Praxistest

Peugeot 308 CCLiberté und Eleganz

23.05.2009, 13:18 Uhr
imageMarkus Mechnich

Mit dem Mehr an Sonne und den steigenden Temperaturen wächst der Wunsch nach frischer Luft beim Autofahren. Die Cabrio-Saison ist da. Pünktlich zur schönen Jahreszeit hat Peugeot den 308 in seiner offenen Version auf den Markt gebracht. Der 308 CC hat viel mehr zu bieten als einen warmen Nacken.

Viel Kritik hatte Peugeot für das 307 CC Cabrio einstecken müssen. Das Heck des Autos war allerdings auch reichlich unförmig geraten. Das sollte sich mit dem neuen Modell auf jeden Fall ändern, so die Vorgabe. Für die Designer keine einfache Aufgabe. Schließlich sollte man gleichzeitig ein Coupé mit einem Cabrio kreuzen. Doch die Kritik wog schwer und bei Peugeot hat man sie sich zu Herzen genommen. Das ist dem Auto schon auf den ersten Blick anzusehen. Ok, mit offenem Verdeck sieht der 308 CC immer noch weit besser aus als geschlossen. Aber auch wenn das Dach drauf ist werden die Coupé-Gene des Autos nicht versteckt. Eine gefällige Linie zieht sich homogen von der Motorhaube bis über die Kofferraumabdeckung. Das Heck schmiegt sich harmonisch in die Gesamtdarstellung des Autos, ist aber immer noch recht voluminös. Allerdings stimmt dieses mal der Gesamteindruck.

Warum man sich bei Peugeot derart viel Mühe mit dem großen der beiden Klappdachcabrios im Programm gibt, zeigt ein Blick in die Geschichte. Die Franzosen waren die Vorreiter unter den Klappdachherstellern bei den Klein- und Kompaktwagen. Als man auf dem Genfer Autosalon 1998 die Studie eines Klappdachcabrios auf Kleinwagenbasis zeigte, sorgte diese für großen Wirbel. Metallklappdächer wurden, wenn überhaupt, nur im Premiumsegment gebaut. Zu dem Zeitpunkt gab es genau ein Auto auf dem Markt.

Erstes Klappdach unter den Kleinwagen

Mit entsprechend viel Skepsis rümpfte die Konkurrenz die Nase. Doch der 206 CC, der aus der Studie hervorging, zeigte allen Skeptikern das Heck. Mit dem Modell schaffte es Peugeot ein neues Untersegment im überfüllten Kleinwagenmarkt aufzumachen. Mehr als 360.000 Autos wurden vom 206 CC weltweit verkauft. In Deutschland waren es fast 100.000 Einheiten.

Verständlich also, dass man sich die Marktführerschaft an dieser Stelle auf keinen Fall nehmen lassen will. Zumal die Verkaufszahlen der Klappdachcabrios bis 2007 stetig stiegen. Erst im vergangenen Jahr gab es einen kleinen Dämpfer. Doch den könnte die Abwrackprämie in diesem Jahr wieder wettmachen. Es dürfte einige Kunden geben, die sich mit dem Geld vom Staat etwas mehr Frischluft gönnen. Mit dem festen Dach muss ein 308 CC ja auch im Winter nicht in der Garage bleiben.

Ordentliches Fahrwerk

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Der Peugeot 308 CC macht auch geschlossen noch eine gute Figur (Foto: Markus Mechnich)

Bei der Fahrt durch die ersten Frühlingstage fiel vor allem das Fahrwerk positiv auf. Vorbei die Tage der schwankenden Fortbewegung. Ein gelungener Kompromiss zwischen Straffheit und Komfort transportiert die Passagiere. Die Innenausstattung zeigt sich gut verarbeitet und wertig. Den richtigen Sound zur neuen Offenheit bietet die serienmäßige, mp3-fähige Audioanlage mit sechs Boxen. Gegen verhältnismäßig geringe 950 Euro Aufpreis wird ein Navi mit 7-Zoll-Farbdisplay und Bluetooth-Freisprecheinrichtung daraus. In der Grundausstattung Tendance sind außerdem noch Klimaanlage, Nebelscheinwerfer und 16-Zoll-Alufelgen serienmäßig.

Auf den hinteren Sitzen ist der Platz für Erwachsene zwar knapp bemessen, aber ausreichend. Vorne fühlen sich hingegen auch großgewachsene Menschen wohl. Erfreulich ist die große Heckscheibe, die das Auto bei geschlossenem Dach relativ übersichtlich macht. Die Motorhaube und das Heck sind beim Parken jedoch nur mit einiger Übung gut abschätzbar. Es empfiehlt sich zumindest hinten die Einparkhilfe (310,- Euro) zu ordern. Problemzone bei allen Klappdachcabrios ist der Kofferraum. Der ist auch beim Peugeot 308 CC mit 226 Litern nicht gerade üppig ausgefallen. Wird das Dach geschlossen, dann werden daraus 403 Liter. Mehr als beim Vorgänger, aber nichts für die Großfamilie.

Sparsamer Diesel

Bei den Motoren setzt man den Schwerpunkt auf Dieselantrieb. Kein Wunder, schließlich kann Peugeot auf eine lange und gute Tradition bei den Selbstzündern zurückblicken. Zwei Aggregate mit 1,6 und zwei Litern Hubraum sind dazu im Angebot. Der kleinere leistet 120 PS, bietet 270 Newtonmeter Drehmoment und bringt ebenso wie der große Bruder serienmäßig Rußpartikelfilter und Sechsganggetriebe mit.

Der 2.0-Liter HDI-Motor leistet 140 PS. Dieser im Test gefahrene Motor zeigt sich mit seinen 320 Newtonmeter Drehmoment als eine äußerst ansprechende Motorisierung für den 308 CC. Er bietet ausreichend Kraft für eine flottere Gangart und genehmigt sich gleichzeitig nicht zu viel Sprit dafür. Mit 5,9 Liter ist er angegeben, in der Praxis reichten ihm rund sieben Liter. Der Benziner ist ein 1,6-Liter-Motor mit 120 PS ausgestattet und soll sieben Liter Benzin auf 100 Kilometern konsumieren. Für Juli hat Peugeot noch einen Turbobenziner und eine Automatik-Schaltung angekündigt.

Kein Schnäppchen, aber preiswert

Preislich gelingt der Start in die Open-Air-Welt des 308 mit dem kleinen Benziner und Basisausstattung bei 25.800 Euro. Das ist nicht billig, aber dennoch deutlich weniger als der größte Konkurrent hierzulande, der VW Eos. Unser Testwagen lag mit dem Zwei-Liter-Diesel und Premium-Ausstattung bei 30.150 Euro. Dieser Variante werden von Peugeot rund 60 Prozent des Bestellvolumens zugetraut. Dabei muss man für die umworbene Nackenheizung namens "Airwave" noch 710,- Euro Aufpreis zahlen. Oder man greift gleich zu der üppigen Platinum-Ausstattung, wo die Warmluft um die Schultern serienmäßig ist und auch sonst kaum noch Wünsche offen bleiben.

Der 308 CC ist eine ernsthafte Alternative zu den oft wesentlich teureren Konkurrenz-Cabrios in der Kompaktklasse. Neben dem Cabrio-Genuss bekommt der Kunde ein vollwertiges Auto. Sicher, bei Kofferraumvolumen und Platzangebot muss man schon Abstriche machen. Doch wenn im Sommer bei 30 Grad im Schatten andere in ihren geschlossenen Kästen schwitzen, werden wohl die meisten Käufer mit diesen Kompromissen sehr zufrieden sein.