Praxistest

Mit dem Diesel Strecke machen Mazda CX-5 - preiswert auf große Fahrt

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Was das Äußere betrifft, kann dem Mazda CX-5 eine zeitlose Schönheit bescheinigt werden.

(Foto: Holger Preiss)

Während sich andere Hersteller vom Diesel verabschieden, bringt Mazda im CX-5 ein überarbeitetes Triebwerk an den Start. Aber auch sonst haben die Japaner dem großen SUV neue Features unters Blech gezaubert, die man auf den ersten Blick nicht sieht, denn in Summe bleibt sich der CX-5 in allen Belangen treu.

Dass Fahrzeuge heutzutage alle drei Jahre eine zyklische Auffrischung bekommen, liegt nicht zuletzt an Herstellern wie Mazda. Die Japaner führten diese Modernisierungsregel ein, um das Interesse der Käufer hoch und die Konkurrenz in Schach zu halten. Und tatsächlich ist das über Jahre gelungen. Unterdessen will es aber so scheinen, als würden die deutschen Hersteller hier den Ton angeben, alle drei Jahre Neuheiten in ihre Fahrzeuge basteln und die Außenhaut schleifen. Ob das Nachlässigkeit der Asiaten ist oder nur der bewusste Umgang mit finanziellen Ressourcen, soll hier gar nicht geklärt werden. Denn in Zeiten eines Mobilitätswechsels und der daraus resultierenden Ungewissheit kann so ein Mazda CX-5, wie er jüngst zum Praxistest bei ntv.de vorfuhr, geradezu etwas Beruhigendes haben.

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Der 2,2-Liter-Diesel des Mazda CX-5 mit seinen 184 PS lädt vor allem auf die Langstrecke ein.

(Foto: Holger Preiss)

Tatsächlich sind es die einstigen Innovationsträger von Technologien, die sich irgendwie von der in Deutschland und Europa zelebrierten E-Mobilitäts-Euphorie so gar nicht anstecken lassen wollen. Wo in Deutschland auf absehbare Zeit die Motorenentwicklung eingestellt wird, da fährt so ein SUV wie der CX-5 mal locker mit einem feingeschliffenen Dieselaggregat vor. Wie gehabt schöpft das Skyactive-Triebwerk  aus 2,2 Litern Hubraum bis zu 184 PS und reicht ein maximales Drehmoment von 445 Newtonmeter an alle vier Räder des Testwagens. Wer den Frontantrieb bevorzugt, hat übrigens seit diesem Jahr hier die Gelegenheit dazu, sich für diese Art des Vortriebs zu entscheiden. Wie die am Ende auch ausfallen mag, Mazda verspricht für seine aufgepeppten Selbstzünder mehr Druck beim Antritt und weniger Verbrauch.

Kraftvoller Vortrieb

Was den spontanen Vortrieb betrifft, kann hier keine Anlage geführt werden. Da Mazda auf Spielereien wie Fahrmodi verzichtet, gibt es auch nur einen Antritt. Den kann man nicht sportlich, aber kraftvoll nennen. In 9,6 Sekunden ist der Spurt auf Landstraßentempo abgeschlossen und wer will, der kann das 4,55 Meter lange SUV auf der Autobahn bis auf Tempo 208 beschleunigen. Dabei sind mehrere Sachen zu beobachten: Die Beschleunigung erfolgt angenehm linear, was sportliche Ausrisse einfach ausschließt. Der Motor, der beim Start schon akustisch zu verstehen gibt, dass er ein Diesel ist, wird auf der Strecke angenehm tonlos und verrichtet seine Arbeit mit größtem Gleichmut. Das passt auch ganz ausgezeichnet zu dem ausgewogenen Fahrverhalten des CX-5. So unaufgeregt sein Vortrieb, so sorglos kann man mit ihm um die Kurven ziehen, der Allradantrieb regelt hier sicher ein.

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Mit 494 Litern Ladevolumen bietet der Mazda CX-5 als Diesel etwas weniger Stauraum als die Benziner.

