Das war Mittwoch, der 11. März 2026
Guten Abend, liebe Leserinnen und Leser,
Spritpreise, der Iran und Spritpreise und der Iran - das ist grob gesagt die Themenlage dieses heutigen Mittwochs. Entsprechend habe ich auch einige Leseempfehlungen für Sie:
Wer wird hier belogen? US-Regierung verschätzte sich mit Iran-Krieg offenbar gravierend
Von Roland Peters
Verwundete kommen nach Landstuhl: Zahl verletzter US-Soldaten offenbar deutlich höher als bekannt
Bund reagiert auf Ölpreis-Schock: Die Bazooka bleibt im Schrank
Ein Kommentar von Volker Petersen
Nadelöhr Straße von Hormus: Welche Seeminen könnte der Iran einsetzen?
Nach G7-Beratungen: Deutschland gibt wegen des Iran-Kriegs Teil der Ölreserven frei
Anwalt, Assistentin, Pilot - US-Regierung: Das war der engste Kreis um Jeffrey Epstein
Von Aljoscha Prange
Nach AfD-Verwandtenaffäre: Bundesregierung will Abgeordnetengesetz verschärfen
Jeder zweite Flug wie geplant: Pilotenstreik bei Lufthansa fällt kleiner aus als zuletzt
Mitarbeiter schwiegen offenbar: Jugendliche soll in Berliner Jugendklub vergewaltigt worden sein
An dieser Stelle möchte ich Sie noch auf den Ukraine-Ticker und den Iran-Ticker hinweisen, in der wir Sie auch in der Nacht auf den Laufenden halten. Ich wünsche Ihnen eine gute Nacht,
Ihre Johanna Ohlau
Züge kollidieren im Hauptbahnhof in Bayreuth - acht Verletzte
Schwerer Zwischenfall im Hauptbahnhof in Bayreuth: Zwei Regionalzüge sind kollidiert, acht Menschen verletzt worden, einer von ihnen schwer. Das sagte ein Sprecher der Bundespolizei auf Anfrage. Der Mann wurde demnach ins Krankenhaus gebracht. Der Bahnhof wurde komplett gesperrt. Geschätzt warteten dort kurz nach dem Unfall etwa 100 bis 150 Menschen auf eine Möglichkeit zur Weiterfahrt. Das Bahnunternehmen Agilis und die Deutsche Bahn ließen Ersatzbusse fahren.
Nicole Kidman lästert über Alexander Skarsgård
Es gibt Dinge, die sind schwer auszuhalten wie Mundgeruch. Aber das über jemanden öffentlich sagen, ist wirklich nicht die feine englische Art. Genau das hat Nicole Kidman getan und im Podcast "Las Culturistas" verraten, dass die Zusammenarbeit mit Alexander Skarsgård am Set von "Big Little Lies" genau deshalb nicht immer einfach war. Gemeinsam standen die beiden in der ersten Staffel der HBO-Serie vor der Kamera, wo sie ein Ehepaar verkörperten. Doch eigentlich ging es wohl mehr um Rücksichtnahme als um Mundgeruch: "Als Alexander Skarsgård vor unseren gemeinsamen Szenen in 'Big Little Lies' ein Falafel-Sandwich gegessen hat, sagte ich: 'Nein, nein, nein, Alex. Ich soll dich begehren und küssen - leg die Falafel jetzt weg'", schilderte sie den Vorfall. "Ich bin mir sicher, dass er danach nie wieder Falafel gegessen hat. Ich habe ihm gesagt: Kein Falafel mehr - nicht bevor du küsst, nicht bevor du eine Liebesszene drehst."
Die Stimmung am Set hat es wohl nicht verdorben: Ihre Leistungen in "Big Little Lies" wurden mit Emmy Awards ausgezeichnet, Skarsgård als bester Nebendarsteller, Kidman als beste Hauptdarstellerin. Doch fraglich, ob der 49-Jährige über diese Lästerei lachen kann.
