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Mobilitätstrends Wie fahren wir im Jahr 2019?

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Auf Messen zeigt sich die mobile Zukunft immer in den schillernsten Farben.

Das Robotaxi wird auch 2019 nicht auf den Straßen fahren und der Diesel steckt wohl weiter in der Krise. Dafür könnte die E-Mobilität einen Schub bekommen und wer sich der virtuellen Welt entzieht, bleibt künftig auf seinem Gebrauchten sitzen.

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Das Dieselfahrverbot wird 2019 kommen.

Der Blick in die Glaskugel für das Auto-Jahr 2019 zeigt viele Trends, die bleiben oder sich noch zuspitzen. Darunter: digitale Cockpits, Fahrverbote und der Siegeszug der SUV. Diesel-Krise, drohende -Fahrverbote und -Umtauschprämien – die bisher vor allem als sparsam bekannte Antriebsart beherrschte die automobile Themenlage 2018. Im kommenden Jahr steht nun die deutschlandweite Umsetzung der Fahrverbote an. Unter anderem in Stuttgart, Frankfurt, Köln, Bonn, Berlin, Essen und Gelsenkirchen müssen nach Gerichtsurteilen Beschränkungen eingerichtet werden.

Zwar haben Kommunen Maßnahmen dagegen angekündigt, dass nächstes Jahr Einfahrverbote für alte Dieselautos kommen, scheint aber außer Frage. "So wie in den 1970er Jahren die autofreien Sonntage Realität waren, werden 2019 die Dieselfahrverbote in vielen Kommunen großen Ärger und Staus verursachen", skizziert Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer von der Uni Duisburg-Essen ein düsteres Bild. Das dürfte dem deutlich gesunkenen Absatz von Dieselautos nicht wieder steigen lassen, laut Dudenhöffer stabilisiert er sich 2019 um 30 Prozent. Vor den Abgasmanipulationen lag der Anteil bei etwa 50 Prozent.

Erfolg für Elektroautos

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Elektroautos wie der Kia e-Niro werden 2019 gefragt sein.

Ein erfolgreiches Jahr hingegen dürfte die Elektromobilität erleben. Mehr Modellauswahl und ein steuerlicher Vorteil sind die Hauptgründe für den erwarteten Zuwachs. Neue E-Modelle wie Audi e-Tron, Mercedes EQC, Kia e-Niro und Soul EV, Honda Urban EV oder der elektrische DS3 Crossback sind angekündigt. Darüber hinaus könnte die Steuererleichterung für Elektro-Dienstwagen dem Markt einen Schub geben. Bisher müssen Arbeitnehmer, die ihren Firmenwagen privat nutzen, monatlich ein Prozent des Listenpreises als geldwerten Vorteil versteuern - für Elektro- und Plug-in-Hybride gilt ab 2019 der halbe Satz von 0,5 Prozent.

Dudenhöffer schätzt, dass 2019 rund 80.000 reine E-Autos neu zugelassen werden, das wären mehr als doppelt so viel wie dieses Jahr. Richtig Fahrt aufnehmen dürfte die E-Mobilität aber im Jahr danach: "Erst ab 2020 ist von einer sehr hohen Dynamik auszugehen", meint Experte Stefan Bratzel vom Auto-Institut der FH Bergisch Gladbach. Ausschlaggebend sei neben der Vielzahl der neuen E-Auto-Modelle, die dann auf den Markt kommen, auch der Druck, dass die Hersteller die europäischen CO2-Ziele erreichen müssen und Strafzahlungen verhindern wollen.

Virtuelle Welt kommt im Auto an

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Ohne großes Infotainment-System geht wohl in Zukunft nichts mehr!

Nicht zuletzt, wenn die achte Generation Golf 2019 mit großem Digital-Cockpit, Head-up-Display, umfassender Vernetzung und Sprachsteuerung startet, ist die virtuelle Welt im automobilen Massenmarkt angekommen. Was zur Folge hat, dass sich kaum ein Autokäufer dem mehr entziehen kann, vor allem in Hinblick auf den Wiederverkaufswert des Fahrzeuges. "Wer sich jetzt die digitale Sparbüchse kauft wird morgen drauf sitzenbleiben", meint Ferdinand Dudenhöffer. "So wie irgendwann Gebrauchtwagen ohne elektrische Türöffner oder Klimaanlagen Ladenhüter wurden, wird es mit digitalen Spardosen sein."

Mit digitalen Instrumenten will auch der VW T-Cross punkten, der als hochgelegte Alternative zum Polo eine der Neuheiten 2019 im beliebten SUV-Segment darstellt. Die auch für das kommende Jahr angenommene hohe Nachfrage lässt das Angebot weiterwachsen: Die Zahl der unterschiedlichen Baureihen wächst auf rund 100, wie aus einer Prognose des Marktforschungsinstituts Inovev hervorgeht. Darunter neben Neuauflagen von Nissan Juke, Mercedes GLA oder Range Rover Evoque auch Upgrades bekannter Modelle wie der coupéhafte Audi Q4 oder der geräumige Mercedes GLB. Die Marke von einer Million verkaufter SUV soll 2019 in Deutschland überschritten werden. Weniger Dynamik wird der Gesamtmarkt offenbar im kommenden Jahr erleben, hier ist laut Prognosen möglicherweise mit einem leichten Rückgang zu rechnen.

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Auch 2019 werden die SUV bei den Autokäufern am beliebtesten sein.

Auch wenn 2019 kaum ein neues Auto ohne teilautonome Fahrfunktionen debütieren kann, sind für das Autonome Fahren anscheinend zeitnah keine großen Sprünge zu erwarten. "Die Systeme werden in der Entwicklung vorangetrieben, aber der richtige Echteinsatz wird in Deutschland eher 10 statt 5 Jahre brauchen", glaubt Dudenhöffer. In China hingegen sieht der Professor Robotaxen bereit in drei Jahren im Einsatz.

Quelle: n-tv.de, hpr/sp-x

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