Auto

Saisonabhängige DepressionUnfälle durch Herbstmüdigkeit

22.11.2005, 09:50 Uhr

Die grassierende Herbstmüdigkeit ist für Autofahrer ein besonderes Risiko. Der Grund für das verstärkte Schlafbedürfnis vieler Menschen im Herbst ist die "saisonabhängige Depression".

Die grassierende Herbstmüdigkeit ist für Autofahrer ein besonderes Risiko.

Der Grund für das verstärkte Schlafbedürfnis vieler Menschen im Herbst ist nach Angaben des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) die "saisonabhängige Depression" (SAD). Die Symptome äußern sich in Müdigkeit, die Betroffenen fühlen sich matt, niedergeschlagen und antriebslos. Hauptursache ist laut DVR das fehlende Sonnenlicht. Bei längerer Dunkelheit erhöht sich im Körper die Produktion des Hormons Melatonin, das das Schlafbedürfnis regelt.

"Manche Menschen reagieren besonders sensibel auf diesen Stoff", erklärt Rainer Hillgärtner vom Auto Club Europa (ACE). Verkehrsteilnehmer, die unter SAD leiden, seien dann möglicherweise den Anforderungen des Straßenverkehrs nicht mehr gewachsen. Ohnehin ermüden Autofahrer im Herbst und Winter schneller, sagt DVR-Sprecher Bernd Kulow: "Das Fahren in der Dämmerung ist anstrengender." Außerdem würden die Augen bei den durch Nebel, Niesel und Regen zusätzlich schlechteren Sichtbedingungen stärker belastet.

Leider werde Müdigkeit jedoch von vielen unterschätzt. "Müdigkeit bewirkt ähnliche Effekte wie das Fahren unter Alkoholeinfluss", warnt Kulow. So können die Wahrnehmung getrübt und Reaktionszeiten herabgesetzt sein. Außerdem droht der gefährliche Sekundenschlaf. Um der Herbstmüdigkeit entgegenzuwirken, kann nach Angaben des ACE viel Bewegung an der frischen Luft helfen. Auch eine vitaminreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse kann sinnvoll sein. DVR-Sprecher Kulow empfiehlt Berufspendlern zudem, abends rechtzeitig ins Bett zu gehen, um morgens ausgeschlafen zu sein. "Wichtig ist, für sich herauszufinden, wie der Körper reagiert", rät Kulow. Wer etwa feststellt, dass er im Herbst morgens schlecht in die Gänge kommt, sollte sich für Aufstehen und Frühstück mehr Zeit lassen.