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Schärfer gezeichnet als seinerzeit der Skoda Rapid, löst der Scala den nicht wirklich erfolgreichen Kompakten 2019 ab.
Schärfer gezeichnet als seinerzeit der Skoda Rapid, löst der Scala den nicht wirklich erfolgreichen Kompakten 2019 ab.
Freitag, 07. Dezember 2018

Jetzt geht's gegen den Golf: Weltpremiere für den Skoda Scala

Von Holger Preiss

Die große Überraschung bleibt bei der Präsentation des Skoda Scala in Tel Aviv aus. Zu viel hatten die Tschechen über das Auto schon preisgegeben. Fakt ist, der Kompakte geht als echter Golf-Gegner an den Start.

Am Heck des Scala gibt es nicht nur statt des Skoda-Logos einen Schriftzug, sondern auch LED-Licht.
Am Heck des Scala gibt es nicht nur statt des Skoda-Logos einen Schriftzug, sondern auch LED-Licht.

Wirklich überraschen konnte Skoda bei der Weltpremiere des Scala in Tel Aviv nicht mehr. Hatten die Tschechen doch im Vorfeld schon dafür gesorgt, dass auch das letzte Geheimnis gelüftet wurde. Zudem zeigte sich die auf der Pariser Auto Show gezeigte Studie Vision RS so dicht an der Serie, dass auch die Linien des neuen Kompakten den Betrachter nicht mehr vom Hocker reißen. Doch wie dem auch sei, der Nachfolger des Rapid ist angetreten, um die Jünger des Golf in Gänze davon zu überzeugen, dass die Tschechen auch hier eine Alternative bieten können. Und die Chancen stehen nicht schlecht, das hat man in Mladá Boleslav schon mit dem Octavia eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Mehr Sicherheit im A-Segment

Fakt ist, dass die neue Designsprache des Scala einen Ausblick auf die kommenden Modelle von Skoda wirft und dass der Wagen die Standards, was Technologie und Sicherheit betrifft, im A-Segment neu definiert. Und hier ist nicht gemeint, dass die Heckklappe statt des Logos jetzt einen Skoda-Schriftzug trägt. Vielmehr geht es um das frei konfigurierbare Virtual Cockpit mit einem 10,25 Zoll großen Display, das ebenso optional angeboten wird wie der 9,2 Zoll große TFT-Bildschirm oberhalb der Mittelkonsole.

Funktional und sehr aufgeräumt präsentiert sich der Innenraum des Skoda Scala.
Funktional und sehr aufgeräumt präsentiert sich der Innenraum des Skoda Scala.

Wie bereits jetzt in den neueren Modellen der Marke können die Türen über das Smartphone ver- und entriegelt werden oder Navigationsdaten vom Endgerät an das Navigationssystem senden. Per eSIM wird über LTE eine Hochgeschwindigkeits-Internetverbindung hergestellt, so dass keine zusätzliche SIM-Karte oder der Aufbau eines Hotspots über das Handy notwendig ist. Serienmäßig wird es einen Notruf und einen sogenannten Proaktiven Service geben. Das ist alles nicht neu, aber gut zu wissen.

Zu den Sicherheitssystemen im Scala gehören in Serie Spur- und Frontradar, die helfen sollen, Unfälle zu vermeiden. Alles darüber hinaus steht in der Optionsliste und muss extra bezahlt werden. Dazu gehört der Side Assist, der bis zu einer Entfernung von 70 Metern das Umfeld des Wagens in Bewegung überwacht und gleichsam dabei hilft, dass der Scala selbständig ein- und ausparken kann. Natürlich gibt es auch einen aktiven Abstandstempomaten, der in einem Geschwindigkeitsbereich von bis zu 210 km/h arbeitet.

Ausblick auf neue Designsprache

Auf schlanken 4,36 Meter Länge soll der Skoda Scala so viel Platz wie ein Octavia bieten.
Auf schlanken 4,36 Meter Länge soll der Skoda Scala so viel Platz wie ein Octavia bieten.

Von außen betrachtet folgt der Scala den Linien, die der einstige Designchef Josef Kaban seinerzeit mit dem Octavia zwei angefangen hat. Allerdings zeigt sich der Scala noch um einiges verschärfter in den Linien, die ihm ins Blech geschnitten wurden. Mit seinen kompakten Maßen ist der Scala für die Passagiere recht großzügig bemessen. Im Innenraum reicht der Kompakte nach Aussagen von Skoda sogar an die Maße des Octavia heran. Dabei ist der Scala mit 4,36 Metern Länge, 1,79 Meter Breite und 1,47 Meter Höhe ein echter Kompakter. Der Kofferraum dürfte mit 467 Litern und bei umgelegter Rücklehne mit 1410 Litern Stauraum keine Probleme bereiten.

Befeuert wird der Scala mit den bekannten Motoren aus dem VW-Portfolio. Die Range reicht vom 1,0-Liter-Dreizylinder mit manuellem 5-Gang-Getriebe mit 95 PS bis zum Top-Benziner, dem 1,5-Liter-Vierzylinder mit 150 PS, dessen Getriebe über ein manuelles 6-Gang-Getriebe oder die bekannte 7-Gang-Automatik bespielt wird. Auch ein Diesel ist mit dem 1,6 TDI im Programm. Der leistet 115 PS, kann ebenfalls per Hand über sechs Stufen geschaltet werden oder das 7-Gang-DSG übernimmt hier die Arbeit. Alle Motoren haben einen Partikelfilter und erfüllen nach Angaben von Skoda die Euro-6d-Temp-Norm. Als letzte Motorisierung bieten die Tschechen mit dem 1,0 G-TEC einen 90 PS starken Motor, der mit Erdgas betrieben werden kann. Hier erfolgt die Kraftübertragung aber ausschließlich über ein manuelles 6-Gang-Getriebe.

Über die Preise haben die Tschechen noch keine Angaben gemacht. Hinter vorgehaltener Hand ist aber die Rede von einem Einstiegspreis von 17.000 Euro. Wenn das so wäre, würden Sparfüchse für den Scala weniger bezahlen als für eine Rapid. Allerdings ist dann von den vielen begehrlichen Features kaum eines im Fahrzeug zu finden.

Quelle: n-tv.de