Spritpreise: Österreich erlaubt nur noch drei Erhöhungen pro Woche
Bei der Fahrt zur Tankstelle wird einem ja momentan anders. In Deutschland dürfen Tankstellen die Preise nur noch ein Mal am Tag anpassen - Österreich geht da noch deutlich weiter: In unserem Nachbarland dürfen Tankstellen die Spritpreise künftig nur maximal dreimal pro Woche erhöhen statt wie bisher einmal am Tag. Diese neue Regel gab Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer als Maßnahme gegen die wegen des Iran-Kriegs gestiegenen Preise bekannt. Preissenkungen sind weiterhin jederzeit möglich. "Unser Ziel ist es, extreme Preissprünge zu dämpfen und stabilisierende Preissignale zu setzen, damit internationale Krisen nicht eins zu eins an den Zapfsäulen ankommen", sagte der konservative Minister von der ÖVP. Er kündigte zudem an, dass nationale Ölreserven so wie auch in anderen Ländern freigegeben würden.
Autofahrer fährt Pilot von Rettungs-Heli an - und flüchtet
Wegen eines schweren Verkehrsunfalls wird eine Bundesstraße bei Schotten in Hessen gesperrt - ein Rettungshubschrauber landet auf der Fahrbahn. Dann soll ein bislang unbekannter Autofahrer an einer Absperrung vorbeigefahren sein - und den Piloten angefahren haben. So meldet es die Polizei. Der Pilot soll zunächst den Autofahrer angesprochen haben. "Dieser zeigte jedoch wenig Verständnis für die Sperrung und fuhr im weiteren Verlauf gegen das Bein des Piloten", heißt es in der Mitteilung der Polizei. Anschließen habe der Mann, der auf etwa 65 bis 70 Jahre geschätzt wird, seine dunkle Limousine gewendet und sei davon gefahren. Immerhin: Ernsthaft verletzt wurde der Pilot bei der gefährlichen Aktion nicht. Die Polizei sucht nach Zeugen des Vorfalls.
"Meine Superpower" - Heidi Klum spricht offen über ihre ADHS
Da ist sie ja wieder und da auch! Heidi Klum gehört für mich zu den Menschen, die zeitweise omnipräsent sind im Fernsehen, auf Plakaten und in den sozialen Medien. Woher nimmt das Model diese Energie? Darauf gibt die 52-Jährige nun eine Antwort und wohl auch einen intimen Einblick: Sie lebt mit einer "Form von ADHS". Das macht Klum in einem Interview mit dem "Glamour"-Magazin öffentlich.
In der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung sieht sie jedoch keinen Nachteil - im Gegenteil. "Es ist meine Superpower", betont die 52-Jährige. "Ich bin wegen meiner ADHS sehr hyperaktiv. Ich kann 1000 unterschiedliche Sachen auf einmal machen. Ich mache viele Projekte gleichzeitig und lade mir immer noch mehr auf."
Das freut mich für Klum, aber ist jetzt auch eine sehr positive Darstellung dieser Störung, unter der viele Menschen ihr Leben lang schwer leiden, bis hin zu schweren Depressionen und Burnout. Im Endeffekt schafft sie dafür jedoch auch ein Bewusstsein - auch dafür, dass ADHS nicht nur als Schwäche angesehen werden sollte. Klum ist in ihrer Familie zudem nicht allein damit: Wer sich die Reality-Doku "On & Off Catwalk" mit ihr angesehen hat, weiß vielleicht, dass auch ihr Sohn Henry Samuel darin erzählt, wie er mit der Diagnose ADHS umgeht, die ihn besonders in seiner Kindheit belastet habe.
Betrieb am Flughafen BER wegen Sichtung eines Flugobjekts eingestellt
Stillstand am Flughafen in der Hauptstadt, aber nicht wegen eines Streiks: Der Betrieb am BER ist am Abend wegen der Sichtung eines Flugobjekts eingestellt worden.
