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Bedenken in EuropaCIA-Investor hilft Quantum Systems beim USA-Durchbruch

31.08.2026, 11:26 Uhr
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Die Bundesregierung bemüht sich eigentlich, die Abhängigkeit von Washington zu verringern, seit US-Präsident Donald Trump damit gedroht hatte, die Nato zu verlassen. (Foto: picture alliance/KEYSTONE)

Quantum Systems gehört inzwischen mit einer Bewertung von rund acht Milliarden Dollar zu den größten Rüstungs-Startups in Europa. Dank eines Investors mit Verbindungen zur CIA hat das Unternehmen auch Fuß in den USA gefasst.

Der deutsche Drohnenhersteller Quantum Systems hat bei seinem Einstieg in den US-Markt von der Unterstützung des mit der CIA verbundenen Investors In-Q-Tel (IQT) profitiert. US-Geldgeber wie IQT hätten dabei geholfen, Türen in Washington zu öffnen und Aufträge vom US-Auslandsgeheimdienst CIA sowie der Bundespolizei FBI zu erhalten, sagte Co-Chef Sven Kruck in einem Interview. "Es hat uns den Startpunkt in den USA in Richtung Kunden wie CIA und FBI bestimmt erleichtert", sagte der Manager, dessen Unternehmen Aufklärungs- und Kampfdrohnen unter anderem an die Ukraine und Deutschland liefert.

Das Geschäft aus einem Aufklärungsvertrag mit US-Geheimdiensten sei zwar bescheiden gewesen, habe aber geholfen, die Glaubwürdigkeit von Quantum aufzubauen. "So haben wir auch den Weg in die USA gefunden und sind deswegen sehr, sehr früh auch stark in den USA gewesen", sagte Kruck. Inzwischen gehört Quantum mit einer Bewertung von rund acht Milliarden Dollar zu den größten Rüstungs-Startups in Europa. Der Fall unterstreicht die Bedeutung von US-Investoren für europäische Rüstungsunternehmen, obwohl Regierungen in Europa eine größere Unabhängigkeit von Washington anstreben.

IQT wurde von Geheimdienstmitarbeitern gegründet, um in für die nationale Sicherheit der USA relevante Technologien zu investieren. Der Name ist eine Anspielung auf den Erfinder "Q" aus den James-Bond-Filmen. Obwohl die Investitionen von IQT mit oft weniger als drei Millionen Dollar gering ausfallen, liegt ihr Wert einem Insider zufolge in der Vernetzung der Firmen mit US-Rüstungskäufern. IQT ist auch an dem Berliner Kampfdrohnen-Startup Stark beteiligt und hat in der Vergangenheit Firmen wie den Datenanalyse-Riesen Palantir und das Rüstungsunternehmen Anduril unterstützt. "Deutschland ist ein besonders wichtiger Innovationspartner und strategischer Verbündeter", sagte Jennifer Nelson, die das internationale IQT-Geschäft verantworte. Der Investor werde sein Engagement in innovative deutsche Unternehmen, die Produkte für die zivile und militärische Nutzung ("Dual Use") herstellen, ausbauen. So könnten verbündete Regierungen Innovationen schneller bewerten und übernehmen.

Kein IQT Äquivalent in Europa

Die Bundesregierung bemüht sich eigentlich, die Abhängigkeit von Washington zu verringern, seit US-Präsident Donald Trump damit gedroht hatte, die Nato zu verlassen. Der Wiederaufbau der Bundeswehr ohne Zugang zu US-Kapital und -Rüstungsmärkten gilt jedoch als schwierig. Zudem darf Quantum wie andere Rüstungsunternehmen in den USA entwickelte Technologien nicht ohne US-Genehmigung an andere Länder verkaufen. Kruck verwies auch auf die Vorgabe der US-Regierung, dass ausländische Rüstungslieferanten lokale Niederlassungen in den USA gründen müssen. "Deshalb haben wir Fabriken in den USA und Personal dort."

Die wachsende Präsenz von IQT weckt in Europa jedoch auch Bedenken, dass neue strategisch wichtige Technologien zunehmend an US-Interessen gebunden werden könnten. In-Q-Tel sei kein reiner Finanzinvestor, sondern habe den Auftrag, den US-Geheimdiensten Zugang zu den besten Technologien zu sichern, sagte Marie-Agnes Strack-Zimmermann, Vorsitzende des Sicherheits- und Verteidigungsausschusses des EU-Parlaments. "Akteure wie In-Q-Tel verknüpfen Kapital und Zugang zu staatlichen Bedarfsträgern bewusst mit einem konkreten sicherheitspolitischen Auftrag. Über Beteiligungs- und Beobachterrechte, Entwicklungs- und Lizenzvereinbarungen sowie den Zugang zu Regierungsaufträgen kann strategischer Einfluss entstehen, der über das US-Geschäft hinausgeht", erklärte die FDP-Politikerin. Europäische Politiker fordern unterdessen, dass mehr getan werden müsse, um Gelder in Startups zu lenken. Ein europäisches Äquivalent zu IQT gibt es bislang nicht. 

Quelle: ntv.de, John O'Donnell und Maria Rugamer, rts

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