Auto

Legenden neu aufgelegt Spaß abseits eines Porsche 911

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Der Aline A110 könnte mit einem Kampfgewicht von knapp einer Tonne und 250 PS eine echte Alternative zu einem Porsche 911 sein.

(Foto: Dacia)

Sportwagen mit Tradition sind gefragt. Wer sich hier interessiert, der muss nicht zwingend auf einen Porsche 911 setzen. Da gibt es Alternativen mit positiv aufgeladener Geschichte und einer bis zu 100 Jahre zurückreichenden Tradition. Hier sind fünf Beispiele.

Geht es um neue Sportwagen mit langer Geschichte, werden die meisten an den Porsche 911 denken. Doch die Ikone aus Zuffenhausen ist bei weitem nicht der einzige Traditionalist am Markt. Auch einige andere Boliden können sich auf eine glorreiche Vergangenheit berufen. Die modernen Versionen werden dabei den historischen Vorbildern allerdings auf sehr unterschiedliche Weise gerecht.

Alpine A110

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Alpine ist für Franzosen so etwas wie Porsche für die Deutschen. Nun kommt die ikonische Sportwagenmarke unter Renault-Regie zurück.

(Foto: Holger Preiss)

Aus der Gruft der eigentlich toten Sportwagenmarken hat Renault jüngst die Marke Alpine zurück ins Rampenlicht gestellt. Und hierfür wurde nicht einfach ein bestehendes Renault-Modell in einer verschärften Variante präsentiert, sondern die legendäre Sportwagenmarke mit einem eigenständigen und von Grund auf neu konstruierten Modell wiederbelebt. Der neue Sportwagen darf gleich in mehrfacher Hinsicht mit Stolz den historischen Namen Alpine tragen. Bereits optisch sind die Parallelen zum Vorbild aus den 1960er Jahren unverkennbar: Dabei ist die Front mit ihren LED-Leuchten das entscheidende Zitat des Ur-A110. Dennoch haben die Franzosen es nicht versäumt, dem A110 eine ganz moderne Erscheinung zu geben.

Auch fahrtechnisch ist die neue Alpine ein modernes Auto und zugleich eine Hommage an das legendäre Vorbild. So hat Renault besonderes Augenmerk auf das Gewicht gelegt, denn der von einem kleinen Benziner angetriebene Ur-A110 wog deutlich unter 800 Kilogramm. Die neue Alpine bescheidet sich mit 1080 Kilogramm und wird dabei von einem 250 PS starken 1,8-Liter-Benziner in nur 4,5 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 beschleunigt. Natürlich ist eine solche Leichtbau-Flunder nicht billig, doch die 55.000 bis 60.000 Euro für die Start-Edition erscheinen angesichts des Gebotenen als durchaus faires Angebot.

Bristol Bullet 7

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Bristol feiert in diesem Jahr ein Comeback mit dem Bullet 7.

Ein anderer wiederbelebter Automythos ist Bristol. Bei der besonders schrulligen Traditionsmarke sind 2011 die Lichter ausgegangen. Doch dank eines neuen Investors mit neuem Geld ist der Kulthersteller seit 2017 wieder im Rennen. Bullet heißt der coole Roadster, der mit seinem feschen Retrokleidchen imponiert. Aluchassis und Karosserieteile aus Kohlefaserlaminat sorgen für eine insgesamt nur 1,1 Tonnen leichte Konstruktion. Der 374 PS starke BMW-V8 erlaubt eine Sprintzeit von 3,8 Sekunden. Wer sich mit der Autolegende Bristol schmücken will, muss allerdings rund 300.000 Euro für einen Roadster Bullet hinlegen.

Ford Mustang

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Seit über 50 Jahren baut Ford den Mustang.

(Foto: Holger Preiss)

Zu den traditionellsten Sportwagenlegenden mit sogar lückenfreier Historie gehört der Ford Mustang. Der Klassiker wird schon seit über 50 Jahren und in der mittlerweile sechsten Generation gebaut. Und seit einiger Zeit kann man diese auch offiziell wieder über Ford in Deutschland erwerben. Zu einem vergleichsweise günstigen Preis, denn die 317 PS starke Ecoboost-Version (Vierzylinder!) ist ab 38.000 Euro zu haben. Wer Mustang-Kult in Kombination mit dem traditionellen V8-Motor haben will, muss 44.000 Euro investieren. Dann bietet das Wildpferd herrliches V8-Blubbern, 421 PS und einen ebenso klassischen wie unzeitgemäßen Durst. Auch hier bleibt sich der Mustang treu.

Corvette

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Wenig gemeinsam hat die Corvette inzwischen mit ihren Ur-Ahnen.

Ebenfalls auf althergebrachte V8-Tradition setzt Chevrolet bei der Corvette, die schon seit über 60 Jahren und in bereits sieben Generationen gebaut wird. Abgesehen vom V8-Prinzip hat die Neuauflage optisch und technisch mit dem coolen Cruiser aus den 1950er Jahren allerdings nichts mehr gemein. Mittlerweile ist die Vette ein Extrem-Keil von äußerst agiler Art mit viel moderner Technik. Die klassische 6,2-Liter-Maschine mobilisiert 455 PS, was einen Sprint in 4,2 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 290 km/h erlaubt. Obwohl die Marke Chevrolet sich vom deutschen Markt verabschiedet hat, wird hierzulande weiterhin die Corvette angeboten. Kostete der scharfe Keil zur Markteinführung im Jahr 2014 noch rund 70.000 Euro, sind es mittlerweile 95.000 Euro.

Morgan Aero 8

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Auf eine sogar über 100-jährige Tradition kann der Morgan Threewheeler zurückblicken.

Wem alle bisher genannten Sportwagen zu modern sind und zu wenig Tradition haben, sollte sich bei Morgan umschauen. Sieht man einmal von der Alu-Konstruktion Aero 8 ab, umweht alle Morgan-Modelle das Flair der 1930er Jahre. Nicht ganz zufällig sieht es in den traditionellen Produktionshallen der britischen Kultmarke in Malvern Hills nicht aus wie in einer Autofabrik, sondern wie in einer Tischlerei. Sogar auf eine über 100 Jahre Historie kann der Threewheeler blicken, der ursprünglich zwischen 1910 und 1952 gebaut wurde und im Jahr 2012 von Morgan wiederbelebt wurde.

Wie vor 100 Jahren trägt der Neuzeit-3-Wheeler seinen V2-Motor unverhüllt vor sich her. Trotz lediglich 82 PS sind durchaus sportliche Fahrleistungen angesagt: Das etwas über 500 Kilogramm schwere Dreirad sprintet in sechs Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 und wird maximal 185 km/h schnell. Wer dieses ungewöhnliche und besonders traditionsreiche Mobil haben will, muss rund 45.000 Euro investieren.

Quelle: n-tv.de, hpr/sp-x