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Kleiner Mängelriese: Chevrolet AveoEin Vorreiter macht schlapp

13.10.2012, 16:00 Uhr
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Achsprobleme, schlechte Verarbeitung: Der Chevrolet Aveo der ersten Generation bekommt von Kfz-Experten wenig Lob. (Foto: Chevrolet)

Mit seiner Karosserieform war der Chevrolet Aveo ein Vorreiter. Als Gebrauchtwagen stellen ihm Experten jedoch keine guten Noten aus. Bemängelt werden unter anderem Probleme mit den Achsen.

In gewissem Sinne war der Chevrolet Aveo ein Vorreiter: Als er 2006 zunächst als Stufenheck auf den Markt kam, war die Karosserieform für ein nur 4,33 Meter langes Auto recht ungewöhnlich. Derzeit sind Limousinen mit kompakten Abmessungen wieder im Kommen - siehe Skoda Rapid, Seat Toledo oder Dacia Logan. Doch wer einen gebrauchten Aveo als nächstes Auto in Betracht zieht, sollte wissen, dass der Wagen einige Macken hat.

Laut dem "TÜV Report 2012" ist der Aveo ein Mängelriese, bei dem vor allem die Achsen Probleme machen - über alle Baujahre und doppelt so häufig wie bei anderen Fahrzeugen seiner Klasse. Bei Hauptuntersuchungen fielen den TÜV-Prüfern demnach oft auch mangelhafte Kraftstoff- und Abgasanlagen auf. Der ADAC verzeichnete für den Aveo defekte Nockenwellen- und Kurbelwellensensoren (Baujahre 2008/2009) sowie blockierende Hinterrad- und Feststellbremsen (2008).

Erst Limousine, dann Schrägheck

Der Aveo stammt aus der Kooperation von Chevrolet mit dem koreanischen Hersteller Daewoo. 2006 kam er als Limousine in den Handel, zwei Jahre später folgte das drei- oder fünftürige Schrägheck. Recht geräumig ist der Wagen im Innenraum, doch bemängelt der TÜV teils schlechte Verarbeitung, was sich an kratzempfindlichen Oberflächen und vibrierenden Spiegeln zeige. 2011 folgte die zweite Aveo-Generation.

Im Aveo kommen ausschließlich Reihenvierzylinder-Motoren zum Einsatz. Die Benziner leisten je nach Baujahr und Karosserieform zwischen 84 PS und 115 PS. Die erste Generation wurde noch mit einem Autogasantrieb angeboten. Diese LPG-Version nahm Chevrolet beim Generationswechsel zugunsten eines 1,3 Liter großen Diesels mit wahlweise 75 PS und 95 PS aus dem Programm. Den gibt es allerdings nur für das Fließheck.

Wer sich für einen solchen Wagen von 2011 interessiert, muss im Fall des Aveo 1.3 LTZ mit 95 PS und einer durchschnittlichen Laufleistung von 30.300 Kilometern der Schwacke-Liste zufolge rund 11.500 Euro einplanen. Ein älteres Stufenheck wie der 94 PS starke Aveo 1.4 16V LT von 2008 ist demnach für etwa 5350 Euro zu bekommen (Laufleistung: 54.000 Kilometer). Für das gleiche Auto in der LPG-Version seien um die 850 Euro mehr fällig.

Günstigster Aveo auf dem Gebrauchtwagenmarkt ist das Stufenheck 1.2 LS von 2006 mit 72 PS, das für rund 4000 Euro gehandelt wird. Solch ein Exemplar hat laut Schwacke im Schnitt 78.000 Kilometer auf dem Zähler.

Quelle: ntv.de, dpa