Marktberichte

Wall Street im Rekordfieber Blaue Welle treibt US-Börsen immer höher

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Sitzen beide im neuen US-Senat: Jon Ossoff (l.) und Raphael Warnock.

(Foto: REUTERS)

In den kommenden beiden Jahren stellen die Demokraten nicht nur den Präsidenten, sondern kontrollieren auch Repräsentantenhaus und Senat. Das erfreut Anleger, die angesichts der Corona-Krise auf weitere Konjunkturpakete hoffen. Gemeinschaftlich erklimmen die großen Indizes neue Rekordwerte.

Die Rekordjagd an der Wall Street ist weiter intakt. Nach den Allzeithochs zur Wochenmitte erreichten Dow-Jones, S&P-500-Index und Nasdaq-Composite am Donnerstag neue Rekordstände deutlich darüber. Die vorübergehende Erstürmung des Kapitols durch Anhänger des scheidenden Präsidenten Donald Trump war zwar das alles dominierende Thema, für die Kursfindung spielte es aber praktisch keine Rolle.

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Der Markt setzt stattdessen auf weitere Konjunkturstimuli, mutmaßlich verbunden mit höheren Schulden, unter dem zukünftigen demokratischen Präsidenten Joe Biden, zumal dieser nun über Mehrheiten in beiden Kammern des Kongresses verfügt, im Börsenjargon auch als Blaue Welle bezeichnet. Am frühen Donnerstag war der Wahlsieg Bidens trotz Störmanövern republikanischer Vertreter vom Kongress zertifiziert worden. Die Ökonomen der Bank of America halten es für möglich, dass die Demokraten ein Konjunkturpaket im Volumen von annähernd 1 Billion Dollar auf den Weg bringen könnten und sprechen von einem "Game Changer" für das Wirtschaftswachstum 2021.

Aber auch Hoffnungen auf erfolgreiche Impfkampagnen gegen die Corona-Pandemie wurden als Kurstreiber genannt, während zugleich konjunkturseitig die wöchentlichen Daten zum Arbeitsmarkt besser ausfielen als erwartet und auch der Einkaufsmanagerindex für den US-Dienstleistungssektor positiv überraschte.

Die Kursrally war zwar breit angelegt, die am Mittwoch noch zurückgebliebenen Technologiewerte wurden aber klar favorisiert. Die finanz- und technologielastigen Nasdaq-Indizes schossen um bis zu 2,6 Prozent nach oben. Der Dow-Jones-Index gewann 0,7 Prozent auf 31.041 Punkte. Das neue Rekordhoch liegt bei 31.193 Zählern. Der S&P-500 legte um 1,5 Prozent zu.

Banken weiter von Renditeanstieg beflügelt

Erneut kräftig aufwärts ging es für Bankaktien, ihr Subindex stieg um 2,6 Prozent und wurde nur übertroffen von den Technologie- und den Autoindizes, die 3,0 und 6,9 Prozent zulegten. Treiber bei den Bankaktien war erneut das deutlich gestiegene Zinsniveau, weil das dem Zins- und Anlagegeschäft der Geldhäuser zugutekommt.

Tesla
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Im Autosektor waren Tesla weiter auf Rekordjagd, nachdem die Aktie kurz vor Weihnachten endlich in den prestigeträchtigen S&P-500-Index aufgenommen wurde. Am Berichtstag ging es um weitere 7,9 Prozent nach oben auf gut 816 Dollar. Analyst Joseph Spak von RBC Capital Markets gab seine negative Einschätzung der Aktie auf dem Rekordhoch auf, gestand eine Fehleinschätzung ein und stuft die Aktie nun mit "Sectorperform" statt "Underperform" ein. Zuletzt hatte Tesla mit Absatzzahlen für 2020 aufgewartet, die trotz Corona-Krise das ambitionierte Ziel praktisch erreicht hatten.

Die am Vortag sehr festen Walgreens Boots Alliance schnellten nach Vorlage der Zahlen zum ersten Geschäftsquartal um weitere 5,2 Prozent nach oben und waren bester Dow-Wert. Die Apothekenkette übertraf auf bereinigter Basis die Analystenerwartung für den Gewinn so deutlich wie seit Jahren nicht mehr.

Bed Bath & Beyond stürzten dagegen um fast 11 Prozent ab. Der Einrichtungseinzelhändler hatte für das dritte Geschäftsquartal enttäuschende Umsatz- und Ergebniszahlen ausgewiesen.

T-Mobile US machten 1,3 Prozent gut. Die Telekom-Tochter gewann 2020 so viele Kunden wie nie zuvor. Für viele der neuen Vertragskunden sei nicht zuletzt der Aufbau des neuen ultraschnellen 5G-Netzes ein entscheidender Faktor gewesen, so T-Mobile.

Die Aktie von Enphase Energy profitierte von der Aufnahme in den S&P-500-Index und gewann 5,1 Prozent. Sie übernahm den Platz von Tiffany, nachdem die Schmuckkette von LMVH übernommen wurde.

Nach den Verlusten der Vortage zeigte sich der Dollar etwas erholt. Der Dollar-Index lag zuletzt 0,3 Prozent höher. Der Goldpreis gab weiter nach, diesmal aber nur leicht um 0,2 Prozent auf 1.914 Dollar je Feinunze. Er litt darunter, dass die Anleiherenditen zuletzt gestiegen sind, womit Gold als Anlage relativ an Attraktivität einbüßt. Die Ölpreise bewegten sich nach der jüngsten Rally zwar weniger dynamisch, stiegen aber weiter auf Zehnmonatshochs. US-Öl kostete zuletzt 50,96 Dollar je Fass.

Quelle: ntv.de, chr/DJ

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