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Weltpremiere in Los Angeles Alfa präsentiert SUV mit Rennwagen-Genen

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Alfa Romeo ist zu neuem Leben erweckt und zieht mit dem Stelvio blank.

(Foto: Holger Preiss)

Mit Blick auf die Weltpremiere des ersten SUV von Alfa Romeo kann man verstehen, warum BMW seinerzeit großes Interesse hegte, die von Fiat abgelegte Marke zu kaufen. In Los Angeles präsentiert sich ein Offroader mit den Genen eines Sportwagens.

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Charismatisch zeigt sich der typische Alfa-Kühlergrill.

(Foto: REUTERS)

Alfa Romeo ist wieder da. Mit der Giulia haben die Italiener zu dem zurückgefunden, was sie einst waren: eine Marke, die Sportlichkeit mit Premium-Stil und italienischem Design verbindet. In Los Angeles sind die Italiener jetzt auch auf den SUV-Zug aufgesprungen. Und tatsächlich gehörte das, was dort in Rot strahlte, zu den ausdrucksstärksten Fahrzeugen auf der Messe, die in dieser Gattung präsentiert wurden. Stelvio heißt das Premium-Mid-Size-SUV, benannt nach dem Stelvio-Pass in den Alpen, einer der schönsten Straßen Europas. Das jedenfalls behauptet Alfa-Romeo-Chef, Reid Bigland und ordnet die Neuerscheinung gleich mal ein: "Der Stelvio ist gebaut worden, um zweitürige Sportwagen auf der Rennstrecke herauszufordern, ohne dabei die charakteristischen Eigenschaften eines Premium-SUV zu verlieren. Es ist ein perfekter Mix aus High Performance und italienischem Design." Na gut, das Design verantwortet inzwischen ein Deutscher, Frank Busse, aber das nur am Rande.

Scharf gezeichnet gegen die Konkurrenz

Insgesamt sind das aber große Worte. Aber tatsächlich reiht sich der Stelvio ganz grandios in Phalanx von Jaguar F-Pace, Porsche Macan oder Mercedes GLC ein und gibt sich dabei optisch deutlich sportlicher als ein BMW X3 oder ein Audi Q5. Böse Zungen behaupten, der Alfa sehe in den Proportionen aus wie ein Porsche Macan oder ein Maserati Levante. Mag sein, aber das Gesamtbild erfreut das sportwagenverliebte Auge ebenso wie das des SUV-Freundes. Kurze Überhänge an Front und Heck, in den ausgestellten Radhäusern stehen bis zu 20 Zoll große Räder, die Frontscheibe steht erstaunlich steil im Wind, während sich das Dach fließend, fast unmerklich absenkt. Die Heckscheibe taucht tief unter den Dachspoiler ein, während eine Sicke in Form einer Spoilerlippe dem Heck Konturen verleiht.

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Scharf gezeichnet und dennoch typisch SUV: das Heck des Alfa Romeo Stelvio.

(Foto: Holger Preiss)

Verschärft wird das Bild durch einen tiefen Eingriff am unteren Ende der Heckklappe, eine darüberliegende kräftige Falz, die durch die asymmetrische Lichtgrafik noch verstärkt wird. Im hinteren Stoßfänger sorgt eine hochgezogene vierflutige Abgasanlage für die Gewissheit, dass der Stelvio kein Weichei ist. Die Front dominiert das typische Alfa-Dreieck, die von extrem scharf gezeichneten Frontscheinwerfern gerahmt wird. Nicht nur für das Aussehen, sondern auch für den Abtrieb sorgt beim Quadrifoglio eine weit vorstehende Frontspoilerlippe, über der sich wiederum große Lufteinlässe befinden.

Best-in-Class bei Leistungswerten

Auch der Umstand, dass das Alfa-SUV in drei sehr potenten Motorisierungen vorfährt und eine Gewichtsverteilung von nahezu 50 zu 50 hat, lassen darauf hoffen, dass die sportliche Hülle nicht nur Staffage ist. Der Stelvio und der Stelvio Ti werden jeweils von einem 2.0 Liter Vierzylinder angetrieben. Bereits in der Standardversion leistet das Triebwerk dank Turboaufladung 280 PS und schickt über eine Speed-Shift-Achtgang-Automatik 414 Newtonmeter an alle vier Räder. Wer hier richtig aufs Gas tritt, wird die Tachonadel bis an die 230 bewegen. Diese Datenblattwerte sind übrigens Best-in-Class.

