Auto

Breit, bullig, bissigNissan macht den 370Z zum Nismo

13.06.2013, 09:28 Uhr

Eine schärfere Optik, etwas mehr an Leistung und ein satter Preisaufschlag: Fertig ist die neue Sportikone von Nissan der 370Z Nismo. Doch reicht das, um sich vom bereits gut im Saft stehenden Serienmodell abzuheben?

Nach den offenbar nicht so beflügelten Elektrophantasien von Nissan haben sich die Verantwortlichen auf ihren Haustuner Nismo besonnen und bringen wieder eine gehörige Portion Benzin und Sportlichkeit ins Spiel. Den Anfang hat der Juke Nismo gemacht, jetzt folgt der 370Z Nismo. Das zweisitzige Coupé kostet in der sportlich-geschärften Version allerdings auch satte 44.900 Euro.

Auf den ersten Blick ein ordentlicher Aufschlag, den Nissan für die Nismo-Variante des 370Z verlangt. Immerhin werden hier für lediglich 14 PS mehr fast 12.000 Euro fällig. Der 3,7-Liter-V6 liefert jetzt 344 PS an die Hinterräder. Das Drehmoment hat ebenfalls leicht zugelegt – um acht Newtonmeter auf 371 Newtonmeter. Bei Tempo 250 bremst die Elektronik wie in der Standardversion ein.

Natürlich macht es einen Unterschied, ob 328 PS oder 344 PS für Vortrieb sorgen oder ob 364 Newtonmeter oder eben 371 Newtonmeter an der Kurbelwelle zerren. Natürlich hat ein solcher Zuwachs Auswirkungen auf das Fahrerlebnis. Bleibt die Frage, ob der nicht motorsportlich-aktive Fahrer die Unterschiede bemerkt? Mag sein, dass der 370Z Nismo etwas härter im unteren und mittleren Drehzahlbereich zubeißt, aber schon das Serienmodell ist in dieser Hinsicht nicht besonders zahm. Auch das knackige Sechsgang-Schaltgetriebe ist nicht neu. Dass der Standardspurt um 0,1 Sekunden schneller und nun in 5,2 Sekunden absolviert werden kann - geschenkt. Ebenfalls nur am Rande sei der Durchschnittsverbrauch vermerkt: 10,6 Liter (248 g/km). Ein Wert, der bei artgerechter Nutzung des Fahrzeugs nur gut für die steuerliche Einstufung ist, an der Zapfsäule aber mitnichten erwartet werden kann.

Das Fahrwerk macht den Unterschied

Beim deutlich strafferen Fahrwerk des Nismo treten die Unterschiede dann schon markanter zu Tage oder anders ausgedrückt: Der Fahrerkomfort leidet, dafür wird der Fahrspaß für Fahrer mit gesunden Bandscheiben umso größer. Die Nissan-Ingenieure haben viel Arbeit in die Fahrwerksabstimmung gesteckt. Harte Federn und straffere Dämpfer standen ganzen oben auf der Anforderungsliste. Zur weiteren Erhöhung der Rollsteifigkeit trägt die nochmals verstärkte Strebe zwischen den vorderen Federbeindomen bei.

Die Folgen dieser deutlich sportlichen Auslegung sind gut spürbar. Zum einen rauscht der Nismo wie am Schnürchen gezogen um die Kehre. Zum anderen erhalten die Insassen jederzeit Rückmeldung über die Straßenbeschaffenheit. Werden Querrillen noch leicht gefiltert an den Popometer durchgereicht, verhindern Längsfugen, dass der Fahrer unaufmerksam wird und die Konzentration verliert. Auch kleine Straßenunebenheiten sind in einem regen Dialog mit den Insassen.

Kerniger Sound sorgt für Aufmerksamkeit

Apropos Dialog: Der 370Z Nismo hört sich gut an. Aus den im Durchmesser vergrößerten Endrohren entweicht ein kerniger Sound und lässt bei innerstädtischen Fahrten vor allen Dingen die Jugend dem Auto hinterher schauen. Ein weiterer kurzer Gasstoß an der Ampel zaubert dem einen oder anderen Heranwachsenden ein breites Grinsen ins Gesicht und etwas älteren Bürgern den Finger an die Stirn. Aber wen juckt das schon, wenn man in Windeseile entschwindet.

Optisch fällt der sportliche Zweisitzer durch seine geschmiedeten und dunkelgrau lackierten 19-Zoll-Leichtmetallfelgen samt rot lackierten Bremssätteln sowie das Nismo-Bodykit mit Spoilerlippe, Seitenschwellern und großem Heckflügel auf. Im Interieur unterstreichen ein Alcantara-Lederlenkrad mit roter Markierung für die Geradeausstellung der Lenkung, Nismo-Sportsitze sowie ein überarbeiteter Drehzahlmesser (bis 9000 Umdrehungen) den sportlichen Charakter des Fahrzeugs. Ansonsten bleibt die Innenraumgestaltung unverändert. Die Platzverhältnisse sind für lang gewachsene Menschen beschränkt, der Kofferraum reicht für das nötigste Gepäck und die Materialauswahl geht für das Preis-Leistungs-Verhältnis in Ordnung.

Als echte Sportskanone ist der 370Z Nismo mit rund 45.000 Euro ein wirklich günstiges Angebot, zumal die Serienausstattung recht üppig ausfällt. Ein Navigationssystem mit Touchscreen und Rückfahrkamera gehören hier wie die Metallic-Lackierung zur Serienausstattung. Im Vergleich zu einem Porsche Cayman S oder Audi TT RS ist er so gesehen sogar ein Schnäppchen.

Quelle: ntv.de, hpr/sp-x