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Für Freunde der Fahrfreude BMW bringt rattenscharfes 4er Coupé

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Große Niere und schmale LED-Scheinwerferaugen sind die Merkmale des neuen BMW 4er Coupé.

(Foto: BMW)

Bereits auf der IAA hat BMW das Concept 4 vorgestellt. Bei der Studie des kommenden 4er Coupé hieß es noch, dass er rein elektrisch fährt. Jetzt ist die neue Nummer 4 mit Verbrennern da und der eigentliche Aufreger wird der riesige Grill sein. Dabei ist das Teil rattenscharf.

Auf der im vergangenen Jahr gründlich missglückten Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) zeigte BMW eine Studie, die im Zuge der Klimadebatte dennoch für einiges Aufsehen sorgte. Die Rede ist vom Concept 4. Diese damals schon als "rattenscharf" empfundene Studie war der Ausblick auf den nunmehr kommenden neuen BMW 4er. Witzigerweise ließen sich die Münchner im Zuge der Klimaquerelen seinerzeit dazu hinreißen und behaupteten, dass die Studie auf der neuen Elektroplattform von BMW stünde und auch nur so angetrieben würde. Lange Gesichter bei Journalisten und Besuchern, denn dieses Coupé schien förmlich nach einem V8 zu schreien.

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Die große Niere des 4er Coupé ist auch eine Reminiszenz an Modelle wie den BMW 327 aus dem Jahr 1938.

(Foto: BMW)

Und nun? Wird der neue 4er präsentiert und sieh an, er ist dem Concept 4 wie aus dem Gesicht geschnitten. Bevor jetzt das Lamento über die viel zu große Niere losgeht und auch sonst wieder vermeldet wird, dass Designchef Adrian Van Hooydonk alles verkehrt gemacht hat bei dem Coupé, sei darauf hingewiesen, dass dieses - ich wiederhole das an dieser Stelle noch mal - rattenscharfe Teil in seiner vorerst potentesten Ausführung mit einem Reihensechszylinder an den Start geht, der 374 PS leistet. Darunter rangieren zwei Vierzylinder-Benziner mit 258 und 184 PS. Auch ein Diesel wird es geben, der bringt 190 Pferde an den Start.

Ohne Stromkarte

Ergo: Die Treibsätze sind bekannt, aber weiterentwickelt und von den auf der IAA verkündeten reinen E-Antrieben ist weit und breit nichts zu sehen. Was nicht heißt, dass man in München nicht auch noch für das 4er Coupé die Strom-Karte zieht. Denn der neue M440i ist ebenso wie die Variante mit Dieselmotor mit Mild-Hybrid-Technologie ausgestattet. Wie schon im neuen 5er kommen auch hier ein 48-Volt-Startergenerator und eine zusätzliche Batterie zum Einsatz, die deutlich mehr zurückgewonnene Bremsenergie speichern können. Energie, die das Bordnetz versorgt oder als Boost für den Verbrennungsmotor genutzt wird. In Summe sind das zusätzlich 11 PS, die für die Dynamik beim Anfahren und Beschleunigen zur Verfügung stehen. Das ist dann aber momentan auch der einzige elektrische Funke, den die Münchner für das Sportcoupé vorgesehen haben.

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Auch das Heck des BMW 4er Coupé hat im Vergleich zum Vorgänger sehr markante Züge.

(Foto: BMW)

Und so bleiben die guten alten Verbrenner für den Moment noch in der Überzahl, was am prinzipiellen Ansinnen von BMW, den 4er zu einer spaßbetonten Fahrmaschine zu machen, nichts ändert. Dafür wurde das technologisch auf der neuen 3er Limousine basierende Fahrwerk "konsequent neu ausgerichtet", erklären die Bayern. Um eine stimmige Balance zu erreichen, wurde zum Beispiel im Vergleich zur Limousine die Spur um 2,3 Zentimeter verbreitert und der Fahrzeugschwerpunkt abgesenkt. Zudem hat BMW zur Gewichtsreduzierung die Motorhaube, die vorderen Seitenwände und die Türen aus Aluminium gefertigt, die Heckklappe besteht aus nicht näher benannten Naturfasern.

