mit Heidi UlrichDas war Donnerstag, der 18. September 2025
Liebe Leserinnen und Leser,
der Tag neigt sich dem Ende zu und es Zeit für einen kurzen Rückblick auf das Tagesgeschehen:
Trump will Cook mithilfe des Supreme Courts doch noch absetzen
Staatsanwaltschaft klagt flüchtige "Kryptoqueen" Ruja Ignatova an
Russische Öl- und Gaseinnahmen brechen ein
Ukrainische Drohnen treffen zwei Riesen-Raffinerien in Russland
Trump legt die Axt an die Meinungsfreiheit – ein Kommentar
Bayer Leverkusen rettet sich in vogelwilder CL-Schlussphase
Darf ich im Supermarkt naschen? Mythen beim Einkauf auf dem Prüfstand
Erdbeben der Stärke 6,1 erschüttert Indonesien
In Indonesien hat die Erde gebebt: Ein Erdbeben der Stärke 6,1 hat den Inselstaat im südwestlichen Pazifik erschüttert, wie die US-Erdbebenwarte USGS mitteilt. Demnach habe sich das Beben in einer Tiefe von zehn Kilometern ereignet. Auch das Deutsche Geoforschungszentrum (GFZ) in Potsdam gibt die Stärke mit 6,1 und die Tiefe mit 30 Kilometer an. Das Zentrum des Bebens lag den Angaben zufolge 28 Kilometer südlich der Stadt Nabire. Bislang liegen keine Berichte über Schäden oder Opfer vor. Indonesien liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, der geologisch aktivsten Zone der Erde.
Neuer Anlauf für Rauchverbot im Auto kommt
Im Auto qualmt die Zigarette, obwohl Kinder oder Schwangere mitfahren – das könnte künftig verboten werden. Mehrere Bundesländer wollen einen entsprechenden Antrag nächste Woche erneut in den Bundesrat einbringen. "Es ist unverantwortlich, wenn Menschen in Gegenwart von Kindern oder Schwangeren in Autos rauchen", sagt NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann. Der Staat habe eine besondere Schutzpflicht gegenüber denjenigen, die sich nicht selbst vor den Gefahren des Passivrauchens schützen könnten. Das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg schätze, dass derzeit rund eine Million Minderjährige in Deutschland dem Tabakrauch im Auto ausgesetzt seien, heißt es in dem Gesetzentwurf. Der letzte Anlauf für so ein Rauchverbot in Gegenwart von Kindern verlief durch das Ampel-Aus im Sande.
Tote bei Angriffen und Kämpfen im Gazastreifen
Seit drei Tagen läuft die neue Bodenoffensive der israelischen Armee in der Stadt Gaza. Von dort werden weitere Tote meldet. Laut palästinensischen Angaben starben 48 Menschen infolge israelischer Angriffe. Aus medizinischen Kreisen heißt es, allein in Gaza-Stadt seien 38 Menschen gestorben. Israels Armee meldet derweil vier durch einen Sprengsatz getötete Soldaten im Süden des Gazastreifens.
Streikende Franzosen machen Druck auf neuen Premier
In Frankreich haben Hunderttausende Menschen die Arbeit ruhen lassen, um gegen harte Einsparungen zu protestieren. Teile des öffentlichen Lebens waren lahmgelegt: Viele Apotheken blieben zu, Bussen und Bahnen fielen aus oder fuhren verspätet, und in den Schulen fehlten Lehrkräfte. Die Angaben zu den Teilnehmerzahlen gehen wie üblich auseinander – das Innenministerium spricht von einer halben Million Demonstranten, die Gewerkschaft CGT hingegen von mehr als einer Million.
In Paris und Lyon kam es am Rande der Proteste zu kleineren Ausschreitungen mit mehreren Verletzen. Landesweit gab es 180 Festnahmen. Auslöser für die Demonstrationen waren die Sparpläne der inzwischen zurückgetretenen Regierung. Diese wollte zum Beispiel zwei Feiertage streichen, weil das Land hoch verschuldet ist. Das hat der neue Premier Sébastien Lecornu zwar ausgeschlossen, doch es wird noch darüber beraten, wie gespart werden soll.
