mit Uladzimir ZhyhachouDas war Mittwoch, der 10. September 2025
Es sei ein "beispielloser Moment in der Geschichte der Nato", sagt der polnische Präsident Karol Nawrocki zu dem Vorfall, der sich heute Morgen im Himmel über seinem Land abspielt. Mindestens 16 russische Drohnen dringen in den polnischen Luftraum ein und fliegen zum Teil Hunderte Kilometer ins Landesinnere - bevor einige von ihnen von Nato-Kampfjets abgeschossen werden. Die Russen - wie so oft - bestreiten eine Absicht und überziehen Polen stattdessen mit Vorwürfen. Im Westen werden die Rufe nach einer kraftvollen Reaktion lauter.
Was war heute sonst wichtig:
Verdächtiger festgenommen: Trump-Verbündeter Charlie Kirk bei Veranstaltung niedergeschossen
Wahl noch im September: SPD nominiert Sigrid Emmenegger für das Bundesverfassungsgericht
"Es ist das chinesische Modell": Trump führt die USA in den autoritären Staatskapitalismus
Laut Bloomberg-Ranking: Larry Ellison löst Elon Musk als reichster Mensch der Welt ab
Liebe Leserinnen und Leser, ich verabschiede mich in den Feierabend und wünsche Ihnen eine gute Nacht!
"Blanker Antisemitismus": Festival lädt Münchner Philharmoniker wegen Dirigent aus
Nachdem der israelische Dirigent Lahav Shani und die Münchner Philharmoniker kurzfristig vom Flanders Festival Ghent in Belgien ausgeladen wurden, spricht Kulturstaatsminister Wolfram Weimer von einer "Schande für Europa". Unter dem Deckmantel vermeintlicher Israel-Kritik werde ein Kultur-Boykott betrieben, sagt er. "Das ist blanker Antisemitismus und ein Angriff auf die Grundlagen unserer Kultur."
Das Festival hatte die Absage damit begründet, dass Shani auch Musikdirektor des Israel Philharmonic Orchestra ist und sich nicht ausreichend vom "genozidalen Regime in Tel Aviv" distanziert habe. Orchester und Stadt München zeigen sich entsetzt.
Weimer betont: "Europäische Bühnen dürfen nicht zu Orten werden, an denen Antisemiten den Spielplan diktieren. Deutschland wird das nicht hinnehmen." Das Orchester sei ein Aushängeschild deutscher Kultur und Weltklasse. "Wer ihm und seinem künftigen Chefdirigenten die Bühne verweigert, schadet Europa und seiner eigenen Glaubwürdigkeit."
Merz kritisiert Israels Regierung - ist aber skeptisch zu Sanktionen
Bundeskanzler Friedrich Merz zeigt sich nach dem Angriff auf Ziele in Katar und dem fortgesetzten Krieg im Gazastreifen zurückhaltend bei weiteren Sanktionen gegen Israel.
Er habe die Vorschläge von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zur Kenntnis genommen. "Es hat sich an der deutschen Israelpolitik im Grundsatz nichts geändert", betonte Merz. Deutschland stehe weiter an der Seite Israels.
Gleichzeitig kritisiert er das Vorgehen der israelischen Regierung. Man sei sich in der Koalition einig, dass das Vorgehen Israels nicht akzeptabel sei.
Trump-Verbündeter Charlie Kirk bei Veranstaltung niedergeschossen
Der rechte Aktivist und Trump-Verbündete ist bei einer Veranstaltung in Utah niedergeschossen worden. Das berichten mehrere US-Medien übereinstimmend. Kirk sprach bei einer Veranstaltung auf dem Campus der Utah Valley University vor mehreren Menschen.
Auf einem auf Social Media kursierenden Video ist zu hören, wie ein Schuss fällt. Kirk fasst sich daraufhin in den Nackenbereich und unter der Zuhörenden auf dem Universitätsgelände bricht Panik aus. Wie schwer die Verletzungen des 31-jährigen Kirks sind, ist nicht bekannt.
Tausende Berliner Haushalte weiterhin ohne Strom
Von dem großflächigen Stromausfall im Südosten Berlins sind weiterhin Tausende von Menschen sowie viele Firmen und Geschäfte betroffen. Aber es geht voran, wie ein Sprecher von Stromnetz Berlin versicherte. So hatten am späten Nachmittag rund 13.700 Kunden weiter keinen Strom. Am frühen Morgen waren es mit rund 20.000 noch deutlich mehr.
Während der Abendstunden und der Nacht sei nicht damit zu rechnen, dass in zahlreichen weiteren Haushalten wieder das Licht eingeschaltet werden könne. Aber bis spätestens Donnerstagabend sollen alle Kunden wieder mit Strom versorgt sein, betonte der Sprecher. Der Störfall sei bereits jetzt der längste seit mindestens 25 Jahren in der Hauptstadt.
Der Stromausfall rund um den Stadtteil Adlershof im Bezirk Treptow-Köpenick mit seinem Technologiegelände betraf am Dienstagmorgen zunächst rund 50.000 Haushalte und Firmen. Auch S-Bahnhöfe, Einkaufszentren, einzelne Geschäfte und Pflegeheime mussten ohne Strom auskommen. Grund für den Störfall ist ein mutmaßlich linksextremistischer Brandschlag auf zwei Strommasten.
Baerbock gerät mit arabischem Journalisten aneinander
Annalena Baerbock ist neue Präsidentin der UN-Vollversammlung. Kurz nach ihrer Vereidigung wird sie auf einer Pressekonferenz mit einem Zitat aus ihrer Funktion als Außenministerin konfrontiert. Doch Baerbock weist den Journalisten zurecht, das Zitat auch korrekt wiederzugeben.
Israel greift erneut Huthi-Ziele im Jemen an
Die israelische Luftwaffe hat nach eigenen Angaben erneut Militärlager und eine Treibstoffanlage der Huthi-Miliz in Sanaa und Al-Dschauf bombardiert. Mindestens neun Menschen kamen ums Leben, 118 weitere wurden verletzt, meldete das von den Huthi kontrollierte Gesundheitsministerium.
Die Miliz sprach von Angriffen auf "ausschließlich zivile Ziele" und kündigte Vergeltung an. Israel begründet die Operation als Reaktion auf frühere Huthi-Attacken, darunter eine abgefangene Rakete und eine Drohne. Verteidigungsminister Israel Katz sprach von einem "weiteren schmerzhaften Schlag" gegen die Miliz.
Seit Beginn des Krieges zwischen Israel und der Hamas greifen die Huthi Israel immer wieder an. Israel reagiert mit gezielten Angriffen auf militärische Huthi-Ziele im Jemen.
Bremen erlaubt Mensch-Haustier-Friedhöfe
Ein Grab gemeinsam mit seinem geliebten Haustier - in Bremen ist das künftig möglich. Die Bremische Bürgerschaft hat einem Gesetzentwurf zugestimmt, nach dem Friedhöfe Flächen für Mensch-Tier-Gräber ausweisen können. Möglich ist auch, dass ganze Friedhöfe für Mensch-Haustier-Grabstätten freigegeben werden. Die neue Regel ermöglicht, dass Menschen gemeinsam mit einer Urne, in der die Asche eines Haustieres ist, begraben werden. Haustiere können in einem Tierkrematorium eingeäschert werden. Die Möglichkeit für solche Grabstätten gibt es auch in anderen Bundesländern.
Umfrage: Drei von vier Piloten schlafen während des Fluges ein
Wenn Flugbegleiter vor dem Start "relax and enjoy your flight" sagen, gilt das offenbar nicht nur für die Passagiere. Die meisten Piloten legen während eines Fluges einer Umfrage zufolge ein Nickerchen ein. In einer Umfrage der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) unter 900 Mitgliedern sagten 93 Prozent, sie hätten in den vergangenen Monaten ein sogenanntes Napping genutzt. "Was ursprünglich als kurzfristige Erholungsmaßnahme vorgesehen war, hat sich zu einem dauerhaften Mittel gegen strukturelle Überlastung entwickelt", schlussfolgerte die Vize-Gewerkschaftsvorsitzende Katharina Dieseldorff.
Piloten berichteten, dass sie ihre Einsätze trotz starker Ermüdung absolvierten. "Ursache sind enge Dienstpläne, Personalmangel und zunehmender operativer Druck", erklärte Dieseldorff.
"Ein kurzes Napping ist an sich unkritisch", betonte sie. Piloten sitzen zu zweit im Cockpit, zwischen Start und Landung schalten sie meist den Autopiloten ein. "Eine dauerhaft erschöpfte Cockpitbesatzung stellt jedoch ein erhebliches Risiko dar", warnte die Gewerkschafterin.
VC betonte, die Befragung sei nicht repräsentativ. Von den mehr als 900 Teilnehmern berichteten demnach 56 Prozent, sie hätten auf Langstrecken ein Nickerchen zur Erholung gemacht, 44 Prozent auf Kurzstrecken. Für drei von vier der Befragten ist Napping demnach "Standard". Die Befragten arbeiten demnach bei fast allen deutschen Fluggesellschaften.
Explosionen bei Moskau: Flammensäule türmt sich über Möbellager auf
Nördlich von Moskau gerät ein Möbellager in Brand. Augenzeugen berichten von Explosionen, eine große Rauchsäule ist kilometerweit sichtbar. Handyvideos zeigen den Großbrand. Die Ursache des Feuers bleibt zunächst unklar.
Schweden will Strafmündigkeit auf 13 Jahre senken
Um gegen das organisierte Verbrechen vorzugehen, plant die schwedische Regierung, das Strafmündigkeitsalter von 15 auf 13 Jahre abzusenken. Hintergrund ist die wachsende Rekrutierung von Kindern durch Banden, die sie für Schießereien und Bombenanschläge einsetzen.
Ministerpräsident Ulf Kristerssons Regierungsbündnis sprach von einer "dramatischen Entwicklung", da die Zahl der mutmaßlichen Straftaten mit unter 15-Jährigen binnen eines Jahrzehnts stark gestiegen sei.
Die Absenkung der Strafmündigkeit bei schweren Verbrechen soll zunächst für fünf Jahre gelten. Weitere Maßnahmen reichen von speziellen Jugendgefängnissen bis hin zu erweiterten Eingriffsbefugnissen der Polizei.
Emmenegger neue SPD-Kandidatin als Verfassungsrichterin
Die SPD hat nach dem Rückzug von Frauke Brosius-Gersdorf die Verwaltungsrichterin Sigrid Emmenegger als neue Kandidatin für die Wahl als Richterin am Bundesverfassungsgericht benannt. Das geht aus einem Brief der parlamentarischen Geschäftsführer von Union und SPD an die Fraktionen hervor.
Ministerin: 16 Jahre krankgeschriebene Lehrerin ein Einzelfall
Nach dem Aufsehen erregenden Fall einer Lehrerin aus dem Ruhrgebiet, die seit 16 Jahren krankgeschrieben war und dennoch weiter Besoldung erhielt, haben die Bezirksregierungen in Nordrhein-Westfalen keine ähnlichen Fälle entdeckt. Laut Schulministerin Dorothee Feller handelt es sich um ein "gravierendes Fehlverhalten im Einzelfall".
Die Frau hatte seit 2009 keinen Dienst mehr geleistet und regelmäßig Atteste eingereicht - ohne dass eine amtsärztliche Untersuchung angeordnet wurde. Erst in diesem Jahr griff die Bezirksregierung Düsseldorf ein.
Der Vorfall sei "nicht zu entschuldigen und in seiner Dimension auch nicht nachvollziehbar", hielt die Schulministerin in einem Bericht an den Landtag fest. "Das betrifft sowohl das Verhalten der Lehrkraft als auch die Bearbeitung des Vorgangs in der Bezirksregierung Düsseldorf."
Riesige Flammen schießen aus Berg in Neapel
Knallgeräusche und eine riesige Rauchsäule über dem Stadtteil Pianura in Neapel: In einer Feuerwerksfabrik kommt es zu einer Reihe von Explosionen, der Grund ist noch unklar. Das so entstandene Feuer springt auch auf die umliegende Landschaft über.
Mutmaßlicher Missbrauch: Passanten befreien Jungen aus Wohnung
In Nürnberg ist ein Junge im Grundschulalter mutmaßlich Opfer eines sexuellen Missbrauchs geworden. Nach Angaben der Polizei soll ein 54-Jähriger das Kind am Samstagabend vom Spielplatz in seine Wohnung gelockt und dort missbraucht haben. Passanten seien aufmerksam geworden und den beiden gefolgt - nach mehrfachem Klingeln sei der Junge dann aus der Wohnung gekommen. Die Zeugen brachten ihn nach Hause und alarmierten die Polizei, wie die Ermittler nun mitteilten. Ein Richter habe mittlerweile Haftbefehl gegen den 54-Jährigen erlassen.
