Marktberichte

Negativer Wochenausklang Tech-Branche treibt US-Indizes nach unten

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Vor allem die Tech-Riesen Amazon und Google enttäuschten die Anleger.

(Foto: REUTERS)

Die Wall Street verbucht nach einem Erholungstag schon wieder deutliche Verluste. Daran haben vor allem die Technologie-Konzerne ihren Anteil. Aber auch ein Konsumgüterhersteller sorgt für schlechte Stimmung bei den Anlegern.

Enttäuschende Quartalsbilanzen haben der Wall Street zum Wochenschluss erneut zugesetzt. Vor allem die Branchengrößen Amazon und Google enttäuschten die Anleger. Ermutigende Konjunkturdaten konnten die Verluste bei den großen Indizes nur vorübergehend begrenzen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit einem Minus von 1,2 Prozent auf 24.688 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 büßte 1,8 Prozent auf 2658 Zähler ein. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 2,1 Prozent auf 7167 Stellen nach. Auf Wochensicht ergab sich für den Dow ein Minus von rund drei sowie für den S&P und den Nasdaq-Index von je etwa vier Prozent. Der Dax in Frankfurt schloss 0,9 Prozent schwächer bei 11.200 Zählern - rund 150 Punkte über Tagestief.

Wie der Tag auf dem Frankfurter Parkett verlief, können Sie in unserem "Börsen-Tag" nachlesen.

Das Wachstum der weltgrößten Volkswirtschaft verlangsamte sich im dritten Quartal zwar auf 3,5 von 4,2 Prozent. Experten hatten allerdings einen noch größeren Rückgang erwartet. Ein weiterer positiver Aspekt sei, dass durch die Abkühlung der Konjunktur der Druck auf die Notenbank Fed nachlasse, schneller an der Zinsschraube zu drehen, sagte Andre Bakhos, Geschäftsführer des Vermögensberaters New Vines.

Die Aktien von Amazon lagen 7,8 Prozent im Minus. Der Online-Händler hatte sich zurückhaltend zum wichtigen Weihnachtsgeschäft geäußert. In den vergangenen Tagen hatten schon andere Unternehmen mit ihrem Ausblick enttäuscht und damit die Frage aufkommen lassen, ob die Gewinnerwartungen der Analysten nicht zu hoch angesetzt sind.

Die Papiere der Google-Mutter Alphabet verloren 1,8 Prozent, nachdem das Umsatzwachstum hinter den Erwartungen zurückblieb. Zwischenzeitlich hatte das Minus mehr als fünf Prozent betragen und die Titel wurden mit 1042 Dollar so niedrig gehandelt wie zuletzt vor einem halben Jahr. Die Papiere von Snap sackten um 10,2 Prozent ab. Der Snapchat-Betreiber verlor im abgelaufenen Quartal überraschend viele Nutzer. Als Grund nannten Börsianer die harte Konkurrenz des Facebook-Dienstes Instagram und das neue Design der Snapchat-App, das unbeliebt sei.

Tesla droht Ärger vom FBI

Schlechte Nachrichten kamen aber nicht nur aus der Technologiebranche: Der Konsumgüterhersteller Colgate-Palmolive meldete für das abgelaufene Quartal seinen ersten organischen Umsatzrückgang seit mehr als zehn Jahren. Zudem litt der Gewinn unter Kosten aus dem laufenden Sparprogramm, höheren Ausgaben für Werbung sowie Belastungen im Zuge der US-Steuerreform. Dies drückte die Aktien mit über sechseinhalb Prozent ins Minus.

Einzig Intel konnte die Anleger vor dem Wochenende mit seinen Zahlen überzeugen, was sich in einem Kursanstieg von gut drei Prozent und dem Dow-Spitzenplatz widerspiegelte. Der Umsatz des weltweit zweitgrößten Chipkonzerns im dritten Quartal übertraf selbst die höchste Analystenerwartung. Zudem blickt der Konzern nun auch optimistischer in die Zukunft.

Beim Elektroautobauer Tesla dämmte ein Zeitungsbericht, wonach das FBI die Produktionsdaten des Model 3 unter die Lupe nimmt, das Kursplus nur temporär ein: Die Aktien schlossen rund fünf Prozent fester. Die von der US-Staatsanwaltschaft in San Francisco geleiteten strafrechtlichen Untersuchungen gegen Tesla seien in den letzten Wochen intensiviert worden, schrieb das "Wall Street Journal" unter Berufung auf eingeweihte Kreise. Teslas Pressestelle räumte auf Nachfrage zwar ein, dass das Justizministerium in diesem Jahr Dokumente zu den Prognosen der Model-3-Produktion angefordert habe. Das sei jedoch vor Monaten schon geschehen, man habe bei der Aufforderung kooperiert und seitdem keine weiteren Anfragen, geschweige denn eine Vorladung erhalten.

Der zeitweise schwächelnde Eurokurs zog im US-Geschäft etwas an. Daran änderte auch die von der Ratingagentur Standard & Poor's angedrohte Herabstufung der Kreditwürdigkeit Italiens wenig: Zuletzt stieg die Gemeinschaftswährung auf 1,1411 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1345 (Donnerstag: 1,1416) Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,8815 (0,8760) Euro gekostet.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,2 Milliarden Aktien den Besitzer. 988 Werte legten zu, 2652 gaben nach und 189 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,9 Milliarden Aktien 983 Titel im Plus, 2094 im Minus und 145 unverändert. An den US-Kreditmärkten legten die zehnjährigen Staatsanleihen um 14/32 auf 98-08/32 zu. Sie rentierten mit 3,0811 Prozent. Die 30-jährigen Bonds gaben 18/32 auf 94-01/32 nach und hatten eine Rendite von 3,3159 Prozent.

Quelle: n-tv.de, fzö/rts/dpa

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