Update um 19:50 Uhr: "Der Betrieb läuft inzwischen aber wieder", sagte ein Flughafensprecher. "Wir haben kurzzeitig den Flugbetrieb einstellen müssen." Ein Mitarbeiter habe eine Beobachtung gemacht, die ihm verdächtig erschien. Der Flugbetrieb war den Angaben zufolge für etwa eine halbe Stunden unterbrochen worden.
Gericht: AfD muss Daten zu Facebook-Werbung offenlegen
Schlappe für die AfD vor Gericht: Die Partei muss der Berliner Beauftragten für Datenschutz und Informationssicherheit Auskunft über ihre Werbeauftritte in sozialen Medien im Bundestagswahlkampf 2021 geben. Das hat das Verwaltungsgericht der Hauptstadt entschieden und eine Klage der Partei abgewiesen. Die Behörde habe zu Recht von der AfD Angaben dazu verlangt, in welcher Form Anzeigen in sozialen Medien geschaltet worden seien, entschieden die Richter. Die Partei sei nach der europäischen Datenschutz-Grundverordnung verpflichtet, solche Auskünfte zu erteilen. Zur Aufklärung der Datenverarbeitung beim sogenannten political targeting - der datengetriebenen, individualisierten Ansprache von Wählerinnen und Wählern in den sozialen Medien – seien umfassende Informationen erforderlich, so das Gericht. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Auto ohne Kennzeichen? Teenager liefert sich Verfolgungsjagd mit Polizei
Das Auto hatte kein Kennzeichen, drin sitzen mehrere Jugendliche und das machte einen Anwohner stutzig - zurecht: Ein 17-Jähriger war ohne Fahrerlaubnis in einem Auto in Berlin unterwegs zusammen mit drei weiteren Jugendlichen. Als der Teenager am Steuer eine eintreffende Streife bemerkt, tritt er aufs Gas und flieht. Dabei missachtete der 17-Jährige mehrere Verkehrsregeln, fuhr unter anderem über rote Ampeln, in den Gegenverkehr und über einen Gehweg. Schließlich endete die Verfolgungsjagd in einem Gebüsch, und die vier jugendlichen Insassen versuchten, zu Fuß zu fliehen. Drei von ihnen wurden gefasst, darunter der Fahrer. Bei den anderen beiden handelte es sich laut Polizei um zwei 14-Jährige. Einer von ihnen musste vor Ort behandelt werden, weil er sich bei dem abrupten Ende der Fahrt leicht verletzt hatte. Alle drei wurden an ihre Erziehungsberechtigten übergeben. Der 17-Jährige muss sich nun unter anderem wegen des Fahrens ohne Fahrerlaubnis, eines verbotenen Autorennens und der Verkehrsunfallflucht verantworten.
Bushido bekommt drei Stimmen bei Wahl in Bayern
Bushido bekommt im bayerischen Grünwald wohl nicht nur die erhoffte Ruhe für sich und seine Familie - sondern auch gleich ein paar Stimmen und das ungewollt: Drei Menschen wählen bei der Bürgermeisterwahl den Rapper. Möglich ist das, weil der Amtsinhaber keinen Herausforderer hat. Die Wählerinnen und Wähler können also auch nach bayrischem Wahlrecht einen Namen eintragen. Bushido holt 0,1 Prozent der Stimmen.
Obwohl die paar Stimmen bei Weitem nicht für ein politisches Amt reichen, lieferte sich Bushido damit ein kurioses Fernduell mit anderen prominenten Namen: Fußballlegende Karl-Heinz Rummenigge, der seit vielen Jahren in Grünwald lebt, erhielt eine Stimme. AfD-Politikerin Alice Weidel, die in der Schweiz lebt, kam auf zwei Stimmen. Der Linken-Vorsitzende Jan van Aken, der ebenfalls nicht in der Gemeinde wohnt, erhielt eine Stimme.
