Auto

Fünf Stromer fürs Gelände Die Elektro-Offroader kommen

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Ineos hat seinen Grenadier 2021 mit Brennstoffzelle vorgestellt. Für den Ineos-Chef ist der Wasserstoffantrieb die Zukunft.

(Foto: Ineos)

Elektrische Antriebe etablieren sich in immer mehr Bereichen unserer Mobilität. Schon bald sollen E-Autos auch Steilhänge und Schotterpisten erobern: echte Offroader, keine SUV. Diese fünf sind angekündigt.

Angesichts zunächst kleiner Reichweiten konzentrierte sich der Eroberungszug des E-Autos vorerst auf die Stadt. Mit wachsenden Akkus kam alsbald die Autobahn hinzu. Als Nächstes werden Stromer auch in die Wildnis aufbrechen. Mittlerweile kündigen sich einige rein elektrisch angetriebene Offroader an. Echte Offroader, wohlgemerkt. Keine SUV.

Mercedes-Benz EQG

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Der Mercedes EQG wird 2024 die Offroad-Szene wohl mächtig aufmischen.

(Foto: Mercedes-Benz)

Zu den großen Ikonen der Offroad-Szene zählt die G-Klasse von Mercedes. Mitte bis Ende 2024 wollen die Stuttgarter ihren legendären Allradriesen auch emissionsfrei auf Krabbeltour schicken. Mit Leiterrahmen, Einzelradaufhängung vorne und neu entwickelter Starrachse am Heck wird er als kompromissloser Geländegänger EQG auf die Pirsch gehen. Anders als die konventionell angetriebene G-Klasse wird er sich sogar wie ein "Leopard"-Panzer auf der Stelle drehen können, wenn nämlich das kurvenäußere Räderpaar auf Rückwärts-Drehung programmiert wird und sich die Kollegen der anderen Seite vorwärtsbewegen.

Welche Antriebstechnik genau in den EGQ kommen wird, bleibt vorerst geheim. Als Genspender bietet sich der EQS mit 484 kW/658 PS an. Ob für den sicher mehr als 150.000 Euro teuren EQG noch Hand an die Leistungsschraube gelegt wird, bleibt ebenso offen wie die Frage nach Reichweite und Akkugröße.

Munro MK_1

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2023 will Munro seinen offiziell noch nicht enthüllten Mk_1 auf den Markt bringen.

(Foto: Munro Vehicles)

Noch vor dem EGQ will die schottische Firma Munro Vehicles mit dem MK_1 den nach eigenen Aussagen geländetauglichsten Elektro-Allradler überhaupt auf den Markt bringen. Fast einen halben Meter Bodenfreiheit, einen Meter Wattiefe, 88 Grad Böschungswinkel sowie Zweigang-Verteilergetriebe mit sperrbarem Mitteldifferenzial und solide Achsen versprechen die Nordbriten.

Zudem wird es einen kraftvollen Antrieb mit 280 kW/376 PS und 700 Newtonmeter Drehmoment geben. Die Batterie mit über 80 kWh Speicherkapazität erlaubt bis zu 260 Kilometer Reichweite. Umgerechnet rund 76.000 Euro soll der Schotten-Stromer kosten.

Jeep Magneto

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Ob Jeep jemals einen E-Offroader wie den Magneto in Serie bauen wird, bleibt abzuwarten. Doch die Chancen dafür dürften gut sein.

(Foto: Jeep)

Auch Jeep hat die E-Mobilität fest im Blick und mit dem Avenger im Oktober bereits sein erstes Serienmodell mit batterieelektrischem Antrieb enthüllt, das Anfang 2023 auf die Straße kommt. Und wohl vornehmlich auf die Straße, denn der Avenger ist eben SUV und kein Geländewagen. Doch die US-Amerikaner nähren unermüdlich die Hoffnung auf einen rein elektrisch angetriebenen Kraxler vom Schlage eines Wrangler.

Wie der aussehen könnte, deutet das Konzeptauto Magneto an, das Jeep in bereits zwei Versionen vorgestellt hat. Der im Juni präsentierte Magneto 2.0 kam auf mächtigen 40-Zoll-Räder sowie mit rund 460 kW/625 PS und 1150 Nm Drehmoment vorgefahren.

Ungewöhnlich für ein E-Auto: Die Sechsgang-Handschaltung, um dem Fahrer im Gelände die maximale Kontrolle über das Fahrzeug zu ermöglichen. Ob und wann dem rein elektrischen Magneto ein Serien-Pendant folgt, ist unklar. Jeep-Designchef Mark Allen betonte bei der diesjährigen Vorstellung der Studie aber mehrfach die sehr positive Reaktion der verschworenen Fan-Gemeinschaft auf den Magneto.

Bollinger B1

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Vielleicht wird der Bollinger B1 doch noch in Serie gehen. Obwohl das Konzept bereits 2017 vorgestellt wurde, ist der B1 dank seiner zeitlosen Optik nicht gealtert.

(Foto: Bollinger)

Zu den frühen Elektro-Offroad-Ausblicken zählt der Bolliger B1, der optisch wie eine Reinkarnation des alten Land Rover Defender daherkommt. 2017 wurde er vor- und für 2019 sein Serienbau in Aussicht gestellt. Anfang 2022 hat das US-Startup die Pläne zum Bau des B1 sogar auf Eis gelegt. Als im Sommer Mullen Automotive das Zepter bei Bollinger übernahm, wurden sie wieder aufgetaut.

Wann der B1 kommt, wurde bislang jedoch nicht verraten. Die Offroad-Gemeinde hat jedenfalls allen Grund, sich auf den kernigen Kasten zu freuen, denn mit permanentem Allradantrieb, hoher Bodenfreiheit, langen Federwegen und mächtigen Offroad-Reifen verspricht auch er ein gehobenes Maß an Geländetauglichkeit. Die zwei Maschinen des B1 sollen 265 kW/360 PS und 640 Newtonmeter leisten, was einen Sprint in unter fünf Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 sowie eine Höchstgeschwindigkeit von über 200 km/h erlaubt.

Ineos Grenadier

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Mit dem Grenadier hat die britische Firma Ineos einen Offroader mit ebenfalls gewisser Ähnlichkeit mit dem alten Defender aufgelegt. Mit Dieselantrieb wird dieser bereits produziert und Anfang 2023 in Deutschland auf dem Markt kommen. Darüber hinaus plant die junge Automarke elektrisch angetriebene Geländewagen. Bereits 2021 wurde ein Grenadier-Prototyp mit Brennstoffzellenantrieb von Hyundai vorgestellt.

Für den Ineos-Chef Jim Ratcliffe ist der Wasserstoffantrieb die Zukunft. Darüber hinaus hat der Brite 2022 noch einen batterieelektrischen Offroader der Marke Ineos angekündigt, der etwas kleiner als der Grenadier werden soll.

Details zu Antrieb, Reichweite oder einen möglichen Marktstart gibt es zu beiden Kandidaten noch keine. Doch in beiden Fällen wird es sich nicht um SUV, sondern ebenfalls um echte Geländewagen handeln.

Quelle: ntv.de, Mario Hommen, sp-x

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