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Rekord fürs Guinness-Buch Porsche Taycan - 210 Runden in der Drift

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Der Porsche Taycan auf der kreiselnden Rekordfahrt am Hockenheimring.

(Foto: Porsche)

Rekorde waren schon immer gut, um die Potenz eines Autos ins rechte Licht zu setzen. Noch besser sind natürlich Einträge im Guinness-Buch der Rekorde. Ob die Drift des Porsche Taycan über 42,171 Kilometer dazugehört, ist Ansichtssache. Fakt ist, er hat es als erstes Elektroauto geschafft.

Was tut man nicht alles, um ein Elektroauto ins rechte Licht zu rücken? Porsche zum Beispiel hat jetzt einen Taycan 210 Runden im Kreis fahren lassen. Nein, nicht was Sie denken, sondern auf der 200 Meter langen Kreisbahn mit zugehöriger Bewässerungsanlage zur Haftreibungs-Reduktion auf dem Gelände des Hockenheimrings. Man ist also 42,171 Kilometer gedriftet. Warum? Nun, weil dieser Gaudi einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde bringt.

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Unter strenger Kontrolle wird der Drift-Rekord erfahren.

(Foto: Porsche)

Na ja, ganz so einfach ist es dann doch nicht. Bevor die Rekordfahrt losgehen konnte, musste sich Dekra-Prüfingenieurin Denis Ritzmann davon überzeugen, dass das Auto in einem straßentauglichen Serienzustand ist. An ihrer Seite die mehrfache Drift-Europameisterin Joanne Brent. Klar, es geht ja hier um ihr Fachgebiet.

Taycan mit Heckantrieb

Allerdings soll nicht unerwähnt bleiben, dass es sich bei dem zum Kreiseln benutzten Taycan nicht um ein hier verfügbares Modell mit Allradantrieb handelt, sondern um jenes, das bislang nur in China vorgestellt, mit reinem Hinterradantrieb unterwegs ist. Das also war dann auch das Werkzeug für den Chef-Instrukteur am Porsche Experience Center am Hockenheimring, Dennis Retera. Dessen Aufgabe aus Zuffenhausen war es, vor den Augen der beiden Jurorinnen einen Weltrekord für den längsten Drift in einem Elektroauto zu fahren.

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Viel Wasser, einen ruhigen Fuß und eine sichere Hand bracht es für den Weltrekord.

(Foto: Porsche)

Und wie der Herr Retera so seinen Dienstwagen für die anstehende Weltrekordfahrt betrachtet, lobt er den tiefen Schwerpunkt, für den die Batterie im Unterboden sorgt, schaut auf den langen Radstand, der Stabilität beim Querfahren verspricht, und überschlägt die Kraft, die mit 761 PS Nennleistung und einem maximalen Drehmoment von 1050 Newtonmeter ausreichend sein dürfte, ordentlich Kraft auf die Antriebsräder zu bringen. Keine Rolle spielen hier der Standardsprint von 2,8 Sekunden auf Tempo 100 oder die Reichweite von mindestens 388 Kilometern. Auch den Preis von knapp 182.000 Euro kann Retera getrost vernachlässigen.

Driften durch den Kreisverkehr?

Für ihn zählt einzig, dass der Asphalt bewässert ist. Und trotz dieser Maßnahme ist das Grip-Niveau nicht überall im Kreis gleich. Das macht es nicht einfacher, und Retera muss den Drift mehr mit dem Lenkrad als mit dem Gaspedal kontrollieren. Nach wenigen Runden hat der 34-jährige Niederländer den Dreh raus. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 46 km/h fährt sich der Mann über 55 Minuten, 42,171 Kilometer und 210 Runden schwindelig.

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Vielleicht hat ja nach diesem Rekord der eine oder andere Kunde eines Taycan Lust, in Zukunft durch den Kreisverkehr zu driften.

(Foto: Porsche)

Am Ende steigt Retera aus dem Elektro-Boliden und kann den ultimativen Drift-Rekord für ein Elektroauto nach Zuffenhausen melden. Ob eine solche Glanzleistung zur Reputation des Fahrzeugs beiträgt, darf gern bezweifelt werden.

Es sei denn potenzielle Kunden sehen sich in Zukunft bemüßigt, ihren Taycan über knapp eine Stunde in irgendeinem Kreisverkehr fliegen zu lassen. Und so gilt am Ende auch hier: Wer hat, der kann, muss aber nicht.

Quelle: ntv.de