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Damals wie heute Skoda Karoq - bleibt einfach gut

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Das Facelift brachte dem Skoda Karoq optisch Verfeinerungen an Front und Heck, wobei besonderes Augenmerk auf die Aerodynamik gelegt wurde.

(Foto: Holger Preiss)

In den letzten vier Jahren wurde in 60 Ländern eine halbe Million Karoq verkauft. Bei Skoda ist das SUV hinter dem Octavia der Bestseller schlechthin. Vielleicht ist das auch der Grund, warum der Facelift 2022 doch recht überschaubar ausgefallen ist. Aber macht das was?

Manchmal fühlt man sich bei der Präsentation eines neuen Autos, als würde man durch die Zeit reisen. Allerdings nicht in die Zukunft, sondern in die Vergangenheit. Dabei wäre es vermessen zu behaupten, die Kollegen von Skoda hätten sich für den Facelift des Karoq nichts einfallen lassen. Aber anders als all die neuen Elektroautos fährt das Mittelklasse-SUV wie anno dunnemals im Jahr 2017 zur Markteinführung mit Verbrennermotoren vor. Natürlich gehören die der aus dem VW-Konzern stammenden "EVO-Generation" an, also den sehr effizienten Triebwerken. Prinzipiell sind es aber eben schlicht und ergreifend Benziner und Diesel.

Zwei klare Favoriten beim Antrieb

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Schmale Heckleuchten sollen dem neuen Skoda Karoq optisch mehr Dynamik verleihen.

(Foto: Holger Preiss)

Und die sind, das lehrt die Vergangenheit, was den Vortrieb eines Fahrzeuges oder die Langstreckentauglichkeit und schnelle Betankung betrifft, gar nicht schlecht. Ganz im Gegenteil. Zwei Motoren sind bei der Ausfahrt im neu gestalteten Karoq dann auch klare Favoriten: der 2,0 TDI mit 150 PS und der 1,5 TSI, der die gleiche Anzahl an Pferden unter der Haube hat. Beide Vierzylinder-Triebwerke lassen sich nach wie vor mit einem manuellen Sechsganggetriebe oder einem siebenstufigen Doppelkupplungsgetriebe verbandeln. Not hat man bei keinem, die maximale Kraft an die Räder zu bringen. Die manuelle Schaltung ist wie gehabt leichtgängig und präzise und das DSG arbeitet ohne Verzug und unmerklich.

Beim frontgetriebenen Diesel liegen dann auch 340 Newtonmeter an, der Allradler, der immer mit Automatik angeboten wird, bringt es auf maximal 360 Newtonmeter. Der Benziner mit 150 PS drückt ausschließlich 250 Newtonmeter auf die Vorderräder. Sie ahnen es? Rennmaschinen sind beide nicht, aber ganz famose Wanderer, die in der Spitze über 200 km/h schnell werden können und bei normaler Fahrweise dann auch mit Verbräuchen zwischen 6,0 und 6,8 Litern geglänzt haben. Glänzen kann der Karoq auch mit seiner Dämmung. Weder Roll- noch Motorengeräusche dringen unangenehm oder gar aufdringlich in den Innenraum.

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Die Seitenlinie des Skoda Karoq hat sich nicht verändert, dafür aber die Aerodynamik-Räder, die es in den Größen 17 bis 19 Zoll gibt.

(Foto: Holger Preiss)

Natürlich gibt es für Sparfüchse auch weiterhin den Dreizylinder mit 110 PS oder die Sportskanone mit Zwei-Liter-Benziner und 190 PS. Gerade für Letztgenannten empfiehlt sich dann auch die optional bestellbare adaptive Fahrwerksregelung DCC und die Progressivlenkung. Dank der permanenten Überwachung der Fahrsituation und der damit verbundenen Dämpfereinstellungen und der Lenkung sorgt das DCC nicht nur für mehr Komfort, sondern auch für mehr Sicherheit. Hinzu kommen natürlich die Fahrprofile, bei denen der Fahrer zwischen Eco, Comfort, Normal und Sport wählen oder sich bei Bedarf ein ganz eigenes Programm zusammenstellen kann. In Summe sorgt das DCC dann auch dafür, dass man den Karoq problemlos auch etwas schneller um die Kurve bewegen kann.

Erstaunliches Offroad-Können

Das geht natürlich noch besser, wenn der Allradantrieb auch die hinteren Räder beim Kurvenlauf einbezieht. Der macht den nach wie vor 4,39 Meter langen Tschechen dann auch in einer Art und Weise geländetauglich, die man dem Kompakten nicht zutraut. Mit dem optionalen Offroad-Programm sperrt er die Räder dank Lamellen-Kupplung dort, wo es nottut, lässt den Karoq sanft eingebremst selbst steile Berge mit losem Sand oder glattem Stein überwinden. In Summe geht die Offroad-Tauglichkeit tatsächlich über das Erwartbare hinaus. Erst wenn die Grenze der Bodenfreiheit erreicht ist, wenn die Steine, die es zu überfahren gilt, zu groß werden, stößt das SUV an seine Grenzen und der Fahrer auch.