(Foto: Holger Preiss)

Auch über das Automatikgetriebe gibt es keine Klagen. Wirklich spürbar wird es nur, wenn der große Japaner an die Kreuzung rollt und gezielt bis in Schaltstufe eins abstuft. Zum Stehen gekommen, muss das Bremspedal mit Nachdruck betätigt werden, damit die Start-Stopp-Automatik den Motor zum Schweigen bringt. Das ist übrigens eine ausgesprochen kluge Lösung. Denn da, wo andere Autos beim Heranrollen an die Kreuzung beim An und Aus des Motors hüpfen wie das Zicklein im Liebesrausch, kann der Fahrer des Mazda vorausschauend entscheiden, ob es sich lohnt, dass der Treibsatz an der Kreuzung schweigt. Denn letztlich kommt das auch dem Verbrauch zugute. Der soll ja mit dem überarbeiteten Motor deutlich effizienter sein. Mazda gibt für den stärksten Diesel einen Wert von 6,6 Litern im Drittelmix nach WLTP an. Das mag möglich sein, wenn man den Wagen konstant mit 100 km/h fährt. Im Test mit langen und recht flott gefahrenen Autobahnetappen lag der Verbrauch am Ende bei 8,3 Litern.

Mit leichtem Gasfuß 700 Kilometer

Mit vorsichtigem Gasfuß bringt der CX-5 seine Fahrgäste mit einer Tankfüllung - das sind 58 Liter - locker 700 Kilometer weit, bevor die nächste Zapfsäule angesteuert werden muss. Der Japaner ist also das, was man einen echten Langläufer nennt. Dem entsprechen auch die sehr guten Polster und die adaptive Cruise-Control, die sich über die Lenkradtasten ganz einfach steuern lässt. Wird es dennoch mal eng, dann blinkt in einem nicht gigantischen, aber sehr gut ablesbaren Head-up-Display die energische Bitte auf: Bremsen! Mit Blick auf die sehr gut funktionierenden Helferlein stellt sich allerdings die Frage, warum es in diesem Paket keinen adaptiven Spurhalteassistent gibt. Zwar werden auch hier die Verwerfungen in der Frontscheibe angezeigt und ein leichtes Rappeln am Lenkrad mahnt den Fahrer haptisch, aber steuern muss er dann schon selber.

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Ob einem die analogen Rundinstrumente im Mazda CX-5 gefallen, ist sicher Geschmackssache, vermissen wird der Fahrer aber am Ende nichts.

(Foto: Holger Preiss)

Am Ende ist das ja auch in Ordnung, könnte aber die verunsichern, die auf die Beigaben der Mitbewerber schielen. Gleiches gilt dann auch für den Arbeitsplatz des Fahrers. Da, wo andere Hersteller ihr digitales Feuerwerk abbrennen, drehen bei Mazda immer noch analoge Zeiger in Rundinstrumenten ihre Runden. Und selbst die digitale Matrix in der Mitte ist als Rundinstrument animiert. Am Ende ist das sicher Geschmackssache, aber der Japaner vermittelt hier mehr das Gefühl, ein echtes Auto zu sein. Um dem digitalen Fortschritt dann aber doch noch eine Tür zu öffnen, ist das Zentraldisplay über der Mittelkonsole jetzt auf 10,25 Zoll in einem Format von 8:3 gewachsen. Das kann auch AppleCar und Android Auto anzeigen. Gesteuert wird die Einheit samt DAB-Radio nach wie vor über einen Dreh-Drück-Steller, wie man ihn auch von BMW und einst von Mercedes kannte. Das System ist selbst erklärend und wie einst bei den beiden genannt deutschen Premiumherstellern verzichtet Mazda auf eine Bedienung über den Touchscreen. Was wiederum zwei Vorteile hat: Man spart sich, die Fettflecken vom Monitor zu putzen und die Ablenkung während der Fahrt ist deutlich geringer.