Obama wirft Trump "Cancel Culture" auf gefährlichem Level vor
Die Talkshow von Jimmy Kimmel ist zwar aus dem TV-Programm verschwunden, doch es wird umso mehr über sie geredet. In die Debatte schaltet sich jetzt der frühere US-Präsident Barack Obama ein. Er wirft seinem republikanischen Nachfolger Donald Trump vor, unliebsame Stimmen mundtot machen zu wollen. Die Trump-Regierung habe "Cancel Culture" auf eine "neue und gefährliche Ebene" gehoben, nachdem sie sich selbst lange darüber beschwert habe, sagt der Demokrat. Obama wirft dem Republikaner vor, Medienunternehmen unter Druck zu setzen, "wenn diese nicht missliebige Reporter und Kommentatoren mundtot machen oder entlassen". Der Sender ABC hatte Kimmels Show nach dessen Äußerungen zum Tod des rechten Aktivisten Charlie Kirk "auf unbestimmte Zeit" aus dem Programm genommen.
Wanderer von Hornissen gestochen - Touren enden in Klinik
Hornissen sind eigentlich friedlich, doch ihrem Nest sollte man besser nicht zu nahekommen. Das könnte am Wochenende unwissentlich einer Reihe von Menschen passiert sein. Im Wandergebiet Trifels im Pfälzerwald wurden mehr als 20 Wanderer gestochen. Einige von ihnen kamen der Polizei zufolge mit allergischen Reaktionen ins Krankenhaus. Feuerwehr und Höhenrettung waren im Einsatz, um einen Betroffenen aus einem steilen Waldstück zu retten. Auch in Mecklenburg-Vorpommern gab es am Wochenende einen Vorfall mit Hornissen. Mindestens zwei Personen seien im Krankenhaus behandelt worden, sagt ein Sprecher vom Amt Klützer Winkel. Das Hornissennest, das sich an einem beliebten Feldweg zwischen Schloss Bothmer und dem Gutshaus Stellshagen befand, sei entfernt worden. Einem Sprecher des Landkreises zufolge wurde das Nest nicht entsorgt, sondern umgesetzt.
Kreuzfahrtriese dreht wegen Prügelei um
Weil sich zwei Passagiere in die Haare gekriegt haben, ist eines der größten Kreuzfahrtschiffe der Welt laut Medienberichten umgekehrt. Die "Wonder of the Seas" sei am Montag auf dem Weg zu den Bahamas gewesen, als sie noch am gleichen Tag umdrehte und in den Hafen von Miami zurückkehrte, melden US-Medien. Zwei Erwachsene sollen sich am Kinderpool zuerst gestritten und dann geprügelt haben, heißt es in den Berichten unter Berufung auf die Polizei. Der Kapitän habe entschieden, umzudrehen, um die Behörden einzuschalten. Die Beteiligten seien mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht worden, hießt es weiter. Welche rechtlichen Konsequenzen der Vorfall für sie hat, ist offen. Der Kreuzfahrtkonzern Royal Caribbean Group erklärt, man arbeite eng mit den Behörden zusammen.
Mutmaßliche IS-Mitglieder im Südwesten gefasst
Im baden-württembergischen Singen sind gestern zwei mutmaßliche Mitglieder der Terrormiliz Islamischer Staat festgenommen worden. Sie sollen 2014 in Syrien an Hinrichtungen für den IS beteiligt gewesen sein. Die Bundesanwaltschaft wirft den beiden Syrern vor, Gefangene des IS zu ihrem Hinrichtungsort gebracht und bis zur Hinrichtung bewacht zu haben. Bei den Gefangenen handelte es sich demnach um sechs Kämpfer der "Freien Syrischen Armee". Einer der Beschuldigten habe selbst einen Gefangenen erschossen, heißt es von der Bundesanwaltschaft.
Ermittlungen zum Tod von Xatar sind beendet
Die Kölner Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen zum Tod des Rappers Xatar eingestellt. Es seien keine Hinweise auf ein Fremdverschulden gefunden worden, heißt es Medienberichten zufolge in einer Erklärung des zuständigen Oberstaatsanwaltes: "Vor diesem Hintergrund wird die Staatsanwaltschaft zur Wahrung von Persönlichkeitsrechten des Verstorbenen und seiner Angehörigen keine weiteren Einzelheiten zu Ermittlungsergebnissen mitteilen." Xatar starb mit nur 43 Jahren. Im Mai wurde er tot in seiner Wohnung aufgefunden.
