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Fitnesstraining britischer ArtRange Rover Sport D350 - kein Athlet, eher Hobbysportler

02.02.2026, 07:11 Uhr
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Der Range Rover Sport ist eine um 10 Zentimeter verkürzte, etwas dynamischer abgestimmte Version des "großen" Range Rover. (Foto: Land Rover)

Im neuen Jahr aktiver werden: Der Range Rover Sport wäre eine Möglichkeit, diesen Vorsatz umzusetzen. Schweißtreibend ist hier jedoch nur der Preis. Der D350 bietet hohen Fahrkomfort und einen bärigen, laufruhigen und recht sparsamen Antrieb. Doch er macht merkliche Wankbewegungen, die Bedienung ist nicht immer logisch und die Spracherkennung schwach.

Was macht eigentlich Range Rover? Ein richtig neues Modell haben die Briten schon seit längerer Zeit nicht mehr auf den Markt gebracht, halten sich vielmehr mit Überarbeitungen über Wasser. Schlecht läuft es deswegen aber nicht. In Deutschland gab es im vergangenen Jahr für Land Rover/Range Rover immerhin knapp über 13.000 Zulassungen; mit einem Plus von 7,3 Prozent zu 2024 lagen SUV-Spezialisten deutlich über Marktniveau (plus 1,4 Prozent). Zum Vergleich: Jeep, deutlich weniger hochpreisig unterwegs als die Briten, kam im vergangenen Jahr auf knapp über 12.000 Zulassungen.

Der von uns getestete Range Rover Sport ist im Portfolio der Marke eines der neueren Fahrzeuge, die aktuell dritte Generation startete vor etwas mehr als drei Jahren. Moment mal: "Sport"? Na ja, in erster Linie ist dieses Modell eine um 10 Zentimeter verkürzte, etwas dynamischer abgestimmte Version des "großen" Range Rover und hat auch mehr oder weniger die gleichen Antriebe zur Verfügung. Wir entschieden uns für den D350, mithin den größten Diesel, einen Reihensechszylinder mit - der Name sagt es schon - 258 kW/350 PS Leistung.

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Der Sechszylinder-Diesel lieferte eine durchweg überzeugende, zum Fahrzeug passende Performance ab. (Foto: Land Rover)

Es gibt den Selbstzünder noch in zwei weiteren, schwächeren Versionen als D250 mit 183/249 PS und als D300 mit 221 kW/300 PS. So oder so halten wir den Diesel für die passendste Antriebsform für ein immerhin schon leer fast 2,4 Tonnen wiegendes Fahrzeug - schon allein wegen der möglichen Reichweite und auch wegen des Praxisverbrauchs. Der lag zwar mit knapp über 10 Litern deutlich über der Norm von 7,4 Liter/100 Kilometer, allerdings legten wir einen Großteil der Teststrecken auf Autobahnen und bei erhöhtem Tempo zurück. Realverbräuche von 8 bis 9 Litern scheinen uns im Alltag realistisch.

Durchweg überzeugende Performance

Der Sechszylinder lieferte eine durchweg überzeugende, zum Fahrzeug passende Performance ab. Der bärige Diesel und die schnell reagierenden ZF-Achtgang-Automatik bilden zudem ein harmonisches, konfliktfrei miteinander arbeitendes Duo. Der Range Rover Sport ist damit ideal motorisiert: antritts- (5,9 s von 0-100 km/h) und end-schnell (234 km/h Spitze) sowie wie erwähnt ausreichend sparsam.

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Der Range Rover Sport D350 ist knapp 5 Meter lang. (Foto: Land Rover)

Das immerhin knapp 5 Meter lange Trumm ist natürlich immer mit Allradantrieb und den damit verbundenen markentypischen Geländeeigenschaften ausgestattet, auch wenn die meisten dieser Fahrzeuge (und ihre Fahrer) Matsch und Geröll nur vom Hörensagen kennen werden. Ebenfalls immer an Bord ist eine dynamische Luftfederung, die wesentlich zur komfortablen, in Verbindung mit der hohen Sitzposition auch erhabenen Fortbewegung beiträgt. Gegen Aufpreis steht bei diesem Modell auch eine Allradlenkung zur Verfügung, die das Rangieren und das Fahren in der Stadt deutlich erleichtert.

