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Stuttgarter Familien-SUV Mercedes GLB feiert Weltpremiere

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Optisch auf Offroad getrimmt, soll der GLB eher im leichten Gelände zu Hause sein.

(Foto: Daimler AG)

Mit dem GLB lässt Mercedes in Salt Lake City ein waschechtes Familien-SUV vorfahren. Sieben Sitze und ein Kofferraum wie einem Kombi sollen die Menschen in den Offroader aus Stuttgart umsteigen lassen. Aber ist er am Ende wirklich ein Alleskönner?

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Von hinten erinnert der GLB ein wenig an den großen Bruder GLE.

(Foto: Daimler AG)

Kaum zwei Monate nachdem Mercedes das Concept GLB vorgestellt hat, feiert das Serienmodell in Salt Lake City seine Weltpremiere. Mit 4,63 Metern Länge reiht es sich ganz klar dort ein, wo zum Beispiel ein BMW X3 schon steht. Doch anders als die bayrische Konkurrenz verkauft Mercedes sein neues SUV gleich als Familienauto mit sieben Sitzen. Klar, dass vor allem der US-Markt und die Kunden in China mit dieser Fülle an Plätzen angesprochen werden sollen. Allerdings schränken die Stuttgarter ehrlicherweise ein, dass die Plätze in Reihe drei lediglich für Personen bis zu einer Körpergröße von 1,68 Meter taugen.

Den Platz im Innenraum erwirtschaftet sich der GLB nicht zuletzt durch einen Radstand von 2,83 Metern, was zehn Zentimeter mehr sind als in der B-Klasse. Das Gepäckabteil hat bei einer Bestuhlung mit fünf Sitzplätzen ein Volumen von 560 bis 1755 Litern, was in etwa dem Fassungsvermögen eines Kombis entspricht. Auf Wunsch kann die zweite Sitzreihe längs verschoben werden, was das Volumen auf 739 Liter anwachsen lässt.

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Die dritte Reihe im GLB ist Menschen mit einer maximalen Körpergröße von 1,68 Meter vorbehalten.

(Foto: Daimler AG)

Optisch ist der GLB in der Serie eine Mischung aus GLC an der Front und GLE am Heck geworden. Vielleicht heißt es ja auch an dieser Stelle, man habe das Beste aus zwei Welten zusammengeführt. Mercedes Chef Designer Gorden Wagener formuliert es so: "Die klare Formgebung mit reduzierten Linien und kraftvollen Flächen vermittelt unsere Designphilosophie der sinnlichen Klarheit." Aha! Also, wie dem auch sei, Fakt ist, dass der GLB nicht nur optisch ein SUV sein will, sondern auch die Technik solche Optionen für den Fahrer offenhält.

Der GLB ist keine G-Klasse

Voraussetzung ist natürlich, dass man sich bereits am Anfang für ein über alle vier Räder angetriebenen GLB entschieden hat. Denn nur die verfügen auf Wunsch über das "Offroad-Technik-Paket". Dazu gehört dann aber nicht nur die Kraftverteilung im Offroad-Modus, bei der die Allradkupplung als Längssperre verwendet wird und die Achsen 50:50 bedient werden, sondern auch eine Offroad-Lichtfunktion. Damit lassen sich in der Dunkelheit Hindernisse in unwegsamem Gelände besser erkennen. Das wiederum funktioniert aber nur, wenn auch die Multibeam-LED-Scheinwerfer im GLB verbaut sind. Und noch etwas: Mercedes spricht bei den Offroad-Fähigkeiten von "leichtem Gelände". Also nicht dass jemand auf die Idee kommt, der Schwabe könne es hier mit einem GLE oder gar der G-Klasse aufnehmen.

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Wie sich der GLB mit den unterschiedlichen Aggregaten bewegen lässt, muss noch abgewartet werden.

(Foto: Daimler AG)

Auch bei den Antrieben dürfte das schwierig werden. Wie in der B-Klasse wird auch beim GLB 200 der M 282 mit 1,33 Litern Hubraum den Opener machen. Wohl nicht nur mit Blick auf das Leistungsvolumen dieses Triebwerks, das in den Grundkomponenten von Renault übernommen ist, hat Mercedes hier auch nur einen Frontantrieb vorgesehen. Der Mini-Vierzylinder leistet 163 PS und generiert ein maximales Drehmoment von 250 Newtonmetern. Die Kraftverteilung übernimmt ein 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, wobei die Höchstgeschwindigkeit bei 207 km/h liegen soll. Den Verbrauch gibt das Datenblatt optimistisch mit 6,2 Litern im Drittelmix an.

Allrad - und damit die Offroad-Optionen - gibt es erst für den GLB 250. Unter dessen Haube arbeitet der intern als M 260 bekannte Vierzylinder, der mit 2,0 Litern Hubraum, 224 PS und einer 8-Gang-Automatik die 350 Newtonmeter maximales Drehmoment eben an alle vier Räder verteilt. So befeuert soll der GLB 236 km/h schnell werden und sich mit 7,4 Litern Benzin begnügen. Natürlich hat Mercedes auch die bekannten Dieselaggregate im Angebot. Allesamt schöpfen ihre Kraft von 150 bis 190 PS aus einem 2,0-Liter-Aggregat, sind an ein 8-Gang-DCT gekoppelt und sollen den Fahrer mit Verbräuchen um die 5,5 Liter erfreuen. Beide Dieselvarianten in Form des GLB 200 und des GLB 250 sind auch als 4Matic, also mit Allrad verfügbar. Natürlich sind alle Motorisierungen nach Euro 6d zertifiziert. Wie sich das Ganze dann fahrtechnisch darstellt, muss abgewartet werden. Auf diesen Seiten wird auf jeden Fall darüber zu lesen sein.

Offroad auch im Innenraum

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Der Innenraum des GLB zeigt viel Bekanntes aus A- und B-Klasse.

(Foto: Daimler AG)

Doch bevor es so weit ist, werfen wir noch einen Blick in den Innenraum. Hier haben die Designer mit einem "offroadartigen Rohrelement" für eine sehr robuste Optik gesorgt. Unterhalb der drei runden Mitteldüsen befindet sich die Bedieneinheit für die Klimaanlage. "Deren Tasten", so Mercedes, "sollen den Eindruck vermitteln, als seien sie aus einem Aluminiumzylinder herausgefräst". Sind sie natürlich nicht, sieht aber dennoch schick aus. Ansonsten erkennt der Kundige viel aus B- und A-Klasse wieder. Vor dem Fahrer befindet sich ein Widescreen-Cockpit, dessen Darstellung über MBUX (Mercedes-Benz User Experience) erfolgt.

Auch bei den Fahrassistenzsystemen bedient sich der GLB bei den Brüdern. Dank verbesserter Kamera- und Radarsysteme kann er bis zu 500 Meter vorausschauen und in bestimmten Situationen teilautonom fahren. Er kann die Geschwindigkeit vor Kurven, Kreuzungen oder Kreisverkehren durch den Abstands-Assistenten und mithilfe von Karten- und Navigationsdaten anpassen. Ist zusätzlich der Aktive Park-Assistent mit Parktronic an Bord, kann der GLB auch im Stau selbständig wieder anfahren.

Das hat natürlich alles seinen Preis - welchen, verrät Mercedes noch nicht. Aber unter 45.000 Euro dürfte hier für einen GLB 200 nichts zu machen sein. Und da sind die vielen begehrenswerten Zutaten wie dritte Sitzreihe und Helferlein noch gar nicht mit eingerechnet.

Quelle: n-tv.de

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