Schlagzeilen zum Feierabend
"Rochen-Ballett": Taucher filmt Naturspektakel im Meer
In New South Wales filmt ein Freitaucher eine riesige Rochenformation, die unter ihm entlangschwimmt. Die Tiere bewegen sich nahezu synchron an dem Mann vorbei, der das Spektakel 30 Meter unter dem Meeresspiegel gebannt verfolgt.
Leiche in der Havel entdeckt - Polizei geht von Verbrechen aus
In Berlin-Spandau wurde ein grausiger Fund gemacht: In der Havel wurde eine Leiche nahe einer Brücke entdeckt. Laut Polizei wurde der Tote geborgen - es handelt sich demnach um einen 45 Jahre alten Mann. Die Ermittler gehen nach eigener Aussage davon aus, dass er Opfer eines Tötungsdeliktes wurde. Die Behörden bitten um Hinweise aus der Bevölkerung. Insbesondere gehe es um Beobachtungen von Personen oder Fahrzeugen am Sonntag oder in der Nacht zu Montag zwischen der Altstadt Spandau und der Freybrücke, hieß es von der Polizei.
Spenden für Terrormiliz IS gesammelt - jahrelange Haft für vier Männer
Sie haben unter anderem in den sozialen Medien zu Spenden aufgerufen und so fast eine Viertelmillion Euro für die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gesammelt - davon ist das Oberlandesgericht Hamburg überzeugt und hat vier Männer zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Das Gericht verhängte laut einer Sprecherin Strafen zwischen vier Jahren und neun Monaten sowie achteinhalb Jahren Gefängnis, wobei in einem Fall vorherige Strafen aus einem anderen Prozess einbezogen wurden.
Gedacht sei das Geld für die Aufrechterhaltung der Strukturen des IS nach dessen militärischer Niederlage in Syrien und dem Irak im Lauf des Jahres 2017 gewesen. Laut Bundesanwaltschaft flossen die Beträge unter anderem an weibliche IS-Mitglieder in kurdischen Lagern. Die vier Beschuldigten wurden 2024 und 2025 festgenommen, dem IS-Finanzierungsnetzwerk gehörten nach früheren Ermittlerangaben noch weitere mutmaßliche Täter an.
Film-Pose mit Epstein: Gold-Statue verhöhnt Trump
Auf der National Mall in Washington ist ein goldenes "Denkmal" aufgetaucht. Es zeigt US-Präsident Trump und den verstorbenen Sexualstraftäter Epstein in ikonischer "Titanic"-Pose. Trump bestreitet weiterhin jegliches Fehlverhalten.
Schichtwechsel
Für meinen lieben Kollegen Lukas Wessling ist der verdiente Feierabend erreicht. Doch hier in "Der Tag" geht es noch etwas weiter. Ich übernehme hier und halte Sie mit Nachrichten aus Deutschland und der Welt auf dem Laufenden und bestenfalls auch etwas bei Laune. Mein Name ist Johanna Ohlau und sollten Sie Fragen, Hinweise oder Kritik haben, schreiben Sie mir am besten per Mail: johanna.ohlau(at)ntv.de. Los geht's!
Spanien zieht Botschafterin aus Israel zurück
Spanien hat seine Botschafterin in Tel Aviv abberufen. Das steht im spanischen Amtsblatt. Die Botschafterin war bereits im September zu Konsultationen nach Madrid zurückgerufen worden, nachdem Israels Außenminister Spanien eine anti-israelische und antisemitische Kampagne vorgeworfen hatte. Madrid zählt seit Jahren zu den schärfsten europäischen Kritikern der Regierung von Benjamin Netanjahu. Israel hatte seine Botschafterin in Madrid schon im November 2023 zurückgerufen, der Posten ist seitdem unbesetzt.