Erstmals als M Sportpaket Pro

Wer es richtig knackig haben will, der kann den 4er als M Sport ordern. Da gibt es neben der wuchtigen Niere, die übrigens an Modelle wie den BMW 327 aus dem Jahr 1938 erinnert, wuchtige Lufteinlässe an der Front und eine sehr markante Heckschürze. Noch mal intensivere Fahrfreude versprechen die Bayern für Fahrer, die das erstmals mit dem Coupé angebotene "M Sportpaket Pro" ordern. Zum Sportdifferenzial mit elektronisch gesteuerter, vollvariabler Sperrfunktion im Hinterachsgetriebe gibt es hier noch 19-Zöller in die Radhäuser, ein achtstufiges Sportgetriebe, einen Heckspoiler und eine sportliche Soundabstimmung im Innenraum.

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Der Arbeitsplatz des Piloten im 4er Coupé gleicht dem im neuen BMW 3er.

(Foto: BMW)

Apropos Innenraum, der entspricht tatsächlich dem des 3er BMW. Serienmäßig ist das Live Cockpit Plus an Bord, das mit einem 22,35 Zentimeter großen Control Display und einem Touch Controller verbunden ist, über den sich auch die Anwendungen auf dem 12,95-Zentimeter-Farbdisplay in der Mittelkonsole steuern lassen. Zudem sind zwei USB-Anschlüsse zur Datenübertragung und eine WLAN-Schnittstelle verbaut. Wer mehr will, greift optional zum Live Cockpit Professional und blickt dann auf ein volldigitales Zentraldisplay hinter dem Lenkrad mit einer Bildschirmdiagonale von 31,24 Zentimetern und ein 26,04 Zentimeter großen Touchscreen, der über der Mittelkonsole aufragt.

Man kann dem 4er was anhängen

Damit neben dem viel zitierten Fahrspaß der Komfort auf allen vier Sitzplätzen auch im 4er nicht zu kurz kommt, ist eine 3-Zonen-Klimaautomatik und ein Ablagenpaket bereits in der Serienausstattung enthalten. Der Kofferraum bietet einen Stauraum von 440 Litern. Erweitern lässt sich das Ganze, wenn Fondsitzlehne in Gänze oder im Verhältnis 40:20:40 umgelegt wird. Wer will, kann sich übrigens sogar eine elektrisch ein- und ausschwenkbare Anhängevorrichtung ans Heck des 4er basteln lassen, der je nach Motorleistung immerhin zwischen 1,6 und 1,8 Tonnen ziehen kann.

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Lange Motorhaube, flache, zurückgesetzte Fahrgastzelle, aufsteigende Schulterlinie und große Räder. Der 4er hat alles, was ein Coupé braucht.

(Foto: BMW)

Wer derart Gewichtiges mit sich führt oder auch einfach nur coupégerecht flott von A nach B will, der wird sich über die ebenfalls bereits aus dem neuen 3er bekannten Assistenzsysteme freuen. In Serie gehören dazu der Frontkollisionswarner mit Bremseingriff und die Spurverlassenswarnung einschließlich Fahrbahnrückführung mit Lenkunterstützung. Neu, und damit parken wir den neuen 4er dann erstmal ein, ist der Drive Recorder, der bis zu 40 Sekunden lange Videoaufnahmen des Fahrzeugumfeldes erstellt. Im Falle einer Kollision werden automatisch jeweils bis zu 20 Sekunden lange Aufnahmen aus dem Zeitraum vor und nach dem Aufprall gespeichert. Wer will, kann aber auch seine lässigen Manöver auf der Rennstrecke festhalten und mit Freunden teilen.

Geteilt hat BMW die Preise für den neuen 4er noch nicht. Es steht aber zu befürchten, dass unter 50.000 Euro keine Tür aufgeht.

Quelle: ntv.de