Reichlich Platz

Schauen wir uns noch mal im CX-5 um. Da ist ein großes Ablagefach unter der Mittelarmlehne, das seinen Bonus aber schnell verspielt, weil es in Ermangelung einer induktiven Ladefläche zur zentralen Dockingstation für das Handy wird. Die Türinnentaschen nehmen auch größere Flaschen auf und im Dachhimmel gibt es ein Brillenfach.

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Platz- und Sitzprobleme bekommen die Insassen im Mazda CX-5 bestimmt nicht.

(Foto: Holger Preiss)

Für die Passagiere der zweiten Reihe, die ohnehin mit ausreichend Platz gesegnet sind, gibt es ebenfalls eine Mittelarmlehne, die zwei USB-Anschlüsse, Getränkehalter und bei entsprechender Ausstattung auch noch die Bedienung der Sitzheizung beinhaltet. Auch hier kann man sich darüber streiten, ob das besonders modern oder eher altbacken daherkommt. Wie das Urteil darüber auch ausfällt, alles funktioniert im CX-5 problemlos. Die Verarbeitung macht insgesamt einen sehr guten Eindruck und auch das Kofferraumvolumen hinter der sich elektrisch hebenden Heckklappe lässt mit 494 Litern keine Ladewünsche offen.

Nun mag es am Ende ja scheinen, als sei der Mazda CX-5 mit Blick auf die Mitbewerber in dieser Größenordnung nicht mehr zu 100 Prozent up to date. Was so nicht stimmt, denn was Assistenten und andere Beigaben betrifft, kann der Japaner durchaus auf Augenhöhe aufgerüstet werden. Wer das macht, muss sich nicht mal groß anstrengen, denn die Japaner verpacken die begehrlichen Zugaben fast vollständig in Paketen. Insofern kann man den Testwagen auch für erstaunliche 47.000 Euro erstehen. Wer aufmerksam guckt und beispielsweise auf die Nappaleder-Bezüge der Sitzpolster verzichtet, kann schon für 41.000 Euro in den Diesel einsteigen. Selbstredend gibt es den CX-5 auch als Benziner. Was die Japaner tatsächlich nicht anbieten, ist ein Plug-in-Hybrid - der könnte den Run auf den in vielen Belangen attraktiven Mazda noch verstärken. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

DatenblattMazda CX-5 Skyactiv-D 184 AWD
Abmessungen (Länge/Breite/Höhe)4,55 / 1,84 / 1,68 m
Radstand2,70 m
Leergewicht (DIN)1749 kg
Sitzplätze5
Ladevolumen494 / 1608 Liter
MotorReihenvierzylinder-Diesel mit 2191 Kubikzentimetern Hubraum
Getriebe6-Gang-Automatik
Systemleistung Verbrennungs- und E-Motor184 PS (135 kW) bei 4000 U/min
KraftstoffartDiesel
AntriebAllradantrieb
Höchstgeschwindigkeit208 km/h
Tankvolumen58 Liter
max. Drehmoment (Systemleistung)445 Nm bei 2000 min
Beschleunigung 0-100 km/h9,6 Sekunden
Normverbrauch (innerorts, außerorts, kombiniert)6,2 / 5,1 / 5,5 Liter (NEFZ)
Testverbrauch (kombiniert)7,9 Liter
CO2-Emission kombiniert186 g/km /Euro 6d-Temp
Grundpreis41.690 Euro
Preis des Testwagens46.855 Euro

Fazit: Der Mazda CX-5 ist, was bestimmte Ausstattungsmerkmale betrifft, nicht zu 100 Prozent auf der Höhe der Zeit. Aber wer ein großes SUV sucht, das Platz für Kind und Kegel bietet und zudem einen sparsamen und dennoch potenten Diesel für die ganz lange Distanz zu einem attraktiven Preis, sollte durchaus einen Blick auf den Japaner werfen. Auch bei den Assistenzsystemen muss der Kunde hier keine Abstriche machen, wenn er denn das richtige Paket gebucht hat.

Quelle: ntv.de

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