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Der klassischste Daimler Mercedes präsentiert neue E-Klasse virtuell

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Statt in Genf, präsentiert Daimler-Chef Ola Källenius die neue Mercedes E-Klasse virtuell aus Stuttgart.

(Foto: Daimler AG)

Hätte das Coronavirus den Autosalon in Genf nicht beendet, bevor er angefangen hat, dann wäre die neue Mercedes E-Klasse wohl das Highlight auf dem Stand der Stuttgarter gewesen. Nun präsentiert Daimler seine Neuheit digital.

Eigentlich sollte die neue E-Klasse das Highlight auf dem Mercedes-Stand beim Autosalon in Genf werden. Nun hat das Coronavirus den Auftritt am Lac Léman zunichtegemacht und die Stuttgarter mussten sich, wie einige andere Hersteller auch, mit ihrer Präsentation ins Internet zurückziehen. Doch egal, wie und wo die Darstellung erfolgt, das Schwergewicht ist für Mercedes in diesem Jahr die neue E-Klasse. Der wohl mit Abstand klassischste aller Daimler brauchte nämlich nach vier Jahren dringend ein Facelift, um sich für den Wettbewerb gegen 5er BMW und Audi A6 fit zu halten.

Anders als bei einem herkömmlichen Facelift haben die Stuttgarter diesmal aber nicht nur unter dem Blech gearbeitet, sondern auch das Äußere angepasst und Front und Heck augenscheinlich verändert. Die Motorhaube zieren jetzt deutlich erkennbare Powerdomes, die Haifischnase konnte dank der längeren Fronthaube deutlicher herausgearbeitet werden und auch die Frontschürze ist der neuen Dynamik angepasst. Selbst die jetzt in Serie als Voll-LED strahlenden Scheinwerfer wurden überarbeitet.

Von Limousine bis All-Terrain

Gleiches gilt für das Design der Heckleuchten, einen neuen Heckdeckel für die Limousine gibt es oben drauf. Wer sich eher für die All-Terrain-Variante begeistert, der dürfte über die optische Nähe zu den SUV aus Stuttgart nicht traurig sein. Selbstredend gibt es auch aus dem Hause AMG einen überarbeiteten E 53 mit Panamericana-Grill, mit dem elektrifizierten, aber nicht unbekannten 3,0-Liter-Reihensechszylinder mit 435 PS und einem maximalen Drehmoment von 520 Newtonmetern.

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Natürlich gibt es die E-Klasse auch wieder als All-Terrain-Variante mit deutlicheren SUV-Anleihen.

(Foto: Mercedes-Benz AG)

Allerdings müssen die Sparfüchse unter den E-Klasse-Käufern jetzt ganz stark sein, denn Mercedes hat die Serienausstattung aus dem Exterieur-Programm genommen und startet gleich mit der momentan 1310 Euro teureren Avantgarde Line in den Verkauf. Was das für den Einstiegspreis bedeutet, wurde auf der virtuellen Pressekonferenz natürlich noch nicht bekannt gegeben. Nach den heutigen Listen läge die Basis mit dem E 200 bei 57.620 Euro. Kein Schnäppchen, denn wir reden hier von einem Auto ohne weitere Zusatzausstattungen.

Unterm Blech aufgerüstet

Und die gibt es für die neue E-Klasse, egal in welcher Leistungsstufe man unterwegs sein möchte, natürlich reichlich. Darunter auch etliche neue begehrenswerte Features wie zum Beispiel die aufgewerteten Abstands-, Stau-, Lenk - und Totwinkelassistenten. Der aktive Bremsassistent ist in der E-Klasse bereits Serie. Auch nicht zu verachten ist das Park-Paket mit 360-Grad-Kamera, das nicht mehr nur vollautomatisch längs und quer in die Lücke stößt, sondern auch auf markierten Parkflächen den richtigen Stand findet.

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Das sogenannte Widescreen Cockpit in der neuen E-Klasse mit zwei 12,3 Zoll großen Displays muss extra bezahlt werden.

(Foto: Mercedes-Benz AG)

Nun muss man zur Ehrenrettung der Stuttgarter mal sagen, dass sie mit der Avantgarde Line nicht nur das Einstiegs-Exterieur aufgewertet haben, sondern auch bei der Grundausstattung im Innenraum für mehr Komfort sorgen. Unter anderen gibt es serienmäßig zwei digitale Bildschirme. Das sogenannte Widescreen Cockpit mit zwei 12,3 Zoll großen Displays muss aber extra bezahlt werden. Wer jetzt die analogen Rundinstrumente favorisiert, ist an dieser Stelle raus. Die gibt's nicht mehr für Geld und gute Worte. Dafür aber die freundliche Sprachhilfe über MBUX mit "Hey Mercedes" und Augmented Reality.

Was das ist? Nun, die Frontkamera projiziert zum Beispiel an Kreuzungen ein Echtbild auf den Monitor, während die Elektronik einen blinkenden Pfeil einblendet, damit man ja nicht den richtigen Weg verfehlt. Eine, wenn man sich daran gewöhnt hat, wirklich feine Erfindung. Ob es die Energizing Komfortsteuerung mit Ambiente-Licht, Innenraumbeduftung, Stimmungsdetektor und Massagesitzen braucht, muss jeder für sich entscheiden.

Startergenerator für Sechszylinder

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Die Heckleuchten sind bei der neuen E-Klasse deutlich geschärft worden.

(Foto: Mercedes-Benz AG)

Interessanter ist da schon, dass mit der neuen E-Klasse sieben Plug-in-Hybride als Limousine und T-Modell, Benziner und Diesel, mit Heck- und Allradantrieb an den Start gehen. Bei den Hybriden liegt die rein elektrisch zurückzulegende Fahrstrecke bei den über viele Hersteller obligaten 50 Kilometern. Die mit oder ohne zusätzlichen E-Motor verfügbaren Benziner haben ein Leistungsband von 156 bis 367 PS. Bei den Diesel-Triebwerken reicht die Bandbreite von 160 bis 330 PS. Der im Portfolio befindliche Vierzylinder wird mit einem integrierten 48-Volt-Startergenerator ausgestattet, der eine zusätzliche Leistung von 180 Newtonmetern zur Verfügung stellt und vor allem durch Rekuperation und die Möglichkeit des Segelns bei abgeschaltetem Motor Sprit sparen soll.

Den Startergenerator wird es erstmals in der E-Klasse auch für die Modelle mit Reihensechszylinder-Benziner und -Diesel geben. Um die Abgasnormen auf lange Sicht einzuhalten, wurde der bereits bekannte Vierzylinder mit der internen Bezeichnung OM 654 und der Sechszylinder-Diesel mit einer erweiterten Abgasnachbehandlung ausgestattet. Man darf also gespannt sein, wie sich die neuen Modelle der E-Klasse im realen Betrieb anfühlen. Über eine erste Mitfahrt konnte auf den Seiten von ntv.de bereits berichtet werden.

Quelle: ntv.de