Frau in Darmstadt getötet – Ermittler suchen Zeugen
In Darmstadt ist eine 38-jährige Frau offenbar Opfer eines Verbrechens geworden. Sie wurde gestern in der Nähe von Gleisen schwer verletzt aufgefunden. Trotz sofort eingeleiteter Wiederbelebungsmaßnahmen erlag sie noch vor Ort ihren Verletzungen. Inzwischen steht das vorläufige Obduktionsergebnis fest. Die Frau erlitt demnach Stich- und Schnittverletzungen. Eine Mordkommission wurde eingerichtet. Die Ermittler suchen Zeugen, die gestern gegen 11.30 Uhr etwas beobachtet haben, das mit der Tat in Verbindung stehen könnte. Es geht um den Bereich zwischen der Straße Am Kavalleriesand und der Bahnstrecke. Es wurde ein Hinweistelefon eingerichtet.
Trump und Starmer besiegeln Tech-Deal
Die USA und Großbritannien wollen ihre Zusammenarbeit in den Bereichen Künstliche Intelligenz (KI), Quantencomputing und Atomenergie vertiefen. Dazu schließen London und Washington ein milliardenschweres Abkommen. "Es ist das größte Investitionspaket dieser Art in der britischen Geschichte", sagt der britische Premier Starmer bei einer Pressekonferenz mit US-Präsident Trump. Dieser erklärt, das Abkommen erlaube "die Schaffung neuer Kooperationen zwischen den Staatsorganen, der Universitätswelt und dem Privatsektor, in Bereichen wie der Künstlichen Intelligenz".
Zuvor hatten US-Technologieriesen und Finanzkonzerne angekündigt, in den nächsten Jahren rund 104 Milliarden Euro in Großbritannien zu investieren. Mit dabei sind Microsoft, Google, Nvidia, OpenAI und die Investmentgesellschaft Blackstone. Das Geld soll unter anderem für Cloud Computing und KI-Infrastruktur verwendet werden. Im Gegenzug soll auch Geld in die USA fließen: der britische Pharmakonzern GSK sagt Investitionen über 25 Milliarden Euro zu.
Israel veröffentlicht neuen Test von Laser-Luftabwehr
Israel veröffentlicht ein weiteres Video seiner neuen Laserwaffe für den Iron Dome. Der Hochleistungslaser soll gegen Drohnen und kleinere Raketen eingesetzt werden und agiert weit kostengünstiger als herkömmliche Luftabwehrsysteme.
Wie viel das Deutschlandticket ab 2026 kosten soll
Der Preis des Deutschlandtickets im Nahverkehr soll im kommenden Jahr von derzeit 58 Euro auf 63 Euro im Monat steigen. Das hat die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen der Verkehrsministerkonferenz in München erfahren.
Bundestag beschließt Haushalt 2025
Der Bundestag besiegelt den Haushalt für das laufende Jahr. Der Etat sieht Ausgaben von rund 502,5 Milliarden Euro vor, in Kernhaushalt und Sondertöpfen zusammen sind Kredite von mehr als 140 Milliarden Euro geplant.
Jaden Smith hat Job bei Luxus-Marke
Einige von Ihnen kennen Jaden Smith vielleicht noch aus der Neuverfilmung von "Karate Kid" oder "Das Streben nach Glück". Jetzt hat der 27-Jährige eine neue Aufgabe vor sich: Das Modehaus Christian Louboutin hat ihn zum Kreativdirektor der Herrenlinie ernannt. Seine erste Schuh-Kollektion soll der Sohn von Jada und Will Smith im Januar bei der Fashion Week in Paris vorstellen. Bekannt ist die Luxus-Marke für ihre Schuhe mit einer roten Sohle. Der Schauspieler und Musiker hat im Design-Bereich schon Erfahrung als Kreativdirektor gesammelt. Unter anderem hat er eine eigene Mode-Marke gegründet und mit anderen Marken zusammengearbeitet.
Schichtwechsel
Hallo, liebe Leserinnen und Leser!
Ich wünsche Ihnen einen entspannten Nachmittag! Hier geht es jetzt weiter mit mir, Heidi Ulrich. Bei Fragen oder Hinweisen zu "Der Tag" erreichen Sie mich über heidi.ulrich(at)ntv.de.
