Auto

Kompakt bis Luxus aus Vietnam VinFast kommt mit drei SUV nach Europa

Vinfast-VF33-169Gallery-6bda5cb2-1760065.jpg

Der VinFast VF33 ist das Luxus-SUV der Vietnamesen. Wer will, bekommt neben dem E-Antrieb auch einen Treibsatz von BMW.

(Foto: VinFast)

Sie haben noch nie etwas von VinFast gehört? Das ist nicht schlimm, denn der vietnamesische Autobauer ist erst seit knapp drei Jahren aktiv. Doch bereits 2022 will das Unternehmen hierzulande drei SUV in unterschiedlichen Klassen mit E-Antrieb und Verbrennern von BMW anbieten.

Bereits 2018 hatte VinFast sich mit zwei Modellen auf dem Pariser Autosalon präsentiert und nicht nur bei ntv.de für einiges Aufsehen gesorgt. Das lag nicht nur am Design, sondern auch daran, dass der Hersteller nicht aus China oder Südkorea stammt - er hat seine Heimat in Vietnam. Begründer von VinFast ist Pham Nhat Voung. Seines Zeichens der erste Milliardär des Landes, der sich mit dem Unternehmen einen Traum erfüllte.

Vinfast-VF31-169Gallery-fe6515df-1760058.jpg

Das kleine SUV in Form des VF31 dürfte in Europa optisch polarisieren.

(Foto: VinFast)

Doch während VinFast in Paris noch zwei Fahrzeuge in Form eines SUV und einer Limousine mit Verbrennungsmotoren von BMW für den heimischen Markt präsentierte, gibt das Unternehmen unterdessen bekannt, dass es im kommenden Jahr drei SUV mit E-Antrieb und Verbrenner auf dem europäischen Markt platzieren wird. Auch in den USA wollen die Vietnamesen zur gleichen Zeit Fuß fassen. Der Bestellstart für die in drei Segmenten angesiedelten SUV mit den Bezeichnungen VF31, VF32 und VF33 beginnt im Februar 2022, die Auslieferung soll dann bereits im Sommer 2022 erfolgen.

Vom Kleinwagen bis zum Luxus -SUV

Der VinFast VF31 startet mit einer Länge von 4,30 Meter im sogenannten C-Segment. Der E-Motor leistet 115 PS und stellt ein maximales Drehmoment von 190 Newtonmetern zur Verfügung. Die Kapazität der Batterie geben die Vietnamesen mit 42 Kilowattstunden an, was nach eigenen Angaben eine Reichweite von 300 Kilometern garantiert. Doch während die größeren Brüder der VF-Familie der Designsprache von Pininfarina zu folgen scheinen, präsentiert sich der VF31 eher im Hausanzug. Optisch sticht der kleinste Vertreter doch mit einem sehr eigenwilligen Design aus dem Dreigestirn heraus. Ob das hierzulande seine Fans finden wird, bleibt abzuwarten.

Vinfast-VF32-169Gallery-18ad32ac-1760064.jpg

Mit 4,75 Meter Länge ist der VinFast VF32 etwa so groß wie ein VW Tiguan.

(Foto: VinFast)

Gefälliger wirkt da schon der VF32, der sich mit seinen 4,75 Meter in der Länge bereits mit einem VW Tiguan messen kann. Hier hat der Kunde dann auch die Wahl zwischen Front- oder Allradantrieb. Letztgenannter wird durch zwei Elektromotoren an Vorder- und Hinterachse abgesichert und verspricht einen permanenten Vortrieb über alle vier Räder. In der Standardversion treibt den VF32 ein 204 PS starker E-Motor an, der ein maximales Drehmoment von 320 Newtonmetern bereitstellt. Wer sich für die Premiumvariante entscheidet, bekommt ein E-Triebwerk mit 408 PS und 640 Newtonmetern. Die Kapazität des Akkus für das Mittelklasse-SUV gibt VinFast mit 90 Kilowattstunden an, was die Fuhre immerhin 504 Kilometern weit bringen soll.

Allerdings bieten die Vietnamesen für den VF32 auch einen Benzinmotor an. Wie bereits bei den in Paris vorgestellten Fahrzeugen handelt es sich um den von BMW gekauften 2,0-Liter-Vierzylinder mit 189 PS mit einem maximalen Drehmoment von 280 Newtonmetern. Das dürfte dann auch der Motor sein, den BMW zum Beispiel im X3 20i verbaut. Dort sorgt er für eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 8,3 Sekunden und eine Spitzengeschwindigkeit von Tempo 215. Mit Blick auf einen zu erwartenden geringeren Preis als der, den BMW für den X3 aufruft, könnte der VF32 in dieser Form eine attraktive Alternative sein.

Auf dem neuesten Stand der Technik

Vinfast-innenraum.jpg

Der VinFast VF31 zeigt sich voll digitalisiert, der VF33 digitalisiert, aber auch minimalistisch mit Tesla-Anleihen.

(Foto: Vinfast)

Zumal die Vietnamesen sich auch bei den technischen Gadgets nicht lumpen lassen. Zum einen eint alle Fahrzeuge von VinFast, dass sie mit autonomen Fahrfunktionen der Stufe 2 bis 3 ausgerüstet sind, zum anderen gibt es im Innenraum einen 10 oder 12,8 Zoll großen Touchscreen, Lenkrad- und Sitzheizung sowie eine Klimaanlage mit Hepa-Filter. In China wurde der sogar zur Viren-Abwehr angepriesen. Nun, wie dem auch sei, interessanter ist, dass in den höchsten Ausstattungsvarianten 14 Kameras Objekte in einer Entfernung von bis zu knapp 700 Metern erkennen. Insgesamt sind 19 Sensoren an Bord, die einen Radius von 360 Grad abdecken und selbst bei Geschwindigkeiten über 100 km/h noch aktiv sind. Die dafür nötigen Rechenprozesse besorgt ein Orin-X-Chip, der bis zu 200 GB Daten pro Sekunde verarbeiten kann.

Das alles können sich Interessenten dann auch in die Luxusvariante, den VF33 packen lassen. Das 5,12 Meter lange SUV mit einem imposanten Radstand von 3,15 Metern übertrifft dann auch gleich mal einen lediglich 4,92 Meter messenden BMW X5 oder einen gleichlangen Mercedes GLE.

Vinfast-VF33-2-e1611318587238-850x480-1.jpg

Seine Fans könnte der wuchtige VF33 vor allem in den USA finden.

Auch beim VF33 steht die Wahl zwischen E-Antrieb oder Verbrenner. Erstgenannter geht mit Allradantrieb, 408 PS und einer 106 kWh großen Batterie an den Start - was immerhin für 550 Kilometer reicht. Der Verbrenner kommt erneut von BMW, generiert als Vierzylinder aus zwei Litern Hubraum 228 PS und stellt ein maximales Drehmoment von 350 Newtonmetern zur Verfügung.

Wollte man die drei SUV nach ihrer optischen Attraktivität bewerten, würden viele mit Sicherheit dem VF33 den Vorzug geben. Die Wuchtbrumme scheint nah an den Vorgaben, die Pininfarina 2018 für den LUX SA 2.0 gemacht hat und erfreut sich sogar noch teilweise an Anleihen, die man bei Land Rover genommen zu haben scheint. Schade, dass VinFast die Preise noch nicht bekannt gegeben hat.

Quelle: ntv.de