"Mittlerweile scheint viel Optimismus eingepreist zu sein." Im Mittelpunkt des Interesses in New York standen bei den Einzelwerten Netflix-Aktien, die zehn Prozent zulegten. Nach milliardenschweren Investitionen in neue Serien und Filme verdreifachte der Streamingdienst seinen Gewinn im Weihnachtsquartal. Bei 257,71 Dollar setzte die Aktie kurz nach der Startglocke zudem ein neues Rekordhoch.

Nicht ganz so euphorisch fiel die Reaktion auf den optimistischen Ausblick von Adobe aus. Die Aktie des Softwareunternehmens stieg um 1,1 Prozent, nachdem Adobe aufgrund der US-Steuerreform eine deutliche Ergebnissteigerung in Aussicht gestellt hat.

Foot Locker gewannen 2,3 Prozent. Der Sportschuhhändler hat eine Minderheitsbeteiligung an der Sportmarke Carbon 38 erworben. Mit dem Schritt soll verstärkt weibliche Kundschaft angesprochen werden. CFO Lauren Peters wird in den Board von Carbon 38 aufgenommen werden.

Amazon-Aktien legten knapp zwei Prozent zu. Im Dow notierten Johnson & Johnson dagegen 4,3 Prozent niedriger. Die US-Steuerreform drückt den US-Pharma- und Konsumgüterkonzern tief in die roten Zahlen. Auch Procter & Gamble vermochte mit seiner Bilanz die Anleger nicht zu überzeugen. Die Aktien rutschten ebenfalls um 3,1 Prozent ab.

Der Goldpreis profitierte vom schwachen Dollar. Das Edelmetall holte zwischenzeitliche Abgaben wieder auf. Die Feinunze legte zum US-Settlement um 0,4 Prozent auf 1.337 Dollar zu. Teilnehmer sprachen aber auch von einer Konsolidierung des Edelmetalls, nachdem der Preis in der vergangenen Woche noch auf den höchsten Stand seit Anfang September geklettert war. "Nach der jüngsten Rally ist eine Korrektur genau das was der Markt braucht, um anschließend einen Anlauf an die wichtige Widerstandsmarke von 1.375 Dollar zu nehmen", sagt Rohstoff-Stratege Ole Hansen von der Saxo Bank.

Der WTI-Ölpreis kletterte auf den höchsten Stand seit drei Jahren. Hier stützen die angehobenen Wachstumsprognosen des IWF, da Anleger damit die Erwartung einer steigenden Ölnachfrage verbinden. Der IWF geht 2018 von einem globalen Wirtschaftswachstum von 3,9 Prozent aus - 0,2 Prozentpunkte mehr als bei der vorherigen Schätzung. Auch Aussagen des saudischen Ölministers stützen. Er sagte, dass die Opec-Mitglieder die vereinbarten Kürzungen der Fördermengen größtenteils einhielten. Der Preis für ein Barrel US-Sorte WTI stieg zum US-Settlement um 1,4 Prozent auf 64,47 Dollar. Für Brent ging es um 1,4 Prozent auf 69,96 Dollar nach oben.

Quelle: n-tv.de, kpi/rts/DJ

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