Polizeibeauftragter hält Grenzkontrollen für nicht mehr lange leistbar
Der Polizeibeauftragte des Bundestags, Uli Grötsch, hält die Kontrollen an den deutschen Grenzen in der aktuellen Form für nicht mehr lange aufrechtzuerhalten. "Die Bundesbereitschaftspolizei, so mein Eindruck, ist hart an der Belastungsgrenze", sagte Grötsch dem "Spiegel" laut Vorabmeldung. "Die Entwicklung der Überstunden zeigt eine steile Kurve nach oben." Laut Grötsch kommen andere Aufgaben oftmals zu kurz, etwa die Überwachung von Messerverbotszonen an Bahnhöfen oder Fortbildungen.
Vor dem Hintergrund der Kontrollen an allen deutschen Grenzen hatten in den vergangenen Monaten auch Polizeigewerkschaftler immer wieder vor einer Überlastung der Einsatzkräfte gewarnt. Mit Stichtag 30. Juni hatte die Bundespolizei laut Innenministerium 2,9 Millionen Überstunden angehäuft. Den Großteil der Überstunden schieben die Beamtinnen und Beamten aber schon lange vor sich her: Zum 31. März 2025 hatte die Zahl bereits bei 2,4 Millionen gelegen.
Ufo-Alarm über China: Zeugen filmen Abschuss von gleißendem Leuchtkörper
Über der chinesischen Stadt Weifang wird ein Flugobjekt vom Himmel geschossen. Im Netz wird darüber spekuliert, ob das chinesische Militär womöglich ein Ufo abgefangen hat. Angeheizt wird die Diskussion von einem Whistleblower, der das Video als Beweis für die Existenz von Ufos bezeichnet.
Mann erwischt falschen Zug und zieht die Notbremse
Kurz hinter dem Hamburger Hauptbahnhof hat ein Mann in einem Regionalzug die Notbremse gezogen, weil er im falschen Zug saß. Der Metronom in Richtung Harburg war zu dem Zeitpunkt etwa 40 Kilometer pro Stunde schnell und wurde durch die Zwangsbremsung abrupt zum Stehen gebracht, wie ein Sprecher der Bundespolizei sagte. Dabei wurde ersten Erkenntnissen zufolge niemand verletzt.
Am ersten Bahnhof nach der Weiterfahrt wurde der 27-Jährige von Beamten der Bundespolizei in Empfang genommen. Der Mann habe die Tat sofort zugegeben und den Beamten gegenüber keine große Reue gezeigt. Er muss sich nun wegen des Verdachts auf Missbrauch von Notrufen und Beeinträchtigung von Nothilfemitteln verantworten. Das Ziehen der Notbremse ist den Angaben zufolge keine Ordnungswidrigkeit, sondern ein Straftatbestand.
Papst Leo ist besorgt über Entwicklung in USA
Papst Leo XIV. hat sich besorgt über die Entwicklung in seinem Heimatland USA geäußert. "In den Vereinigten Staaten geschehen einige Dinge, die Anlass zur Sorge geben", sagte das Oberhaupt von weltweit 1,4 Milliarden Katholiken in einem längeren Interview für ein am Donnerstag erschienenes Buch. Ausdrücklich betonte er den Respekt vor der Würde jedes einzelnen Menschen, unabhängig von seinem Geburtsort. Weiter ins Detail ging er nicht.
Der erste Papst aus den USA äußerte sich für eine Biografie der Vatikan-Korrespondentin Elise Ann Allen, die zunächst nur in spanischer Sprache erhältlich ist. Darin verwies er auf Gespräche mit US-Vizepräsident JD Vance über die Menschenwürde. "Ich hoffe, dass Wege gefunden werden, die Menschen und die Art und Weise, wie wir sie behandeln, zu respektieren - in der Politik und in den Entscheidungen, die wir treffen." Die Trump-Regierung steht unter anderem wegen ihres Umgangs mit Flüchtlingen in der Kritik. Leo betonte bei der Gelegenheit, dass er US-Präsident Donald Trump bislang nicht getroffen und auch noch nicht mit ihm gesprochen habe. Der 70-Jährige ist seit Mai im Amt. Trump kam zur Trauerfeier für den verstorbenen Papst Franziskus in den Vatikan, nicht aber zur Amtseinführung des Nachfolgers.
