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Das nächste Taxi kommt geflogen Lilium präsentiert "Flixbus für die Lüfte"

Flugtaxis sind das nächste große Ding im Nahverkehr. Bei der Entwicklung von Prototypen liefern sich Unternehmen ein heißes Wettrennen. Jetzt präsentiert Lilium ein neues Modell. Investor Frank Thelen ist zuversichtlich: Dieser Flieger hat das Zeug zum Massentransportmittel.

Das Münchner Startup Lilium hat seinen Prototypen für ein Flugtaxi noch einmal kräftig aufgerüstet: Statt zwei gibt es nun fünf Sitzplätze. Ihren ersten Flug absolvierte die neue anderthalb Tonnen schwere Taxi-Drohne bereits erfolgreich Anfang Mai. Insgesamt 36 vollelektrische Motoren sorgen für eine Reichweite von 300 Kilometern bei einer maximalen Geschwindigkeit von 300 km/h.

Lilium-Vorstand Remo Gerber zeigt sich zufrieden mit dem Senkrechtstarter mit Panorama-Fenstern und Flügeltüren. Auch weitere Strecken können nach Unternehmensangaben mit dem Auftrieb der Tragflächen nun "sehr effizient" zurückgelegt werden. Das Produkt habe jetzt einen technologischen Reifegrad, der "im nächsten Schritt" in Serie gehen könne, verspricht Gerber beim Besuch von n-tv in den Werkshallen in der Nähe von München.

Geht es nach Lilium, werden Passagiere das neue Fortbewegungsmittel in Zukunft wie ein reguläres Taxi im Nahverkehr nutzen. Rufen werden sie es per App - so wie Taxis heute auch schon. Ob nun auf vier Rädern durch den dicken Verkehr auf der Straße oder luftig und leise per Flugtaxi, die Preise von A nach B sollen ähnlich sein, versprechen sowohl das Unternehmen als auch Frank Thelen, der als erster in dieses Projekt investiert hat. Inzwischen haben der chinesische IT-Konzern Tencent und andere Investoren Lilium mehr als 100 Millionen US-Dollar zur Verfügung gestellt.

Stoßzeit am Himmel

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Der Jet, der das Taxi ersetzen soll.

(Foto: Lilium)

Liliums Ziele sind ambitioniert: Perspektivisch soll der "Jet" - wie ihn das Unternehmen selbst nennt - ein Verkehrsmittel für die Massen sein, die Straßen sollen so entlastet werden. Der Vorteil für die Passagiere: Sie werden deutlich schneller am Ziel sein. Investor Thelen gibt sich optimistisch, dass der Wettlauf um die Lufthoheit glücken wird: "Es ist nicht der Jet für die Reichen, das ist der Flixbus für die Lüfte", erklärt er n-tv.

Allerdings wird Liliums Flugtaxi, wenn es einmal so weit ist, wohl nicht mehr alleine am Himmel sein. Denn die Konkurrenz schläft nicht. Vor allem viele Firmen aus Deutschland drängen in diesen Zukunftsmarkt. Das Startup Volocopter aus Bruchsal zum Beispiel testet ebenfalls sogenannte Passagier-Drohnen. Und auch Airbus ist am Start. Im Sommer plant der Flugzeugbauer in der Nähe von Ingolstadt einen Testlauf mit seinem Cityairbus mit 50 Kilometern Reichweite.

Konkurrenz fürchtet Lilium nicht. "Es ist ein bedeutender Markt", sagt Thelen n-tv, "und wir haben viele Player in Deutschland. Das ist erstmal toll". Das Unternehmen mit heute rund 300 Mitarbeitern will jetzt laut Firmengründer Daniel Wiegand "noch einige Hundert Stellen mehr aufbauen und in Deutschland vier Fabriken aufbauen, wahrscheinlich in Bayern". 2025 soll es dann so weit sein, dann sollen sich Passagiere in mindestens zwei Städten genauso routiniert mit einem Flugtaxi fortbewegen wie jetzt mit einem Straßenkreuzer. Vorausgesetzt, die rechtlichen Rahmenbedingungen geben das dann auch her.

Quelle: n-tv.de

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