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Einer für Europa Neuer Kia Sportage - scharf geschnitten

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Der neue Kia Sportage hat durch sein neues Blechkleid deutlich an Attraktivität gewonnen.

(Foto: Holger Preiss)

Eine Schönheit war der Sportage in seiner letzten Auflage nicht. Mit dem neuen Modell ändert sich das radikal. Der aktuellen Designsprache folgend kommt die fünfte Auflage ausgesprochen schnittig daher. Vor allem als GT-line könnte der Koreaner viele Freunde gewinnen.

Kia bleibt seiner Idee treu, den europäischen Markt mit Fahrzeugen zu bedienen, die genau auf das hiesige Publikum zugeschnitten sind. Jetzt hat es auch den neuen Sportage in der fünften Generation erwischt. Und es steht ihm gut, das neue Blechkleid. Scharf gezogene Linien, Scheinwerfer, die da sind, wo sie hingehören und nicht wie beim Vorgänger auf den Kotflügeln, sorgen gemeinsam mit dem durch ein LED-Leuchtband messerscharf geteilten Heck für einen sehr sportlichen Auftritt des Kompakt-SUV.

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Besonders sportlich zeigt sich der Sportage als GT-line.

(Foto: Holger Preiss)

Sportlich ist auch gleich das Stichwort: In der Topversion fährt auch der Sportage wieder als GT-line vor. Hier gibt es als Kontrast noch ein schwarzes Dach, auf Wunsch große 19-Zoll-Räder und eine veränderte Front- und Heckschürze. Unter der Haube des GT-line arbeitet der 1.6 T-GDI mit Mildhybridsystem. In seiner stärksten Ausführung leistet es 180 PS. Hört sich nach spontaner Leistungsentfaltung an? Jein! Was der Treibsatz nämlich gar nicht mag, und da hilft auch die 48-Volt-Mildhybridtechnologie als Booster nicht, ist die spontane Leistungsabfrage. Wird der Pin ungestüm Richtung Bodenblech bewegt, dreht der Motor hoch, klingt angestrengt, für einen Moment geradezu hilflos, um dann verzweifelt, aber nicht kraftvoll anzuschieben.

Mit Bedacht geht es besser

Anders ist es, wenn der Fahrer das Gaspedal mit Bedacht bewegt, den beiden Einheiten, bestehend aus Verbrenner und kleinem E-Motor, Zeit gibt, über die Elektronik den Moment des gemeinsamen Antritts zu steuern. Dann schiebt das Paket die knapp 1,8 Tonnen souverän in neun Sekunden auf Landstraßentempo und beschleunigt ohne tonale Aufregung und ein sauber schaltendes Doppelkupplungsgetriebe über sieben Stufen das Gefährt und Passagiere bis auf 201 km/h. Wobei es schon eines gewissen Anlaufs bedarf, um sich in dieser Spitzengeschwindigkeit über die freien Stücke der Autobahn zu bewegen. Ohne Probleme ist aber Tempo 180 drin und auch hier muss lobend erwähnt werden, dass der Vierzylinder nicht übermäßig laut wird, sondern seinen Arbeitswillen mit Zurückhaltung unter Beweis stellt.

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Die Preise für den Kia Sportage starten bei 27.790 Euro. Für eine GT-line werden dann aber schon 10.000 Euro mehr fällig.

(Foto: Holger Preiss)

Weniger zurückhalten ist hingegen der Verbrauch. Kombiniert gibt Kia 6 Liter über 100 Kilometer an, in der ersten Ausfahrt waren es 8,4 Liter. Wer mit dem rechten Fuß vorsichtig umgeht, der dürfte diesen Wert aber locker um 1 Liter senken können. Senken kann man den Verbrauch natürlich auch, wenn man sich für die 150-PS-Variante des Mildhybrid entscheidet. Während der Große nämlich mit Allrad und mindestens 37.990 Euro in der Liste steht, gibt es den Kleinen mit Frontantrieb und Schaltgetriebe für 33.090 Euro. Wer den Sparstrumpf noch weniger belasten möchte, geht ohne 48-Volt-Technik und für 27.790 Euro ins Rennen. Alle drei Varianten sind - so verspricht Kia - mit dem Marktstart verfügbar. Lediglich der Plug-in-Hybrid mit einer Nennleistung von 265 PS, die sich aus dem 180 PS Benziner im Zusammenspiel mit einem 91 PS leistenden E-Motor ergibt, kommt erst Mitte 2022. Seine Kraft schöpft der E-Antrieb übrigens aus einem 13,8-kWh-Lithium-Ionen-Polymer-Akku. Allerdings hat das Teilzeitstromern über knapp 60 Kilometer dann auch seinen Preis. Mindestens 44.390 Euro werden hier fällig.

