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Anders als die anderen Mazda CX-3 probt das "Upsizing"

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Die Front des Mazda CX-3 ist markanter geworden und kann mit LED-Scheinwerfern glänzen.

(Foto: Textfabrik/Busse)

Wie man trotz des Mangels an neuen Automobilen eine Menge Aufmerksamkeit erzeugen kann, führt Mazda in diesem Sommer vor: Zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen ist ein modellgepflegtes Produkt am Start, diesmal der CX-3.

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Die schmalen hinteren Seitenscheiben des Mazda CX-3 verengen die Sicht des Fahrers nach hinten.

(Foto: Textfabrik/Busse)

Das City-SUV auf der Basis des Mazda 2 ist nach dem CX-5 das meistverkaufte Auto von Mazda Deutschland. Nachdem in den zurückliegenden Wochen die renovierten CX-5 und MX-5 mit mehr Power und modifizierten Motoren präsentiert wurden, ist am kleinen Fünftürer nicht nur eine Menge für die Optik getan, sondern auch ein neuer Dieselmotor aufgelegt worden. Entgegen dem Trend zum Downsizing hat er mehr Hubraum als das Aggregat, das er ersetzt.

Mit rund 48.000 verkauften Exemplaren seit 2015 hat sich der CX-3 zum Vizemeister in der Mazda-Zulassungsstatistik aufgeschwungen. Er rangiert im sogenannten B-SUV-Segment, wo höher gelegte Kleinwagen um die Gunst der Kunden kämpfen und wo sie mal mit, mal ohne Allradantrieb geordert werden. Mit einem 4x4-Anteil von zuletzt 16,5 Prozent griffen die Mazda-Kunden häufiger zur Allradtechnik als bei anderen Marken. Der Mazda CX-3 konkurriert zum Beispiel mit dem Seat Arona oder dem Hyundai Kona.

Fast 25 Prozent mehr Hubraum

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Die 18 Zoll großen Leichtmetallfelgen lassen den Mazda CX-3 selbstbewusst auftreten.

(Foto: Textfabrik/Busse)

Von eher geringerer Bedeutung ist der Dieselantrieb für den handlichen Fünftürer. Mit nicht einmal fünf Prozent Verkaufsanteil in Deutschland rangiert der Selbstzünder auf einem Niveau, wie es bei noch kleineren Allroundern üblich ist. Dennoch will Mazda am Diesel für diese Baureihe festhalten und hat mit dem Facelift einen neuen Motor vorgestellt, der auf der Basis des bislang verwendeten 1,5-Liter-Aggregats entwickelt wurde. Der neue Motor hat nun 1,8 Liter Hubraum und leistet 115 PS. Gut möglich, dass dieser Antrieb demnächst auch im Mazda 2 anzutreffen sein wird, da dieses Modell technisch viele Gemeinsamkeiten mit dem CX-3 teilt.

Bei den ersten Testfahrten hinterließ der neue Motor einen ansprechenden Eindruck. Sein maximales Drehmoment stellt er ab 1600 Umdrehungen zur Verfügung, was ihm ein spürbares Temperament und gewisse Reserven verleiht, wenn mal druckvoll für ein Überholmanöver beschleunigt werden muss. 270 Newtonmeter Schubkraft können dann genutzt werden, und das bis in die Nähe von 3000 Umdrehungen. Allerdings fehlt die Kombinationsmöglichkeit von Allradantrieb und Automatikgetriebe, nur für den Fronttriebler ist die automatische Schaltbox zu haben.

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Aus 1,5 wurden 1,8 Liter Hubraum: der neue Diesel für den Mazda CX-3.

(Foto: Mazda)

Die gewohnt kernige Geräuschkulisse des Dieselmotors ist beim neuen Mazda CX-3 zu vernachlässigen, außer man nähert sich Leistungsspitzen, die der Wagen bei 4000 Touren erreicht. Zusätzliche Dämm-Vorrichtungen, die auch Scheiben und Dach betrafen, hätten dafür gesorgt, heißt es vom Hersteller. Modifikationen am Motor, die bis in die Beschaffenheit der Kolben reichen, vermindern die Entstehung von Vibrationen und beruhigen so den Lauf. Das Fahrwerk reagiert ausgewogen und gelassen auf Unebenheiten, vermittelt ein kommodes Reisegefühl, während die Lenkung mit ihrer verbindlich direkten Art für Freude auf kurvigen Berg- und Landstraßen sorgt.

