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A8 kommt ohne Level 3 Audi ohne "Vorsprung durch Technik"

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Eigentlich wollte Audi mit dem A8 gerade im Bereich autonomes Fahren die lange Nase zeigen. Daraus wird jetzt nichts.

(Foto: Audi)

Bis 2030 sollten alle Autos autonom fahren. So einst die Vision der Autobauer. Doch der Prozess ist kompliziert, die Zeiten sind schwer, und als erster Hersteller verabschiedet sich Audi von der nächsten Stufe des autonomen Fahrens. Der neue A8 kommt ohne Level 3.

Das einst als Allheilmittel der Mobilität angepriesene autonome Auto scheint ins Stocken zu geraten. Jüngstes Beispiel ist das Schlachtschiff von Audi, der A8. Der Luxusliner wird in der aktuellen Generation, anders als bei der Markteinführung 2017 angekündigt, nicht auf Level 3 fahren.

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Vor allem der Staupilot des Audi A8 sollte in der neuen Generation eine wesentliche Erweiterung der Funktionen erfahren.

(Foto: Audi)

Das hat Audi-Chefentwickler Hans-Joachim Rothenpieler gegenüber "Automotive News" erklärt und dafür das Fehlen einer international einheitlichen gesetzlichen Regulierung angeführt. Demnach ist vor allem die Frage der Haftung bei einem Unfall häufig unklar. Es werde daher bei der aktuellen Modellgeneration des Audi A8 keinen einsatzbereiten Staupiloten in der ursprünglich geplanten Funktionsweise geben, da der Wagen bereits einen Großteil seines Modellzyklus hinter sich habe, so Rothenpieler.

Das Problem, das sich hier erneut für Audi auftut, ist, dass sie durch den Autopilot-Verzicht den lange propagierten Vorsprung gegenüber dem Konkurrenten BMW und Mercedes endgültig verlieren und beim automatisierten Fahren ins Hintertreffen geraten. Eigentlich sollte das Oberklasse-Flaggschiff der Marke beim Thema Roboterauto vorausfahren und als erstes Serienfahrzeug mit Level-3-Technik aufwarten. Hard- und Software sind offenbar schon einsatzbereit und teilweise an Bord verbaut; genutzt werden konnten sie aber bislang nicht.

Mercedes bleibt für S-Klasse bei Level 3

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Mercedes will seine neue S-Klasse auf Level 3 fahren lassen und dafür sämtliche technischen Möglichkeiten nutzen.

(Foto: Daimler AG)

Level-3-Autonomie ermöglicht es dem Fahrer, das Steuer über einen längeren Zeitraum komplett an den Autopiloten zu übergeben und sich anderen Tätigkeiten zu widmen - vor allem im Autobahnverkehr. Bei der aktuell weit verbreiteten Level-2-Technik darf er die Hände nur wenige Sekunden vom Steuer lassen.

Mercedes hat für die noch in diesem Jahr startende neue S-Klasse bereits Level-3-Autonomie angekündigt. Und auch das für 2021 erwartete Elektroauto BMW iNext soll weitgehend autonom fahren. Details sind allerdings noch unklar. Auch die beiden Audi-Konkurrenten dürften unter der juristisch uneinheitlichen Situation leiden. Zudem fehlt den Herstellern bislang die Erfahrung mit einem der kritischsten Punkte bei der Level-3-Autonomie: der Frage, wie genau Mensch und Computer sich gegenseitig das Steuer sicher und zuverlässig übergeben können. Einige andere Marken wollen sich daher zunächst darauf beschränken, die Level-2-Technik weiter zu optimieren.

Quelle: ntv.de, hpr/sp-x