Republikaner schieben Vance in Pole-Position
US-Vizepräsident JD Vance wird von seiner Partei in Stellung für die Präsidentschaftskandidatur gebracht: Der US-Vizepräsident soll nach Berichten der "Financial Times" Ende März eine Tour anführen, bei der Wahlkampfspenden für die Republikaner eingesammelt werden. Damit rückt er nicht nur als Geldsammler nach vorn, sondern als Gesicht der Partei vor den wichtigen Zwischenwahlen im November. In Washington gilt Vance ohnehin als Favorit für die Präsidentschaftswahl 2028. Vance ist bereits Finanzchef der Partei, die Fundraising-Tour gäbe ihm direkten Zugriff auf die wichtigsten Großspender und würde ihn zu einem zentralen Knotenpunkt der Partei machen.
Helmkamera filmt, wie Bergsteiger steilen Hang hinunterfliegt
Der Mann überschlägt sich so schnell, dass er wirkt wie ein menschliches Rad. Er purzelt einen steilen, eisigen Hang hinunter, zwei andere Bergsteiger können nur hinterherschauen – voll schrecklichen Erstaunens. Eine Helmkamera fängt den Moment ein. Der Mann überlebt tatsächlich ohne schwere Verletzungen; ein Wunder, sieht man die Bilder seines Falls.
Gericht degradiert Polizisten wegen rassistischer Chats
Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg hat einen ehemaligen Hauptkommissar weiter degradiert, weil er Teil einer rassistischen Chatgruppe gewesen war. Der 53-Jährige wird damit letztlich um zwei Besoldungsgruppen herabgestuft: Schon im Januar war er zum Oberkommissar degradiert worden, nach dem Lüneburger Urteil ist er einfacher Kommissar. Der Mann hatte über Jahre rassistische Inhalte geteilt, Bilder und Videos, die den Nationalsozialismus verherrlichten und verharmlosten. Dazu besaß er eine Schreckschusspistole ohne Erlaubnis. Für die Entfernung aus dem Beamtenverhältnis reichte das dem Gericht trotzdem nicht, weil es keine verfassungsfeindliche Gesinnung feststellen konnte, nur den "objektiven Anschein" einer solchen. Es bleibe ein "Restvertrauen", dass der Mann künftig seine Pflichten erfüllen werde.
Jugendlicher soll Kind "aus Rache" überfahren haben
Das Kind habe damit gedroht, das Auto des Jugendlichen zu zerkratzen. So erklärt die Staatsanwältin die Situation, die einen 18-Jährigen dazu gebracht haben soll, ein 12-jähriges Kind zu überfahren. Der 18-Jährige sei "von Rache getrieben" worden und habe beschlossen, den 12-Jährigen "als Mittel zur Machtdemonstration massiv abzustrafen", so die Anklage.
Bundesregierung will Ölreserven freigeben und Spritpreis-Anstieg bremsen
Die Bundesregierung will wegen der Ölpreis-Sprünge nach dem Iran-Krieg eingreifen: Wirtschaftsministerin Katherina Reiche kündigt an, strategische Ölreserven freizugeben und Preissprünge an Tankstellen zu bremsen. Nach dem "österreichischen Modell" sollen Tankstellen ihre Preise nur noch einmal pro Tag erhöhen dürfen – senken dürfen sie jederzeit.
Schlagzeilen zum Mittag
Ausgebootete Buchhandlungen bezichtigen Kulturstaatsminister der Lüge
Die Anwälte der drei vom Buchpreis ausgeschlossenenen Buchhandlungen werfen Kulturstaatsminister Wolfram Weimer vor, sie in Absage-Mails belogen zu haben. Die "unabhängige Jury" habe sie wegen des "sehr hohen Niveaus" nicht ausgewählt, so soll es in den Mails geheißen haben. Tatsächlich waren sie laut Jury-Stellungnahme vom 9. März als Preisträger vorgesehen. Erst danach strich Weimer sie von der Liste. Er begründet den Ausschluss mit "Erkenntnissen des Verfassungsschutzes". Die Buchhandlungen klagen in Berlin und Köln – auch gegen mutmaßlich rechtswidrige Datenübermittlungen zwischen Kulturstaatsminister und Verfassungsschutz.