Benziner nichts für Schaltfaule

Die Qualitäten von Fahrwerk und Lenkung gelten natürlich ebenso für die Varianten mit Ottomotor, wenngleich man die Empfehlung für das Basistriebwerk mit 121 PS auf den Betrieb im Flachland beschränken müsste. Da Mazda seinen Verzicht auf turbogeladene Benziner schon länger erklärt hat und weiter daran festhält, können dem immerhin zwei Liter großen Vierzylindern nicht mehr als 207 Newtonmeter Drehmoment entlockt werden. Die liegen aber auch erst bei 2800 Umdrehungen an. Die Folge ist, dass es im niedertourigen und deshalb verbrauchsgünstigen Bereich immer mal wieder an Durchzugskraft fehlt und die Übersetzung gewechselt werden muss. Bei langen Anstiegen im sechsten Gang macht sich dieser kurze Atem schnell bemerkbar und fordert den Fahrer zur Aktion mit dem Schalthebel auf. Gleichwohl geht Mazda davon aus, dass etwa 80 Prozent der deutschen Kunden ihre Agilitätsbedürfnisse in diesem Auto erfüllt sehen und sich für den Einstiegs-Benziner entscheiden werden.

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Neu in der Optionsliste für den Mazda CX-3 sind die weißen Lederpolster.

(Foto: Mazda)

Zu den üblichen Begleiterscheinungen einer Mazda-Testfahrt gehört freilich auch, dass der Spritkonsum nur selten deutlich von dem abweicht, was der Hersteller vorher versprochen hat. Das Anderssein, das die Marke für sich in Anspruch nimmt, hat an dieser Stelle einen für den Kunden nicht zu unterschätzenden Mehrwert. Die mit zwei Insassen nebst Gepäck absolvierten Probestrecken auf anspruchsvoller Bergroute und mit gelegentlichen überdurchschnittlichen Leistungsanforderungen absolvierte der "kleine" Benziner mit errechneten 7,4 Litern je 100 Kilometer (offiziell 6,6 Liter nach WLTP-Norm), der Diesel mit 6,8 Litern (laut Datenblatt 6,1 Liter). Dass Mazda mit seinen neuen CX-3-Motoren die 6d-Temp-Abgasnorm erfüllt, darf vorausgesetzt werden, nicht aber, dass sie dies ohne Abgasnachbehandlung tun. Nicht ohne Stolz verweist Mazda deshalb darauf, dass die einschlägigen Grenzwerte beim Benziner ohne zusätzlichen Partikelfilter und beim Diesel ohne SCR-Kat eingehalten werden.

Basispreis bleibt unverändert

Für Umwelteinstufung und Zulassung mögen diese Fakten wichtig sein, Kunden entscheiden aber oft nach Design und Komfortniveau. Um die Optik zu schärfen, hat Mazda dem CX-3 eine stärker skulptural ausgeformte Frontpartie verpasst, 18-Zoll-Felgen spendiert und auch an den Rückleuchten Kosmetik betrieben. Im Inneren verschwand der Handbremshebel zugunsten einer elektrischen Parkbremse, was die Neugestaltung der Mittelkonsole ermöglichte. Neuerdings stehen auch den Insassen auf der Rückbank zwei Getränkehalter zur Verfügung. Wer es besonders nobel mag, kann nun weiße Lederbezüge für die Polster bestellen.

Wenn sich Interessenten einmal für einen Mazda entschieden haben, sind sie bei der Ausstattung nicht knauserig. Wie bei anderen Modellen der Marke auch sind die höherwertigen Ausstattungslinien des CX-3 die beliebtesten. Das gibt den Verantwortlichen Zuversicht, dass dies auch bei dem runderneuerten Modell der Fall sein wird. Da nunmehr die Integration vom Smartphone-Apps über Apple Car Play oder Android Auto möglich, ein City-Notbremsassistent an Bord und ein Stau-Assistent mit Halte- und Weiterfahr-Funktion verfügbar ist, muss es an fast nichts fehlen.

Produktaufwertungen gehen oft mit Preiserhöhungen einher. Anders bei Mazda: Alter und neuer CX-3 kosten in der Basisversion 17.990 Euro, worin Klimaanlage, elektrische Fensterheber, Bordcomputer, Audio- und Start-/Stopp-System, Zentralverriegelung und Berganfahr-Assistent enthalten sind. Mit dem hubraumstärkeren Diesel kostet der CX-3 mindestens 22.290 Euro. Da Mazda in anderen europäischen Ländern und gar in Japan große Stückzahlen vom Diesel verkauft, soll bald auch eine neue Generation von Selbstzündern entwickelt werden.

Mit 1400 Euro nicht eben billig, aber dennoch recht beliebt ist das sogenannte Technik-Paket, mit der sich die ohnehin schon hochwertig ausgestattete Sports-Line noch aufwerten lässt. Es umfasst Lenkradheizung, LED-Hauptscheinwerfer, Müdigkeitserkennung, adaptive Temporegelung, ein Bose-Soundsystem sowie Stau-Assistent und Verkehrszeichen-Erkennung. Mehr als ein Drittel der Kunden haben es in der Vergangenheit bestellt. Mit 28.080 Euro markiert der Diesel in "Sports Line"-Version mit Allradantrieb die Spitze der Preisliste.

Quelle: ntv.de

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