Kein Athlet, sondern maximal Hobbysportler

Für höhere Ausstattungsvarianten, wie bei unserem Testwagen, gibt es auch einen elektronisch gesteuerten Wankausgleich (Dynamic Response Pro), der den hohen Aufbau des Fahrzeugs größtenteils im Griff behält, aber nicht alle Bewegungen verhindern kann. Ein Nachteil der komfortablen Grundeinstellung ist zudem ein merkliches Nachfedern auf Querrillen. Hier merkt man: Anders als der Name suggeriert, ist der Range Rover eben kein Athlet, sondern maximal ein Hobbysportler. Aber das wissen die Fans und Käufer des Modells ja ganz genau.

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Das Lenkrad im Range Rover Sport D350 ist überraschend klein. (Foto: Land Rover)

Ein Highlight ist der Innenraum, eine gelungene Mischung aus Gediegenheit und Modernität, vor allem aber gemütlich und dabei doch stilsicher eingerichtet. Das überraschend kleine Lenkrad versucht noch mal, wenigstens im Ansatz ein sportlicheres Gefühl zu erwecken, mehr ist aber nicht drin. Der starke, laufruhige Motor, die kommode Abstimmung, die sehr guten Sitze und die nicht besonders direkt ausgelegte Lenkung prädestinieren den Range für lange Strecken, gerne auf deutschen Autobahnen. Wir überzeugten uns aber auch davon, dass er einen Alpenpass souverän bewältigen kann, wenn es denn sein muss.

Bedienung nicht immer logisch

Nicht auf der Höhe der Zeit bewegen sich teils die Assistenzsysteme. Besonderes zu nennen wäre hier die häufig verständnislos agierende Sprachsteuerung und die für Verkehrszeichen aller Art häufig blinde, nun ja "Verkehrszeichenerkennung".

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Der Innenraum des Range Rover Sport D350: gediegen und modern. (Foto: Land Rover)

Wie stets bei modernen Autos und insbesondere bei sogenannten Premiummodellen kommt die schlechte Nachricht zum Schluss: Mindestens 128.800 Euro kostet der D350, der kleinste Diesel ist mit 91.700 Euro deutlich günstiger. Und es ist nicht so, dass man seine heutzutage natürlich nur noch virtuelle Geldbörse mit der Entscheidung zu höheren Ausstattungsversionen bzw. Einzeloptionen nicht noch weiter entleeren könnte - tatsächlich sind die Preise bei Range Rover äußerst selbstbewusst.

Wem dies nichts ausmacht und wer ein komfortables Langstreckenfahrzeug ohne Reichweitenprobleme sucht, der könnte mit einem Diesel aus dem Range-Rover-Sport-Kosmos glücklich werden. Es muss ja nicht gleich der stärkste und teuerste Selbstzünder sein. Ach ja: Wenn schon das Fahrzeug das "Sport"-Versprechen nicht wirklich einlösen kann, Fahrer und Insassen sollten schon noch gut in Schuss sein. Denn das Entern des hoch bauende Range gestaltet sich nicht so einfach, wie man es von SUV gewohnt ist.

Range Rover Sport D350 - technische Daten

  • Fünftüriges, fünfsitziges SUV der Oberklasse

  • Länge: 4,95 m, Breite: 2,05 m (mit Außenspiegeln: 2,21), Höhe: 1,82 m, Radstand: 3,00 m, Kofferraumvolumen: 647 - 1.860 Liter

  • 3,0-Liter-R6-Diesel, Mildhybrid, 258 kW/350 PS, maximales Drehmoment: 700 Nm bei 1.500 - 3.000 U/min, 8-Gang-Automatik, Allradantrieb

  • 0-100 km/h: 5,9 s, Vmax: 234 km, Normverbrauch: 7,4 Liter/100 Kilometer, CO2-Ausstoß: 195 g/km, Abgasnorm: Euro 6d, CO2-Klasse: G, Testverbrauch: 10,2 Liter/100 Kilometer

  • Preis: ab 128.800 Euro

Quelle: ntv.de, Peter Eck, spx

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