In Deutschland hat die Erkältungssaison schon begonnen
Der Herbst ist da und mit ihm kommt die erste Erkältungswelle. Die Zahl der Atemwegserkrankungen hat laut Mitteilung des Robert-Koch-Instituts (RKI) in der letzten Woche stark zugenommen. "Die Aktivität akuter respiratorischer Erkrankungen (ARE) in der Bevölkerung ist in der 37. KW im Vergleich zur Vorwoche insgesamt deutlich gestiegen", schreibt das RKI im aktuellen ARE-Wochenbericht.
Dabei wurden laut RKI hauptsächlich Rhinoviren und Parainfluenzaviren (PIV) gefunden. Auch beim Corona-Virus ist ein leichter Anstieg zu beobachten. Eine Variante ist dabei weiter für die meisten Fälle verantwortlich: 84 Prozent der Fälle gehen laut RKI auf "Stratus" zurück.
Bundeswehr trainiert in rauer Wildnis den Basen-Angriff
Mitten in der eisigen Wildnis Westgrönlands trainiert die Bundeswehr mit europäischen Partnern den Ernstfall. Beim Nato-Manöver "Arctic Light 2025" üben sie den Angriff auf eine feindliche Basis und zeigen damit auch, dass die Arktis strategisch immer wichtiger wird.
Nach Kimmel-Absetzung werden Vorwürfe der staatlichen Zensur lauter
In den USA sorgt die Absetzung der Late-Night-Show "Jimmy Kimmel Live" durch den zum Disney-Konzern gehörenden Sender ABC für scharfe Kritik aus der Medienbranche. Künstler- und Autorengewerkschaften warfen dem Präsidialamt und dem Sender einen Angriff auf die Redefreiheit und staatliche Zensur vor. ABC hatte zuvor die Sendung auf unbestimmte Zeit abgesetzt und dies mit Äußerungen des Moderators über den tödlichen Anschlag auf den rechtskonservativen Aktivisten Charlie Kirk begründet. Kritiker befürchten, die Regierung von Präsident Donald Trump könne die Tat als Vorwand benutzen, um gegen unliebsame Personen und Organisationen vorzugehen.
Die Gewerkschaften der Autoren und Schauspieler verurteilten den Schritt am Mittwochabend scharf. "Was wir unterschrieben haben – so schmerzhaft es manchmal auch sein mag – ist die befreiende Übereinkunft, unterschiedlicher Meinung zu sein", hieß es in einer Erklärung der US-Drehbuchautorengewerkschaft Writers Guild of America. "Schande über diejenigen in der Regierung, die diese grundlegende Wahrheit vergessen. Was unsere Arbeitgeber angeht: Unsere Worte haben euch reich gemacht. Uns zum Schweigen zu bringen, macht die ganze Welt ärmer."
"Feuert diese Person!": Spielefirma nach Faschismus-Post unter Beschuss
Die Stimmung in den USA heizt sich Tage nach dem Attentat auf Charlie Kirk immer weiter auf - es muss einem eigentlich Bauchschmerzen bereiten. Ein weiteres Beispiel: Die Spielefirma Bethesda postete am Wochenende einen Promoclip aus dem Spiel "Indiana Jones und der Große Kreis". Hintergrund ist, dass vor wenigen Tagen eine neue Erweiterung dazu herauskam. In dem Clip streichelt "Indy" eine Katze und merkt an: "Dir sind diese Faschisten ziemlich egal, oder?". "Braves Kätzchen", schrieb die Firma über den Clip. Der Post ist inzwischen gelöscht.
Die Äußerung des berühmten fiktiven Archäologen, der in seinen Filmen bekanntlicherweise immer wieder gegen Nazis und Faschisten kämpfte, verstehen viele Kirk-Anhänger nun als geheime Botschaft, die sich auf den Mord an dem rechten Influencer bezieht. Deshalb fordern sie Konsequenzen. "Feuert diese Person oder tragt die Konsequenzen", schreibt der ebenfalls scharf rechte Wortführer und Influencer "The Quartering". Auch in den Kommentaren fordern unzählige User ein Boykott der Spielefirma. Immerhin sind manche Nutzer etwas rationaler: "Habt ihr gedacht, dass Indiana Jones, der Mann, der gegen Nazis kämpft, Nazis mögen würde?", fragt einer, "Ich bin verwirrt, was hat dieses Katzenvideo mit Charlie Kirk zu tun?", ein anderer.