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Der Skoda Karoq kann als 4x4 und mit Offroad-Paket definitiv mehr als Schotterpisten überwinden.

(Foto: Skoda)

Allerdings würde kein Mensch im Normalfall auf den Gedanken kommen, solche Wege zu befahren. Es sei denn, und auch das hat sich leider nicht geändert, das Navigationssystem weist den Weg als zum Ziel führend aus. Das geschieht in der Regel, weil das Navi extrem langsam reagiert. Kurven sind schon umlaufen, bevor der Hinweis zum Abbiegen kommt. Und bitte nicht missverstehen, das geschieht nicht etwa, weil der Fahrer im Geschwindigkeitsrausch unterwegs ist, sondern bei einer den Verkehrsvorschriften angepasster Fahrweise.

Und was ist jetzt neu?

Aber genug gehadert. Es wird Zeit, einen Blick darauf zu werfen, was das Facelift denn nun Neues für den Tschechen gebracht hat. Wer genau hinschaut, der wird in der Front jetzt einen hexagonalen Kühlergrill mit breiter Chromspange erkennen und ihm wird auffallen, dass der Karoq nunmehr aus schmaleren LED-Scheinwerfern mit neuer Vier-Augen-Grafik strahlt. Auch die LED-Rückleuchten haben sich optisch verengt. Und wie das bei einem Facelift so ist, hat sich natürlich auch der Stoßfänger verändert.

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Im Innenraum gibt es auf Wunsch nachhaltige Materialien, ein größeres Zentraldisplay und neue Zierelemente. Ansonsten bleibt alles beim Alten.

(Foto: Skoda)

Hier gilt es aber mehr als nur eine optische Anpassung zu vermelden. Denn ein schwarz genarbter Frontspoiler und L-förmige Air Curtains sorgen dort für reduzierte Luftverwirbelungen und Luftströmungen an den Radhäusern. Wer einen Karoq mit Allradantrieb fährt, bekommt eine weiter aerodynamische Beigabe. Hier wurde die Tankverkleidung optimiert, die jetzt auch die Hinterachse abdeckt. Und weil das alles nicht nur für einen geringeren Verbrauch, sondern auch für einen optimierten CO₂-Ausstoß sorgt, wurden auch noch die Leichtmetallfelgen optimiert.

Und wer nun auch noch das Klima und die Umwelt schützen will, kann für seinen Karoq das Eco-Paket ordern. Hier sind die Sitzbezüge aus recycelten PET-Flaschen. Ansonsten halten sich die Änderungen im Innenraum in Grenzen. Außer neuen Zierleisten und neuen Farben hat sich hier nichts verändert. Auf Wunsch gibt es mit 10,25 Zoll ein größeres digitales Kombiinstrument in der Mittelkonsole. Das Smartphone lässt sich weiterhin über Bluetooth mit der Einheit verbinden, eine induktive Ladestation ist ebenfalls vorhanden und natürlich lassen sich Apple CarPlay und Google Auto problemlos einbinden. Das hatte schon damals was, war seinerzeit bei Skoda ganz neu und ist immer noch ein Feature, das nicht jeder Hersteller für seine Autos anbieten kann.

Assistenten weiter sensibilisiert

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Auch am Platzangebot ändert das Facelift beim Skoda Karoq nichts. Das bleibt wie gehabt für die Klasse großzügig und virtuos.

(Foto: Skoda)

Verbessert wurden auch die Assistenzsysteme. Die Bedienung erfolgt wie gehabt über die Lenkradtasten und einen separaten Hebel links unter dem Lenkrad. Das mag etwas altertümlich anmuten, hat aber den Vorteil, dass hier ganz klar getrennt wird, was und wer wofür zuständig ist. In Summe wurde die Kamera des Travel Assist verbessert, ebenso die Verkehrszeichenerkennung und der adaptive Spurhalteassistent, der jetzt auch Baustellen und andere Fahrbahnbegrenzungen erkennt. Ansonsten kann der Parkassistent den Karoq immer noch präzise längs und quer in die Lücken zirkeln, der Rangierassistent erkennt Hindernisse vor und hinter dem Fahrzeug und steigt bei Gefahr schon mal hart in die Eisen.

Und so ist der Skoda Karoq am Ende das geblieben, was er schon seit vier Jahren war: ein universelles SUV, das je nach Bedarf als Familienkutsche, als Einkaufswagen, Langläufer oder auch als softer Offroader genutzt werden kann. Die Preise starten bei 25.290 Euro. Die oben empfohlenen Motorisierungen sind mit 32.500 Euro für den Benziner und 31.020 Euro für den 150 PS starken Diesel zu haben. Der Sportfreund, der den Karoq in Form des 2,0 TSI mit 190 PS wählt, muss dann schon 42.490 Euro überweisen.

Tatsächlich soll Skoda momentan noch in der Lage sein, verbindliche Bestellungen für einen neuen Karoq entgegenzunehmen. Wie lange das so bleibt, kann man in Mladá Boleslav aber auch nur orakeln, denn kein Mensch weiß, wann der Krieg in der Ukraine ein Ende findet oder sich die Lage auf dem Chip-Markt stabilisiert.

Quelle: ntv.de

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