Wirtschaft

Vernichtete Milliardenwerte in JapanExperten wagen Schätzung

13.03.2011, 18:50 Uhr
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Für die Versicherung wichtig: Wie genau entstand der Schaden? (Foto: AP)

Bereits am Tag 2 nach dem großen Erdbeben legen Experten aus den USA eine erste grobe Schätzung der Gebäudeschäden vor. Mit ihren Zahlen liefern sie einen weiteren Hinweis auf das wahre Ausmaß der Katastrophe. Sicher ist bislang nur eins: Allein bei den Immobilien in Privatbesitz geht die Summe vernichteter Vermögenswerte mindestens in den zweistelligen Milliardenbereich.

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Alles nass, kaputt und hinüber: Japans Nordosten steht vor einem historischen Wiederaufbau - nur woher das Geld dafür kommen soll, ist noch vollkommen unklar. (Foto: AP)

Der Schaden durch das schwerste Erdbeben in der Geschichte

Japans wird Versicherer nach Einschätzung von Experten bis zu 34,6 Mrd. US-Dollar

kosten. Umgerechnet entspricht das einer Summe von 25,1 Mrd. Euro. Mindestens lägen die versicherten Schäden an Privatgebäuden

bei 14,5 Mrd. Dollar, teilte die US-Risikoanalysegesellschaft AIR Worldwide

mit.

Die Zerstörungen an Gebäuden der öffentlichen Hand sowie die Verwüstungen in der Infrastruktur, den Versorgungs-, Strom- und Abwassernetzen und beweglichen Gütern wie zum Beispiel Autos sind in der - sehr frühen - Aufstellung nicht enthalten. Auch Schäden aus dem Tsunami,

den das Beben am Freitag ausgelöst hatte, seien noch nicht berücksichtigt, betonte AIR Worldwide.

Die Lage vor Ort sei allerdings noch schwer einzuschätzen, weil

die Rettungs- und Bergungsaktionen im Erdbebengebiet im Nordosten Japans noch in

vollem Gange seien, räumte AIR Worldwide ein. Es gebe deshalb noch "eine große

Unsicherheit" bezüglich der für die Schätzung herangezogenen Parameter. Aus diesem Grund griffen die US-Experten für ihre Schätzung auch auf die für Laien wenig hilfreiche Bandbreite von 14,5 bis 34,6 Mrd. Dollar zurück. Das Unternehmen Air Worldwide sitzt in Boston und bietet Versicherungskonzernen Software

und Beratungsdienstleistungen zur Risikomodellierung an.

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Erst das Beben, dann die Flutwelle: In Japan denkt jetzt niemand an "Risikomodellierung". (Foto: dpa)

Sobald weitere

Informationen wie Satellitenaufnahmen aus dem betroffenen Gebiet vorlägen, wollen

die Schadensfachleute eine separate Schätzung der Tsunamischäden erarbeiten. So solle

verhindert werden, dass Schadensansprüche doppelt gezählt werden.

Wie es aus Boston weiter hieß, könnte das seismische Großereignis vom 11. März auch für die Versicherungsindustrie zum teuersten Erdbeben der Geschichte werden.

Die Schätzung sei vorläufig, da wichtige Daten zur Ausbreitung der Erdbebenwellen

zur Zeit noch nicht vorlägen.

Als bislang teuerstes Erdbeben der westlichen Versicherungswirtschaft gilt das sogenannte "Northridge-Quake" in Kalifornien vom 17. Januar 1994. 60 Menschen kamen dabei ums Leben. Die Schäden beliefen sich insgesamt auf 33,4 Mrd. Euro. Auf die Versicherer entfiel dabei eine Schadenssumme von 11,6 Mrd. Euro.

Das große Erdbeben von 1995 im Boden unter der japanischen Metropole Kobe verursachte einen geschätzten volkswirtschaftlichen

Gesamtschaden von umgerechnet rund 110 Mrd. Euro. Versicherungskonzerne aus den USA und Europa waren damals nur mittelbar betroffen.

Quelle: AFP/DJ