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New York Auto Show Dickes und Potentes am Big Apple

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Ein Koenigsegg ist ganz bestimmt kein Auto für New Yorker Straßen. Dennoch ist ein solches Auto ein Muss auf der New York Auto Show.

(Foto: Fabian Hoberg)

US-amerikanische Autofahrer greifen gerne und häufig zu Sportwagen und Pick-up-Trucks. Auch in einer staugeplagten Stadt wie New York machen Modelle dieser Kategorie das Gros aus, wie ein Rundgang auf der New York Autoshow zeigt.

Schlaglöcher so tief wie Krater, Gullydeckel so hoch wie Bordsteine. Sportwagen und getunte Autos stoßen in New York City schnell an ihre Grenzen. Dennoch zeigen einige Hersteller hier ihre schnellen Neuheiten. Warum? Die New York International Autoshow ist die zweitgrößte Automesser der USA und die wichtigste Verkaufsmesse an der Ostküste. Nach den Pressetagen fluten Kunden die beiden Hallen des Jacob Javits Convention Center und informieren sich über ihr nächstes Auto. Kein Wunder, dass die Hersteller neben ihren Neuheiten ihre aktuellen Modellreihen dabei haben.

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Mit einem Sondermodell feiert Nissan 50 Jahre Z-Modelle in New York.

(Foto: Fabian Hoberg)

Dazu gesellen sich Sonderfahrzeuge wie die in Form des Nissan 370 Z. Gleich mehrere der nicht nur in den USA berühmten Z-Modelle zieren den Messestand. Im Mittelpunkt steht ein 370 Z in silberner Lackierung mit schwarzer Motorhaube und einem 328 PS starken 3,7-Liter-V6. Sein Vorgänger, der Datsun 240 Z, ebnete 1970 den Weg für die japanische Marke. Daneben parkt der überarbeitete Supersportler GT-R Nismo mit 600 Pferden unter dem Deckel. Durch den üppigen Einsatz von Carbon speckte der Sportwagen um 20 Kilogramm ab, dazu feilten die Ingenieure an Turbolader, Getriebe und Fahrwerk, um die ultimative Fahrmaschine zu erschaffen.

Potentes für jeden Geldbeutel

Am Porschestand die Neuauflage des Speedster. Gut 30 Jahre nach der Einführung des 911-G-Modells Speedster kommt die neue Version wieder mit einer kürzeren Frontscheibe, zwei Sitzen und einer großen Abdeckung fürs Verdeck auf den Markt - vorerst nur für die USA. Rund 270.000 Euro soll der auf 1948 Stück limitierte Sportwagen mit 509 PS kosten - eine Hommage an den Jahrgang des ersten entwickelten Speedster von Porsche. Dagegen bleibt die Ikone Ford Mustang für die breite Masse verfügbar. Als neue Motorisierung dient ein 2,3-Liter-Vierzylinder mit 335 PS, dazu wurden Auspuff, Bremse und Fahrwerk geändert.

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Natürlich darf auch der wilde Mustang in New York nicht fehlen.

(Foto: Fabian Hoberg)

Um problemlos durch die Schluchten von Manhattan zu fahren, eignen sich aber eher robuste Geländewagen oder überdimensionierte Pick-ups - zumindest, wenn die Fahrer sich keinen Parkplatz suchen müssen. Abseits der Metropole an der Ostküste scheint das jedenfalls kein Problem zu sein, denn auch dort greifen die US-Amerikaner sehr gerne zu den schweren Autos. Unter den 15 meistverkauften Fahrzeugen in Nordamerika war 2018 weder ein Elektrofahrzeug noch ein reiner Hybrid zu finden. Sie dürfen mal raten welche Gattung bei den insgesamt 17 Millionen Neuzulassungen die Nase vorn hat? Richtig, Pick-ups. Namentlich Ford F-Series, Chevrolet Silverado und Ram Pick-up – übrigens alle befeuert von Verbrennern.

