Vorsicht falsche Richtung!Schilder gegen Geisterfahrer
Die Schilder sind riesengroß und neongelb, eine abwehrende Hand warnt: "Stop". Auf nahezu 40 Kilometern der A 8 werden insgesamt 36 Warntafeln aufgestellt. Sie sollen Fahrer daran hindern, in die falsche Richtung auf die Autobahn zu fahren.
Ein Pilotprojekt gegen Geisterfahrer hat Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) gestartet. Auf nahezu 40 Kilometern der Autobahn 8 zwischen Bad Reichenhall und der Anschlussstelle Übersee werden insgesamt 36 Warntafeln aufgestellt.
Nach Angaben des Ministeriums fahren jährlich etwa 1700 Autofahrer auf deutschen Schnellstraßen mit getrennten Fahrstreifen auf der Gegenfahrbahn. Manchmal endet eine solche Fahrt tödlich. Der ADAC und das Statische Bundesamt kommen in ihren Erhebungen zu anderen Zahlen.
"Mit unseren Warntafeln wollen wir wachrütteln", sagte Ramsauer. Dabei wisse er, dass nicht alle Geisterfahrten aus Unachtsamkeit passierten: "Wir können vorsätzlich herbeigeführte Falschfahrten, wie etwa Wenden auf der Autobahn, nicht durch diese Warntafeln verhindern." Ein erster Bericht zur Wirksamkeit der Schilder soll im Jahr 2012 vorliegen. Ramsauer folgt damit dem österreichischen Vorbild, wo es Geisterfahrt-Warnschilder schon länger gibt.
Experten halten wenig von Schildern
Seit mehr als zehn Jahren sollen die drastischen Warnungen an österreichischen Autobahnauffahrten Autofahrer von Fahrten in die falsche Richtung abhalten. Aber in Österreich bringen die Warnungen wenig. "Wichtiger ist es, die Auffahrten so zu gestalten, dass man unausweichlich auf die richtige Spur geführt wird", sagte Markus Schneider vom österreichischen Autofahrerclub ÖAMTC der Nachrichtenagentur dpa. "Denn wenn ich erst einmal an ein solches Schild komme, ist es ja schon zu spät", erklärte Schneider.
Die Sprecherin des Autobahnbetreibers ASFINAG, Klaudia Niedermühlbichler, sieht das ähnlich: "Auch eine Unmenge an Schildern garantiert nicht, dass die Botschaft wahrgenommen wird" meint Niedermühlbichler. Oft starteten Falschfahrer nach dem Besuch einer Raststätte in die falsche Richtung - das geschehe häufiger als an Autobahnauffahrten.
Doch solche Schilder stehen in der Alpenrepublik nur an Stellen, wo Autobahnauffahrt und -abfahrt über die gleiche Rampe führen. Warntafeln auch an anderen Zufahrten anzubringen, ist nach Ansicht der Unternehmenssprecherin keine Lösung: "Die wenigsten Geisterfahrer nehmen versehentlich die falsche Auffahrt."