Großbritannien schafft vererbbare Parlamentssitze ab
Großbritannien schafft die letzten Erbsitze im Oberhaus ab. Das House of Lords hat ein Gesetz verabschiedet, das die verbliebenen "Hereditary Peers" aus dem Parlament drängt. In den kommenden Wochen sollen sie ausscheiden. Tony Blair hatte den Schnitt schon 1999 eingeleitet, damals durften knapp 100 Adlige per Ausnahmeregel bleiben. Damit ist jetzt Schluss. Künftig sitzen dort nur noch ernannte "Life Peers": Der Titel gilt auf Lebenszeit, wird vom König auf Vorschlag des Premierministers vergeben und nicht vererbt. Rund 25 der bisherigen Erbadeligen sollen diesen Status erhalten.
Razzien gegen rechtsextremen Verlag
Gegen einen rechtsextremen Verlag laufen in mehreren Bundesländern Razzien. Auch in Spanien und Polen sind die Behörden im Einsatz. Der Verlag soll seit Jahren antisemitische Bücher verbreitet haben.
Zoll entdeckt illegale Tankstelle in Wohnhaus
Bei der aktuellen Entwicklung der Spritpreise dürfte könnte der eine oder die andere auf die Idee gekommen sein, es wäre klug gewesen, sich vor dem Angriff auf den Iran einen Treibstoffvorrat anzulegen. Wären sie nicht aufgeflogen, würden sich die Betreiber einer "selbst hergestellten illegalen Betankungseinrichtung" im niedersächsischen Bovenden wohl gerade doppelt ins Fäustchen lachen. Sie hatten laut Polizei vier Heizöltanks mit einem Fassungsvermögen von 3200 Litern in einem Haus installiert, aber keine Heizung angeschlossen. Heizöl und Diesel sind chemisch ähnlich, werden aber unterschiedlich besteuert. Die Steuer auf Diesel ist fast achtmal so hoch. Die Anlage stellte also eine sehr günstige Tankmöglichkeit dar. Allerdings auch eine gefährliche: Das Tanken von Heizöl wird als Steuerhinterziehung gewertet und ist aufgrund anderer Zündeigenschaften und unzureichender Schmierfähigkeit in modernen Autos auch technisch riskant. Heizöl wird außerdem rot eingefärbt, um Missbrauch zu erkennen.
Schweizer Ermittler stufen Busbrand nicht als Terrorakt ein
Nach dem Busbrand in der Schweiz sehen die Ermittler derzeit keine Hinweise auf einen Terrorakt. Das sagte Martial Pugin von der Kantonspolizei Freiburg im Radio RTS. Die Polizei vermute aber eine vorsätzliche Tat. Medien berichten, jemand habe sich im Bus mit einer Flüssigkeit übergossen und angezündet. Die Polizei kennt diese Angaben, bestätigt sie aber bislang nicht. "Zeugenaussagen werden angehört, um die genauen Umstände des Dramas zu ermitteln", sagte Pugin. Sechs Menschen starben bei dem Brand, vier weitere Menschen und ein Sanitäter wurden verletzt. Der Linienbus brannte komplett aus, Videos davon kursierten in sozialen Medien.
Frau droht nach Schüssen auf Rihannas Villa lebenslange Haft
Die Frau, die auf Rihannas Villa in Beverly Hills geschossen haben soll, muss mit lebenslanger Haft rechnen. Laut "People" ist die 35-Jährige wegen 14 Straftaten angeklagt – darunter versuchter Mord. Dabei soll es sich um eine "vorsätzliche, bewusste und vorbereitete Tat" gehandelt haben. Weitere Vorwürfe: Körperverletzung mit einer halbautomatischen Schusswaffe und Schüsse auf ein bewohntes Gebäude.
EU kündigt an, Energiepreissenkungen vorzubereiten
Die Europäische Union bereitet Optionen zur Senkung der Energiepreise vor. Das sagt EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen an. Europas Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen habe in den ersten zehn Tagen des Iran-Krieges Mehrkosten von drei Milliarden Euro verursacht, so von der Leyen.
Notrufsäulen an Autobahnen sind gestört
Auf den deutschen Autobahnen sind die stationären Notrufsäulen weiterhin gestört. Die orangefarbenen Säulen, die die Autobahnen säumen, seien auch am Morgen noch außer Betrieb, teilte die bundeseigene Autobahn GmbH mit. Grund für den Ausfall sei ein technischer Defekt im internen Kommunikationsnetz eines externen Dienstleisters. Die Notrufsäulen in Autobahntunneln seien nicht betroffen. Das bundeseigene Unternehmen weist darauf hin, man könne weiterhin Notrufe mit dem Handy absetzen.
Schlagzeilen am Morgen
Gericht entscheidet: Schwerkraft ist schuld, wenn Pony beim Einschläfern auf Ärztin fällt
Eine Tierärztin schläfert ein Pony ein, das Tier kippt beim Sterben um, fällt der Ärztin aufs Bein, die verletzt sich. Wer ist schuld? Diese Frage musste das Oberlandesgericht Frankfurt klären und entschied: die Schwerkraft. Die Tierärztin hatte von der Halterin des Ponys mindestens 10.000 Euro Schmerzensgeld gefordert und scheiterte damit nun endgültig, weil das Gericht sagte, die Halterin hätte nur bei "typischer Tiergefahr" haften müssen – also für ein unberechenbares, eigenwilliges Verhalten. Im vorliegenden Fall sei das Pony nicht eigenwillig gewesen, sondern schlicht kraftlos gestürzt: Am Ende habe nur noch die Schwerkraft gewirkt.
Schweizer Polizei rechnet nach Busbrand mit tagelanger Identifizierung der Leichen
Es wird wohl noch Tage dauern, die sechs Leichen zu identifizieren, die im schweizerischen Kanton Freiburg aus einem ausgebrannten Bus geborgen worden sind. Die Polizei sagt, die forensischen Arbeiten liefen, dürften aber andauern. Der Bus stand lichterloh in Flammen, brannte völlig aus. Die Staatsanwaltschaft hat ein Strafverfahren eröffnet, die Behörden wollen gegen Mittag über den Stand informieren.
Landkreis will Geschlechtseintrag von Liebich zurückdrehen
Der Saalekreis will die Änderung von Name und Geschlechtseintrag der rechtsextremen Person Marla Svenja Liebich rückgängig machen. Das berichtet der MDR. Der Landkreis hat demnach im Dezember 2025 beim Amtsgericht Halle beantragt, die Umstellung von 2024 zu kippen. Er hält sie für einen Missbrauch des Selbstbestimmungsgesetzes und begründet das mit früheren Äußerungen und Postings. Liebich reagierte offenbar nicht auf MDR-Anfragen, trat eine Haftstrafe im Frauengefängnis nicht an und ist seit vergangenem Sommer untergetaucht.
USA rechnen mit Rückgang fossiler Energie - trotz Trump
Der Stromverbrauch in den USA dürfte weiter ansteigen. Die Energiebehörde EIA rechnet mit einem Wachstum auf 4388 Terrawattstunden im Jahr 2027. Haupttreiber sind Rechenzentren für Künstliche Intelligenz und Kryptowährungen. Dazu kommt: Haushalte und Firmen setzen beim Heizen und im Verkehr stärker auf Strom statt auf fossile Brennstoffe.
Beim Strommix rechnet die EIA mit mehr erneuerbaren Energien: ihr Anteil soll demnach in den kommenden zwei Jahren auf über ein Viertel steigen. Die Bedeutung von Kohle und Erdgas werde leicht zurückgehen. Atomkraft bleibe über diesen Zeitraum stabil. Das passiere trotz Trumps Kurs pro Öl, Gas und Kernkraft und gegen Wind- und Sonnenenergie.