Volkswagen will mitspielen

Und weil die Pick-up-Sparte in den USA so gut läuft, ist das ein Markt, in dem auch VW gerne mitspielen würde. Auf Basis des US-SUV Atlas zeigen sie deshalb die 4,91 Meter lange Studie Tarok Concept, ein Einstiegsmodell in den Pick-up-Markt. Daneben parkt ein weiterer Atlas als Konzeptfahrzeug mit Offroad-Paket. Grobstollige Reifen, vier Zentimeter mehr Bodenfreiheit und LED-Lichtbalken sollen aus dem SUV einen wahren Abenteurer machen.

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Der Karlmann King wusste in den letzten Jahren schon das chinesische Publikum auf den Messen zu begeistern.

(Foto: Fabian Hoberg)

Dafür ist der Karlmann King nicht zu haben. Die optische Mischung aus Batmobil und Panzer glänzt innen mit Goldverzierungen und glattem Leder, die Außenhaut ist im Stealth-Bomber-Look gehalten. Das sechs Tonnen schwere und sechs Meter lange Fahrzeug basiert auf einem Ford Pick-up. Sein 6,8-Liter-V10 leistet 400 PS und beschleunigt den Karlmann King auf bis zu 140 km/h. Mit 3,8 Millionen Dollar ist das Gefährt der teuerste Geländewagen der Welt. Dafür gibt es im Innenraum einen 45 Zoll großen Fernseher, Playstation, Massagesitze und Champagnergläser.

Schöne dicke Dinger

Fords Edelmarke Lincoln zeigt seinen neuen Nobel-Geländewagen Corsair. Der Kompakte bietet einen luxuriösen Innenraum, sparsame Vierzylinder-Motoren und Allradantrieb. Für die Großstadt müsste das reichen. Eher in die Berge gehört der Nissan Altima Allrad. Die Limousine verzichtet auf Räder und setzt auf Raupenantrieb. Damit brauchen Besitzer keine Angst vor Blizzards oder Schneestürmen mehr haben. Mehr ein Arbeitstier als ein Showcar ist der neue Ford Super Duty.

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Der Lincoln Corsair gehört definitiv zu den schönsten SUV auf der New York Auto Show.

(Foto: Fabian Hoberg)

Das neue Modelljahr unterscheidet sich im Vergleich zum Vorgänger unter anderem durch einen geänderten Frontgrill, LED-Scheinwerfer und Stoßfänger. Als Antrieb stehen V8-Motoren mit 6,2 und 7,3 Litern Hubraum sowie ein Diesel mit 6,7 Liter zur Wahl. Über fehlendes Drehmoment können sich die Besitzer damit nicht beschweren. In der gleichen Liga spielen GMC Denali und Sierra - beides Pick-up-Trucks mit großem Innenraum und großer Ladefläche. Auch der überarbeitete Chevrolet Silverado setzt klassisch auf V8-Motoren, die Benzin für 410 PS oder Diesel für 445 PS verbrennen.

Von Lego bis Elektro

Dagegen kommt Chevrolet Silverado Trail Boss ganz ohne Kraftstoff aus. In etwa 2000 Stunden bauten 18 Mitarbeiter aus 334.544 Steinen diesen Lego-Truck. Der kann zwar nicht fahren, ist dafür aber absolut umweltverträglich. Ebenso wie der Rivian R1S. Es ist das erste elektrische Abenteuerfahrzeug, das es als Pick-up-Truck oder Geländewagen gibt. Mit einer Batterieladung soll es rund 650 Kilometer weit kommen, die Zuladung bei über 800 Kilogramm liegen, die Anhängelast zwischen 3,5 beim SUV und 5 Tonnen beim Pick-up. Als Speicher dient eine bis zu 180 kWh große Batterie, die einen bis zu 750 PS starken E-Motor antreibt. Damit vergehen unbeladen von 0 auf 96 km/h keine drei Sekunden.

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Ein Auto aus Lego-Steinen darf unterdessen auf keiner Automesse mehr fehlen.

(Foto: Fabian Hoberg)

Für 1000 US-Dollar kann das E-Fahrzeug nun vorbestellt werden. Nächstes Jahr soll der E-Pick-up verkauft werden. Damit würden Besitzer nicht nur mit einem grünen Gewissen durch Manhattan fahren, sondern über jedes noch so tiefe Schlagloch oder jeden hochstehenden Gullydeckel drüberbügeln.

Quelle: n-tv.de

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