Film über Palästinenser gewinnt israelischen Filmpreis - Minister streicht Gelder
Nach der Auszeichnung eines israelischen Films über einen palästinensischen Jungen mit dem renommierten Ophir Award kündigte Israels Kulturminister Miki Sohar die Streichung staatlicher Mittel für den wichtigsten Filmpreis des Landes an. Die "beschämende Zeremonie" werde künftig nicht mehr gefördert, erklärte Sohar am Mittwoch. Der Spielfilm "Hajam" (Deutsch: Das Meer) des israelischen Regisseurs Schai Carmeli Pollak erzählt die Geschichte eines Zwölfjährigen aus dem Westjordanland, der zum ersten Mal in seinem Leben das Meer in Tel Aviv sehen möchte. Brisant ist: Mit der Ophir-Prämierung wird der Film automatisch zum israelischen Kandidaten für einen Oscar als bester ausländischer Film.
Der auf Arabisch und Hebräisch gedrehte Film gewann am Dienstagabend fünf Ophir Awards, darunter für den besten Hauptdarsteller. Mohammad Ghasawi ist der jüngste Schauspieler, der je mit diesem Preis ausgezeichnet wurde. Mehrere Filmemacher und Gäste erschienen als Zeichen des Protests gegen den Gaza-Krieg in schwarzer Kleidung zur Preisverleihung. Viele der Redner forderten die Rückkehr der seit fast zwei Jahren von der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas festgehaltenen Geiseln und ein Ende des Krieges im Gazastreifen.
Fridays for Future: Regierung ist "völlig im Gasrausch"
Vor einem weltweiten Aktionstag für mehr Klimaschutz und Steuergerechtigkeit bescheinigt die Umweltbewegung Fridays for Future der Bundesregierung Tatenlosigkeit im Kampf gegen die Klimakrise. "Von Borkum bis Bayern will die Regierung nach fossilem Gas bohren, sie will Dutzende dreckige Gaskraftwerke bauen", sagte Carla Reemtsma von Fridays for Future. "Diese Regierung ist völlig im Gasrausch." Am Samstag soll es weltweit in rund 100 Ländern Aktionen für mehr Klimaschutz geben, allein in Deutschland an 70 Orten - darunter in Berlin, München, Hamburg, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Dresden.
Protestiert wird unter anderem für einen sofortigen Stopp aller neuen Erdgasprojekte hierzulande, etwa auf Borkum in einem Gebiet nahe dem Nationalpark Wattenmeer. Im Demo-Aufruf heißt es: "Während die Klimakrise weltweit Existenzen zerstört, heizt die Bundesregierung sie weiter an." Erdgas sei kein harmloser Energielieferant für den Übergang, sondern ein extrem klimaschädlicher Brandbeschleuniger. Unter dem Motto "Draw the Line" wird am Samstag auch dafür demonstriert, Milliardäre und umweltverschmutzende Firmen stärker zu besteuern, um Klimaschutz und eine bessere staatliche Daseinsvorsorge zu finanzieren.
Was heute wichtig wird
Hallo, liebe Leserinnen und Leser,
Seit Mai 2023 gibt es das Deutschlandticket. Schätzungsweise 14 Millionen Menschen nutzen die für 58 Euro erhältliche Monatskarte im öffentlichen Regional- und Nahverkehr. Nun droht eine erneute Preiserhöhung. Wie hoch sie ausfallen wird, darüber beraten heute die Verkehrsminister in München. Auf einen Betrag einigen müssen sich die Länder, der Bund ist außen vor. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur könnte das Deutschlandticket vom kommenden Jahr an 62 bis 64 Euro im Monat kosten.
US-Präsident Donald Trump spricht heute bei seinem Staatsbesuch in Großbritannien mit Premierminister Keir Starmer.
Der Bundestag stimmt heute abschließend über den Bundeshaushalt 2025 ab. Der Etat sieht Ausgaben von rund 502,5 Milliarden Euro vor.
Eintracht Frankfurt startet um 21 Uhr mit einem Heimspiel in der Champions League gegen den türkischen Meister Galatasaray Istanbul.
In Frankreich werden heute bei landesweiten Streiks aus Protest gegen die Sparpläne der Regierung Hunderttausende auf den Straßen erwartet.
Bundeskanzler Friedrich Merz reist heute zu seinem Antrittsbesuch nach Madrid, um mit dem spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sanchez über europapolitische Themen und internationale Sicherheitsfragen zu sprechen.
