Auto

Shanghai Auto Show Heiße Sportwagen und Studien aus Fernost

HOB_0368.JPG

So sieht Nissan die Zukunft seiner Edeltochter Infinti.

(Foto: Fabian Hoberg)

Studien und Sportwagen sind das Salz in der Suppe jeder Automesse. Auf der diesjährigen Shanghai Auto Show dürfen sie deshalb auch nicht fehlen. Allerdings weisen sie hier ganz klar einen Trend aus.

Tiefgeduckte Karosserie, breite Spoiler. Keine Automesse ohne Studien. Die Fingerübungen der Designabteilungen geben auch auf der diesjährigen Shanghai Auto Show einen Überblick darüber, was in nächster Zeit auf den Markt kommen wird. Der Trend scheint klar: Die Autos werden weiterhin hoch sein und elektrisch betrieben. SUVs mit Plug-in-Hybrid oder gleich als Elektroantrieb dominieren die Gedanken der Designer.

Oberklasse SUV mit E-Antrieb

HOB_0466.JPG

Arcfox sorgte bereist beim Genfer Autosalon für einiges Aufsehen. In Shanghai jetzt der große Aufschlag.

(Foto: Holger Preiss)

Wie der Arcfox ECF, ein Oberklasse-SUV mit weit öffnenden Türen, weißer Lederinnenausstattung und einem starken E-Motor. Die Submarke des chinesischen Konzerns Baic will das SUV mit einer Batterieladung bis zu 600 Kilometer weit fahren lassen und es nächstes Jahr auf den Markt bringen. Designer Walter de Silva, der einst für den VW-Konzern Autos wie Audi A5, Audi R8 oder Seat Leon entwarf, zeichnete das Premium-SUV. Bis es tatsächlich fährt, zeigen die Chinesen den Hypersportwagen Arcfox GT mit bis zu 1600 PS.

Nicht weniger sportlich, wenn auch nicht so extrem, zeigt sich eine Studie aus den USA: Der Karma Pininfarina GT ist ein Luxus-Coupé der kalifornischen Firma Karma Automotiv, die in Zusammenarbeit mit der italienischen Design-Schmiede den chinesischen Markt erobern will. Er basiert auf dem Karma Revero GT. Aston Martin gibt in Shanghai den Bau seines Rapid E bekannt. Der Sportwagen mit 610 PS und 950 Newtonmetern wird allerdings auf 155 Exemplare limitiert.

Nissan QS Inspiration

HOB_0370.JPG

Aus Europa hat sich Infiniti zurückgezogen in Asien und den USA geht es der Marke richtig gut.

(Foto: Fabian Hoberg)

Nissans Edeltochter Infiniti will noch edler werden und präsentiert in Shanghai erstmals die sportlich gezeichnete Elektrolimousine QS Inspiration. Das wuchtige Auto soll auf einer neuen Elektroplattform entstehen und ab 2021 vorerst nur in China auf den Markt kommen – in Deutschland hat die Marke vor kurzem angekündigt, sich zurückzuziehen.

Dagegen setzen chinesische Hersteller weiter auf Expansion. Iconiq Motors baut nicht nur in Kooperation mit W Motors Sportwagen wie den Fenyr Supersport für 1,6 Millionen Euro, sondern nun auch elektrische Vans. Der Seven soll von einem 224 PS starken E-Motor angetrieben werden und mit einer Batterieladung bis zu 400 Kilometer weit fahren. Dieses Jahr soll die Produktion starten, geplant sind 15.000 Fahrzeuge pro Jahr. Das Luxus-SUV One setzt ebenfalls auf einen Elektroantrieb. Die Reichweite soll bei bis zu 800 Kilometern Reichweite liegen, die Beschleunigungskraft von 0 auf 100 km/h in 6,5 Sekunden betragen.

E-Baukasten von VW macht es möglich

HOB_0313.JPG

Natürlich spielt auch VW beim Studienwettstreit in China mit. Hier der ID. Roomzz.

(Foto: Fabian Hoberg)

Volkswagen als Marktführer zeigt gleich mehrere neue Fahrzeuge in Shanghai, darunter drei Studien. Die Wichtigste: der ID. Roomzz, ein 4,92 Meter langes Elektro-SUV auf dem sogenannten Modularen Elektroantriebs-Baukasten (MEB). Die vier Türen öffnen seitlich elektrisch. Drehbare Loungesessel halten die Passagiere fest, passen sich den persönlichen Wünschen und dem jeweiligen Fahrmodus an. Statt eines Cockpits schauen die Passagiere auf eine 13,8 Zoll große Bildschirmwand mit integriertem Lenkrad.

Zwei Elektromotoren kommen auf eine Systemleistung von 306 PS. Sie beschleunigen das SUV in 6,6 Sekunden auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit wird bei 180 km/h abgeregelt. Die 82-kWh-Batterie erlaubt eine Reichweite von 450 Kilometern nach WLTP. Spätestens 2021 soll aus der Studie ein Serienfahrzeug werden, zuerst für China, danach wahrscheinlich auch für Europa. Aber es geht auch eine Nummer kleiner: Skoda Vision iV ist das erste praktische elektrische Konzeptauto in der Kompaktklasse und mehr als eine Fingerübung. Nächstes Jahr soll ein abgeleitetes Modell auf den Markt kommen. Zuerst allerdings nicht in China, sondern in Europa

Vor der Markteinführung ist der Verbrenner

HOB_0426.JPG

Doch bei aller Liebe zur E-Mobilität. Was den Antrieb von Autos betrifft wir auch hier mit Benzin gekocht.

(Foto: Fabian Hoberg)

Zurück in die Zukunft fährt Audi mit dem Ai:Me e-Tron, ein 4.30 Meter langer elektrischer Kompaktwagen, der sich optisch an den alten Audi A2 anlehnt und im Innenraum viel Platz bietet. Beim autonomen Fahrlevel 4 können die Insassen bei der Fahrt entspannen, der noble Innenraum soll zudem eine angenehme Fahrt bereiten.

Mit der Marke Bajo Un will der GM-Konzern neue Mobilitätsdienstleistungen in China anbieten. Das RM-C Concept SUV ist ein 4,70 Meter langes SUV mit einem 1,5-Liter-Benziner mit 150 PS – ganz gegen den Trend. Dafür sind die Insassen permanent mit dem Internet verbunden und der Fahrer kann auf Assistenzsysteme im Autonomielevel 2 zurückgreifen. Im Gegensatz zu den anderen Studien steht das Auto kurz vor der Markteinführung.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema