Marktberichte

Lust auf 13.000 Punkte Dax-Anleger im Höhenrausch

Anleger haben Lust auf mehr. Der Sprung über die 13.000er-Marke kommt, sagen Börsianer. Danach werde die "Magie des Trends" ihr Übriges tun, 13.200 seien drin. Die Spanien-Krise steuert derweil auf ihren Höhepunkt zu. Spannend wird es auch bei Air Berlin.

Die Rekordlaune am deutschen Aktienmarkt dürfte kommende Woche anhalten. "Der weltweite synchrone Wirtschaftsaufschwung, der anhaltende Gewinntrend bei den Unternehmen sowie die immer noch expansive Liquiditätspolitik der EZB geben dem Dax auch in Zukunft eine gute Unterstützung", sagen die Strategen der Weberbank.

Dax
Dax 13.382,30

Für Schwung dürfte auch die US-Bilanzsaison sorgen, die mit den Geschäftszahlen der großen Bankhäuser für das dritte Quartal anrollt.

Der deutsche Leitindex Dax schloss am Freitag bei 12.956 Punkten nachdem er zuvor auf ein Rekordhoch von 12.993,53 Zählern gestiegen war. Damit erzielte er ein Wochenplus von einem Prozent. Der Schritt über die psychologisch wichtige Marke von 13.000 Punkten sei nur eine Frage der Zeit, meinen Börsianer.

"Das würde dann weitere Käufer anlocken, denn es gibt eine Menge Menschen, die an die Magie der Trends glauben", sagt NordLB-Experte Tobias Basse. Aus seiner Sicht könnte das dem Dax kurzfristig Schub bis auf 13.200 Zähler liefern. Anschließend seien aber Gewinnmitnahmen wahrscheinlich.

Katalonien: Der Tag der Entscheidung naht

Ibex 35
Ibex 35 8.140,80

Im Auge behalten Anleger die politische Krise in Spanien wegen der möglichen Unabhängigkeitserklärung Kataloniens. Der katalanische Regierungschef Carles Puigdemont will sich am Dienstag vor dem Regionalparlament äußern. Nach Angaben eines Abgeordneten soll dann die Unabhängigkeitserklärung angenommen werden, die demnach bereits in Arbeit ist.

"Der Katalonien-Konflikt betrifft nicht nur Spanien, sondern auch die EU", sagt Commerzbank-Analyst Ralph Solveen. Zum einen könne er separatistischen Bewegungen in anderen Ländern Auftrieb geben, etwa in Schottland, der Bretagne oder Wallonien. Zum anderen stelle er die Pläne des französischen Präsidenten Emmanuel Macron infrage, die Währungsunion durch ein gemeinsames Budget, also durch mehr Umverteilung vermeintlich zu stabilisieren.

Anleger hatten nach dem Referendum spanische Aktien und Anleihen aus den Depots geworfen. Besonders unter Druck standen die Titel der Geldhäuser Banco de Sabadell und Caixabank, die in Barcelona ihren Hauptsitz haben. Börsianer befürchten Geschäftseinbußen.

Sabadell will den juristischen Sitz nach Alicante verlegen. Mit der Caixabank kündigte am Freitag das drittgrößte Geldhaus Spaniens eine Verlagerung seiner Zentrale nach Valencia an.

Hohe Erwartungen an US-Einzelhandelsumsätze

Bei den Konjunkturdaten liegt das Hauptaugenmerk auf den US-Verbraucherpreisen und Einzelhandelsumsätzen am Freitag. Einige Analysten rechnen vor allem bei Letzeren mit einem kräftigen Anstieg im September. "Das dürfte einmal mehr bestätigen, dass die US-Wirtschaft kräftig expandiert", heißt es bei der Commerzbank. Das könnte auch an der Wall Street für weitere Rekorde sorgen.

Laut NordLB-Analyst Basse könnte stimmungsmäßig das Pendel allerdings bald umschlagen. "Wenn der Markt eine Leitzinsanhebung der Fed stärker einpreist, könnte das zu Rücksetzern führen." Die Bewertungen amerikanischer Aktien seien bereits sehr hoch. Am Mittwoch werden Anleger im veröffentlichten Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung nach Hinweisen zum geldpolitischen Kurs suchen.

Auf der Agenda stehen am Freitag zudem das Michigan-Verbrauchervertrauen für Oktober und am Donnerstag Daten zur Industrieproduktion im Euroraum.

US-Banken und Air Berlin

Bei den Unternehmen sind die US-Banken im Fokus: JP Morgan und Citigroup legen am Donnerstag ihre Geschäftszahlen vor, Bank of America und Wells Fargo folgen am Freitag. Anleger wollen vor allem wissen, ob die US-Häuser den europäischen Konkurrenten weiter davonlaufen können.

Am Montag präsentiert K+S seine lang erwartete Konzernstrategie. Der Salz- und Düngemittelhersteller wird einem Insider zufolge dabei keinen Börsengang seines Salzgeschäfts ankündigen. An der Börse war darüber wiederholt spekuliert worden.

Bei der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin stehen Weichenstellungen an. Die exklusiven Verhandlungen mit der Lufthansa und Easyjet sollen bis Donnerstag abgeschlossen sein. Dann dürfte feststehen, wer welche Teile der Fluggesellschaft samt Maschinen übernimmt.

Quelle: ntv.de, ddi/rts