Die Spitzen der deutschen Wirtschaft treffen sich heute in Berlin mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag und freue mich, wenn Sie weiter mitlesen. Sie erreichen mich unter tobias.hauser@ntv.de
Ihr Tobias Hauser
Studenten-Mieten brechen erstmals besorgniserregende Marke
Die Wohnungsnot und immer höhere Mieten machen auch den Studentinnen und Studenten zu schaffen - erstmals überschreiten ihre Wohnkosten im Durchschnitt die symbolische 500-Euro-Marke. Zu Beginn des Wintersemesters lagen ihre Mieten durchschnittlich bei 505 Euro monatlich, wie aktuelle Zahlen des Moses Mendelssohn Instituts zeigen.
Dabei gibt es riesige regionale Unterschiede. Die teuersten Bundesländer sind:
Berlin (650 Euro)
Hamburg (620 Euro)
Bayern (603 Euro)
Die günstigsten sind:
Sachsen-Anhalt (350 Euro)
Thüringen (362 Euro)
Sachsen (377 Euro)
Die Spreizung ist bedenklich, sagt Projektleiter Stefan Brauckmann. "Problematisch wird es, wenn der Geldbeutel der Eltern darüber entscheidet, ob ein Studium am gewünschten Ort möglich ist." Er forderte, die staatliche Ausbildungsunterstützung BAföG zu erhöhen und damit "an die Realität anzupassen". Der Kreis der Anspruchsberechtigten müsse erweitert werden, sagte er. Außerdem solle das Bundesprogramm "Junges Wohnen" fortgeführt und erweitert werden.
Richterin: Prominenter propalästinensischer Aktivist Khalil wird abgeschoben
Eine US-Richterin hat die Abschiebung des prominenten propalästinensischen Aktivisten Mahmoud Khalil nach Algerien oder Syrien angeordnet. Richterin Jamee Comans im Bundesstaat Louisiana begründete dies in Gerichtsunterlagen damit, dass Khalil vorsätzlich nicht alle Informationen für seinen Antrag auf eine dauerhafte US-Aufenthaltsgenehmigung, eine sogenannte Green Card, offengelegt habe. Khalil erklärte gegenüber der Bürgerrechtsorganisation American Civil Liberties Union: "Es ist keine Überraschung, dass die Trump-Regierung weiterhin Vergeltungsmaßnahmen gegen mich wegen meiner Ausübung der Meinungsfreiheit ergreift."
Khalil war eines der bekanntesten Gesichter der Proteste gegen den Krieg im Gazastreifen an der Columbia-Universität in New York. Er war Anfang März von Beamten der Einwanderungspolizei ICE festgenommen worden, obwohl er eine dauerhafte US-Aufenthaltsgenehmigung besitzt und mit einer US-Bürgerin verheiratet ist. Die Trump-Regierung stufte ihn als Gefahr für die nationale Sicherheit ein. Nach seiner Festnahme am 8. März wurde der Student in ein Abschiebegefängnis in Louisiana verlegt. Seine Frau brachte im April den Sohn des Paares in New York ohne ihren Mann zur Welt, weil Khalil eine vorübergehende Freilassung für die Entbindung verweigert wurde. Im Juni ordnete ein Richter seine Freilassung an.
Hamas-Anführer Ghazi Hamad zeigt sich erstmals seit Angriff
Ein ranghoher Anführer der islamistischen Terrororganisation Hamas hat sich erstmals seit dem Angriff Israels auf die Hamas-Spitze in der katarischen Hauptstadt Doha öffentlich gezeigt. Ghazi Hamad sagte dem arabischen TV-Sender Al-Dschasira, er sei während des Luftangriffs vergangene Woche vor Ort gewesen. Die Hamas-Delegation habe sich jedoch schnell in Sicherheit bringen können.
Die Gruppe sei gerade dabei gewesen, über einen Vermittlungsvorschlag für eine Waffenruhe im Gaza-Krieg zu beraten, als es zu dem Angriff kam, sagte Hamad.
Nach Hamas-Angaben schlug die Attacke fehl, demnach wurde kein Mitglied des Verhandlungsteams getötet. Sechs Menschen seien aber ums Leben gekommen. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu betonte zuletzt, der Angriff habe eine klare Botschaft vermittelt: "Ihr könnt euch verstecken, ihr könnt weglaufen, aber wir werden euch schnappen", sagte er mit Blick auf führende Hamas-Mitglieder.