Beigaben verbessern Fahrverhalten

Doch egal für welchen Antrieb man sich bei dem 4,52 Meter langen Sportage entscheidet, auch den bekannten Diesel mit 136 PS wird es geben, beim Fahrverhalten dürften sie sich kaum unterscheiden. Den stärkeren Benziner und den Diesel gibt es auf Wunsch mit Allradantrieb. Der Clou sind die neuen "Terrain Mode"-Funktionen, die auch auf rutschigem Untergrund oder im leichten Gelände ausreichend Traktion bieten. Natürlich kann auch auf der Straße zwischen den Fahrprogrammen Eco, Normal und Sport gewählt werden. Im GT-line war der letzte Modus mit einem Motorsport-Sound unterlegt, der gar nicht unangenehm war, weil er sich elegant im Hintergrund hielt, aber dennoch präsent war. Wichtiger für das Fahrverhalten ist aber der Umstand, dass die neue N3-Plattform für mehr Stabilität sorgt. Zudem hat Kia die Lenkung optimiert. Das heißt, sie gibt mehr Rückmeldung, ist angenehm direkt, zeigt aber kaum Veränderungen, wenn man in den Sport-Modus schaltet.

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Modern und sehr wertig wirkt das neue Interieur des Kia Sportage. Ob die Klavierlackeinlagen Freude bereiten, darf aber bezweifelt werden.

(Foto: Kia)

Für die GT-line gibt es übrigens zudem noch serienmäßig eine elektronische Dämpferkontrolle, die durch ihre kontinuierliche Regelung den Komfort und die Sicherheit steigern soll. Das System reagiert auf Karosseriebewegungen und Lenkbefehle, wobei blitzschnell das Dämpfungsverhalten verändert wird, um Tauch-, Wank- und Nickbewegungen des Fahrzeugs in Kurven entgegenzuwirken. Und tatsächlich führt das dazu, dass mit dem Sportage ein feiner Strich ums Eck gezogen werden kann. Für die Sicherheit sorgen aber auch neue Assistenzsysteme, wie zum Beispiel der Autobahnassistent, der den Sportage mit eingestellter Geschwindigkeit mittig in der Fahrspur hält. Oder die adaptive Geschwindigkeitsregelanlage mit Stop-and-go-Funktion, die jetzt navigationsbasiert arbeitet und so auch im Vorfeld auf kommende Kurven reagieren kann. Was es für den Sportage allerdings in keiner Ausstattungslinie und nicht für Geld oder gute Worte gibt, ist ein Head-up-Display.

Bedienleiste mit Pfiff

Nun kann man sich angesichts des neuen Interieurs aber auch streiten, ob das notwendig ist, denn eigentlich findet der Fahrer alle Informationen in dem gewölbten Panoramadisplay, das das volldigitale Kombiinstrument und den Touchscreen, über den zum Beispiel das Navi bedient wird, miteinander vereint. Natürlich gibt es auch die Totwinkelkamera, deren Bild jeweils nach Blinkanzeige rechts oder links im Hauptdisplay eingeblendet wird. Und auch sonst sind genau da in ganz individuellen Anzeigen alle relevanten Fahrdaten abzulesen. Wirklich gelungen und durchdacht ist aber die "Multi-Mode-Bedienleiste" unterhalb des Touchscreens. Hier gibt es neben zwei Drehreglern eine Reihe von Sensortasten, mit denen per Doppelbelegung zum einen das Infotainmentsystem, zum anderen die Klimaanlage per Fingertipp gesteuert werden kann. Niemand muss sich, und das ist wirklich klasse, stundenlang durch irgendwelche Menüs wühlen.

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Das Volumen des Kofferraums des Kia Sorento ist von der jeweiligen Motorisierung abhängig und schwankt zwischen 526 und 591 Litern.

(Foto: Kia)

Schick ist auch die Gestaltung der Mittelkonsole. Nicht nur, dass sich die Getränkehalter per Knopfdruck ein- und ausklappen lassen, auch der Gangwahl-Drehschalter - ob man den gut findet, ist Geschmackssache -, der Fahrmodischalter und die induktive 15-Watt-Ladestation für Smartphones sind hier sehr formschön untergebracht. Einziger Wermutstropfen ist der schwarze Klavierlack, der kratzempfindlich ist und zudem sehr empfänglich für Staub und Fettfinger.

Wer in der zweiten Reihe Platz nimmt, dem wird nicht nur eine angenehme Knie- und Kopffreiheit im neuen Sportage auffallen, sondern auch die beiden Ladebuchsen an den Vordersitzen und die üppigen, in die Kopfstützen integrierten Kleiderbügel und Haken in den Lehnen. Das sollte ebenso für Ordnung sorgen wie der Kofferraum, der je nach Motorisierung zwischen 526 und 591 Liter Stauraum bietet. Wird die Rückenlehne per Fernentriegelung umgeklappt, stehen im besten Fall sogar 1780 Liter zur Verfügung.

Quelle: ntv.de

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