Das wird heute wichtig
Nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg treffen heute die Spitzen der Union und der SPD im Koalitionsausschuss und in einer Kabinettssitzung zusammen. Für den Mittag ist eine Pressekonferenz der Regierung geplant.
Außerdem:
In Südamerika tritt Chiles neuer Präsident Kast sein Amt an. Der deutschstämmige Rechtspolitiker hat eine Politik der harten Hand gegen Kriminalität und irreguläre Migration angekündigt. Der Vater von neun Kindern und strenggläubige Katholik folgt auf den linken Staatschef Gabriel Boric.
Rheinmetall legt Jahreszahlen vor. Gestern meldete mit Volkswagen ein großer deutscher Konzern dramatische Einbrüche. Für den Rüstungskonzern wird heute eine Ergebnissteigerung erwartet.
Die Bundeswehr informiert über die Ausbildung ukrainischer Soldaten am Kampfpanzer Leopard und am Brückenlegepanzer Biber.
Knappes Fünftel verdient weniger als 15 Euro die Stunde
Im vergangenen Jahr erhielt fast jeder fünfte Beschäftigte in Deutschland weniger als 15 Euro Stundenlohn. Von 7,7 Millionen im April 2025 spricht die Bundesregierung. Das entspricht 19,3 Prozent der abhängig Beschäftigten. Der gesetzliche Mindestlohn liegt in Deutschland derzeit bei 13,90 Euro. Das Statistische Bundesamt rechnet Menschen, die im untersuchten Zeitraum einen Brutto-Stundenlohn von unter 14,32 Euro erhielten, dem Niedriglohnsektor zu. Davon betroffen sind besonders Menschen, die in Hotels und Restaurants arbeiten, die Autos reparieren, Äcker umpflügen oder auf Bühnen stehen. Zudem sind Frauen und Menschen aus dem Osten überrepräsentiert.
Rebellische Nonnen in Spanien geben auf: "Gehen, ohne gesehen zu werden"
Nicht nur Österreich hat rebellische Nonnen, auch in Spanien sorgen resolute Ordensschwestern für Aufsehen. Während die Nonnen im österreichischen Goldstein bei Salzburg aber ihr Kloster nach der Verbannung ins Seniorenheim zurückeroberten, stehen ihre spanischen Schwestern im Geiste nun offenbar kurz davor, aufzugeben: Die sieben Frauen müssen nach einer Gerichtsentscheidung ihr Kloster bis Donnerstagvormittag verlassen.
Um einer erniedrigenden Zwangsräumung vor TV-Kameras zu entgehen, wollten die Nonnen aber schon vorher aus dem Kloster im Dorf Belorado im Norden des Landes ausziehen. Ihr Sprecher Francisco Canals sagte: "Sie werden einfach verschwinden. Sie wollen gehen, ohne gesehen zu werden - aus Würde."
Nächster Test für Trumps Einfluss auf die Basis steht an
Es ist der Wahlkreis einer ehemaligen Verbündeten von US-Präsident Donald Trump, in dem schon Anfang April ein nächster Test für Trumps Einfluss in der republikanischen Basis ansteht. Am 7. April steht dort eine Stichwahl an, bei der es um einen Sitz im Parlament geht. Der Wahlkreis im Bundesstaat Georgia konnte sich in der ersten Runde nicht für einen der Kandidaten entscheiden. Der Republikaner Clay Fuller und der Demokrat Shawn Harris treten nun in der Stichwahl gegeneinander an. Die Wahl gilt als Test für Trumps Einfluss, weil die republikanische Abgeordnete Marjorie Taylor Greene den Bezirk 2024 noch klar gewann, sich aber Ende 2025 mit Trump wegen ihrer Forderung nach der Freigabe von Akten zu Jeffrey Epstein zerstritt.