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Ähnlichkeiten des Stelvio mit Jaguar F-Pace und Porsche Macan sind bestimmt nicht rein zufällig.

(Foto: Holger Preiss)

Wem das aber noch nicht sportlich genug ist, der kann sich auf den Stelvio Quadrifoglio freuen. Die Sportschmiede von Alfa Romeo hat nämlich unter die schmucke Haube des SUV einen 2,9 Liter V6 Bi-Turbo gezaubert. Der leistet - und auch das ist Best-in-Class - 505 PS und donnert bereits ab 2500 Kurbelwellenumdrehungen 600 Newtonmeter auf die Achsen. In knapp vier Sekunden ist das SUV auf Tempo 100 beschleunigt, in der Spitze versprechen die Italiener 284 km/h. Um den Verbrauch abseits der Bleifußfahrten klein zu halten, wird der V6 beim Cruisen zum V3. Damit der Quadrifoglio den dynamischen Ansprüchen standhält, wurden ihm neben einem Sportfahrwerk auch noch Sportbereifung und Sportbremsen gegeben.

Luxus im Innenraum

Im Innenraum schmiegen sich die Passagiere in Polster, die mit einem Mix aus Alcantara und Leder bespannt sind und deren Position 12-fach verstellbar ist. In den Händen hält der Pilot ein Lenkrad, das mit feinem Nappa bezogen ist, das es nach Angaben von Alfa nur im Stelvio geben soll und das mit einer ganz besonderen Ziernaht versehen ist. Um das Bild zu vervollständigen, zieren Leder und Karbon die Seitenverkleidungen der Türen und das Dashboard. Alle Modelle sind mit vier Fahrmodi ausgestattet, wobei das Spaßprogramm natürlich Race heißt. Wem diese Aussichten jetzt tatsächlich veranlassen, das SUV zu einem Rennwagen zu modifizieren, kann sich optional Karbon-Rennsitze bestellen und Karbon-Kerami-Bremsen von Brembo. Als Quadrifoglio verfügt das SUV zusätzlich über ein adaptives Fahrwerk, das sich auf die Gegebenheiten der Straße automatisch einstellt.

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Im Innenraum zeigt sich der Stelvio mit deutlich gehobenem Ambiente.

Für alle drei Modelle ist natürlich eine ganzes Paket an Warn- und Sicherheitssystemen verfügbar. Unter anderen ein Abstandsradar, der im Gefahrenfall die automatische Notbremsung bis zum Stillstand einleitet, ein Stau- und ein Spurassistent. Alle Systeme arbeiten im Stelvio natürlich adaptiv. Außerdem gibt es einen Totwinkelwarner, Parkassistenten und einen Querverkehrwarner. Auch an dieser Stelle müssen sich die Italiener nicht hinter der Premium-Konkurrenz verstecken.

Wer jetzt zum Alfa-Händler spurten möchte, um den Stelvio zu bestellen, der muss enttäuscht werden. Das SUV kommt erst 2018 auf den Markt. Hinzu kommt, dass die hier beschriebenen drei Täter für den US-amerikanischen Markt vorgesehen sind. Für Europa steht zu erwarten, dass der Stelvio auch mit den alltäglichen Fiat-Triebwerken auf den Markt kommen wird, was dem Auto nicht die Schönheit, aber eine gehörige Portion der versprochenen Sportlichkeit rauben dürfte. Auch über die Preise lässt Alfa nichts verlauten. Aber unter 50.000 Euro dürfte auch in den normalen Stelvio keiner einsteigen. Auch die Maße des Fahrzeuges bleiben auf der Messe das Geheimnis der Alfisti. Warum, kann an dieser Stelle nicht gesagt werden.

Quelle: n-tv.de

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