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Sicherer durch den Winter Schmalere Reifen fahren im Schnee besser

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Von O bis O – von Oktober bis Ostern: Langsam wird es Zeit für Winterreifen.

(Foto: picture alliance / Angelika Warm)

An den Winter mag noch keiner denken - dennoch ist für Autobesitzer jetzt ein guter Zeitpunkt, sich passende Reifen zuzulegen. Denn bereits im Herbst können winterliche Straßen die Autofahrer in Deutschland überraschen. Was es dabei zu beachten gilt, erklären Experten.

Noch gibt es eine große Auswahl an Winterreifen und freie Termine für die Montage. Der Automobilclub von Deutschland (AvD) empfiehlt daher, sich jetzt mit dem Thema zu befassen. Grundsätzlich gilt für Winterreifen: Je schmaler, desto besser für die Fahrt in Schnee und Eis.

So wie bei Regen ein breiter Reifen eher aufschwimmt, so rutscht er auch auf glatter Fläche schneller weg. "Je schmaler der Reifen ist, desto höher ist das Gewicht, das auf einem Stück Reifenfläche lastet", erklärt Malte Dringenberg vom AvD. "So kann ein schmalerer Reifen mehr Schnee beiseite drücken." Auf trockener Fahrbahn sind dagegen breitere Reifen besser. Autofahrer sollten daher im Blick haben, bei welchen Wetterverhältnissen sie im Winter vor allem unterwegs sind.

Wer für Fahrten auf Schnee und Eis den empfohlenen Reifendruck um 0,2 bar erhöht, macht die Reifen zudem griffiger. Denn der höhere Druck öffnet das Lamellenprofil der Winterreifen stärker. Bei überwiegend trockener oder nasser Fahrbahn ist dagegen der angegebene Reifendruck am besten.

Im Winter größtmöglichen Querschnitt wählen

Generell rät der AvD für den Winterbetrieb zu Reifen mit dem größten für das Fahrzeug zugelassenen Querschnitt. Beim Reifen kann man diesen auf der Reifenplanke ablesen. Die erste - meist dreistellige - Zahl ist die Reifenbreite in Millimetern. Die Zahl hinter dem Schrägstrich gibt den Querschnitt an. Je niedriger die erste Zahl, desto schmaler ist somit der Reifen. Je höher die zweite Zahl, desto größer der Querschnitt.

Was für sein Auto zugelassen ist, kann der Halter am besten im Handbuch nachlesen. Im Fahrzeugschein stehen aus Platzmangel nicht mehr alle für das Auto zulässigen Größen. Vor dem Kauf sollte außerdem ein Gespräch mit dem Händler stehen. Der weiß im Zweifelsfall, welcher Reifen für welches Auto und den Einsatzzweck am besten passt.

Situative Winterreifenpflicht

Wann der richtige Zeitpunkt für den Wechsel auf Winterreifen gekommen ist, hängt von der Witterung ab. Denn in Deutschland gilt eine sogenannte situative Winterreifenpflicht. Das heißt: Unabhängig vom Datum müssen Autos bei Glatteis, Schneematsch, Reif- und Eisglätte auf Winterpneus rollen, erklärt der Auto Club Europa (ACE). Als richtigen Zeitraum nennt ACE-Technikexperte Marcel Mühlich die Faustformel "von O bis O, Oktober bis Ostern". Schon im Herbst sei mit Temperaturstürzen und schwierigen Streckenverhältnissen zu rechnen.

Wer bei Winterbedingungen auf Winterreifen verzichtet, muss mit einem Bußgeld in Höhe von 60 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen. Und wer durch eine falsche Bereifung nicht nur sich selbst in Gefahr bringt, sondern auch andere Verkehrsteilnehmer behindert, kann mit noch höheren Geldsummen belastet werden.

Wechsel nach spätestens zehn Jahren

Winterreifen tragen dazu bei, Bremsweg und Kurvenhaftung des Autos zu verbessern. Dafür ist eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern gesetzlich vorgeschrieben. Mühlich empfiehlt aber grundsätzlich mehr: Im Sommer sollte man nicht mit weniger als drei Millimeter Profiltiefe fahren, im Winter nicht mit weniger als vier Millimeter. Bei Nässe tritt das Problem des Aquaplaning auf, bei dem das Wasser nicht verdrängt werden kann - und je weniger Restprofil, desto früher geschieht das. Das Auto schwimmt dann auf und lässt sich nicht mehr lenken. Bei Schneefall sei hingegen der Grip ohne Winterreifen nicht mehr gewährleistet.

"Nach zehn Jahren sollten Reifen spätestens gewechselt und nach sechs Jahren überprüft werden", sagt Mühlich. Zu erkennen sind neue Winterreifen am Alpine-Symbol, einem dreigezackten Bergpiktogramm mit Schneeflocke. Seit Januar 2018 ist diese zusätzliche Kennzeichnung Pflicht. Wer ältere Winterreifen ausschließlich mit M+S-Markierung besitzt, kann sich auf einen Bestandschutz bis 30. September 2024 berufen. Anhand eines vierstelligen Zahlencodes am Ende der sogenannten DOT-Nummer an der Reifenflanke können Autofahrer das Alter von Reifen ermitteln. Der Code gibt Woche und Jahr der Herstellung an. "0710" zum Beispiel steht für die siebte Woche des Jahres 2010.

Quelle: n-tv.de, sni/dpa

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