Schichtwechsel
Tobias Hauser verabschiedet sich in den wohlverdienten Feierabend, weiter geht's mit mir. Ich heiße Uladzimir Zhyhachou und wünsche Ihnen einen wunderschönen Nachmittag!
"Hitler"-Rufe bei Termin: Protestler crashen Trumps Dinner
Trump will öffentlichkeitswirksam den Einsatz der Nationalgarde in der US-Hauptstadt feiern. Doch als er mit Gefolge dinieren will, stürmen Demonstrantinnen das Restaurant. Vor der Gaststätte will der US-Präsident demonstrieren, wie sicher die Stadt geworden ist, ist aber umgeben von unzähligen Sicherheitskräften.
Spanien fordert erneut Ausschluss Israels vom ESC - und droht mit Rückzug
Wegen des Gaza-Kriegs fordert die spanische Regierung erneut den Ausschluss Israels vom Eurovision Song Contest. Sollte dies nicht geschehen, müsse Spanien gegebenenfalls über einen Rückzug vom Musik-Wettbewerb nachdenken, sagte Kulturminister Ernest Urtasun im Interview des staatlichen TV-Senders RTVE. Zuvor hatte in Spanien unter anderem auch Ministerpräsident Pedro Sánchez den Ausschluss Israels gefordert.
RTVE ist einer der fünf größten Geldgeber des ESC. Auf die Frage nach einem möglichen Rückzug des Senders sagte Urtasun: "Das ist eine Entscheidung, die RTVE treffen muss. Aber was ich sagen kann, ist: Wenn Israel teilnimmt und wir es nicht schaffen, sie auszuschließen, wird man Maßnahmen ergreifen müssen." Man werde dann auch einen Rückzug erwägen müssen. Sánchez hatte im Mai als Begründung für seine Forderung das militärische Vorgehen Israels im Gazastreifen genannt. Die Offensive habe sogar in der Nacht des ESC-Finales 2025 mit weiteren Bombardierungen angedauert, betonte er.
Business-Jet rast über Landebahn fast auf volle Straße
Im US-Bundesstaat Florida kommt es beinahe zu einer Katastrophe: Ein Businessjet schießt bei der Landung am Flughafen von Boca Raton über die Landebahn hinaus. Erst eine spezielle Notfallspur stoppt das Flugzeug - nur wenige Meter vor einer stark befahrenen Schnellstraße.
Bundesanwaltschaft klagt "Sächsische Separatisten" an
Zehn Monate nach der Zerschlagung der rechtsextremistischen Gruppe Sächsische Separatisten hat die Bundesanwaltschaft Anklage gegen acht mutmaßliche Mitglieder erhoben. Sie sollen sich auf den Zusammenbruch Deutschlands vorbereitet haben, um dann mit Waffengewalt möglichst große Gebiete in Sachsen zu erobern. Einer der Angeschuldigten, ein früherer AfD-Politiker, ist auch wegen versuchten Mordes angeklagt. Er habe bei seiner Festnahme ein geladenes Gewehr gegen einen Polizisten gerichtet, teilte die Bundesanwaltschaft mit. Die acht Männer waren im November festgenommen worden, sie sitzen seitdem in Untersuchungshaft.
Die freiheitlich-demokratische Grundordnung der Bundesrepublik lehnten sie ab. Sie sollen paramilitärische Trainings mit Kampfausrüstung absolviert haben, um sich auf den aus ihrer Sicht unausweichlichen Umsturz vorzubereiten. In Sachsen hätten sie einen Staat gründen wollen, der sich an der Ideologie des Nationalsozialismus ausrichten sollte.
US-Militär schießt auf "Ufo" - das fliegt einfach weiter
Ein neu veröffentlichtes Video zeigt ein unbekanntes Flugobjekt über dem Meer vor Jemen. Eine US-Drohne feuert eine Rakete auf die Kugel - ohne erkennbaren, nachhaltigen Effekt. Das Material wird nun bei einer Ufo-Anhörung im US-Kongress gezeigt und wirft Fragen auf.
US-Bürgerin registrierte ihre Hündin als Wählerin - jahrelange Haft droht
Weil sie ihre Hündin als Wählerin registriert hat, droht einer Frau in den USA eine mehrjährige Haftstrafe. Die beschuldigte Laura Yourex erschien kurz vor einem kalifornischen Gericht. Ihr Anwalt Jaime Coulter sagte anschließend vor Journalisten, die 62-Jährige habe mit der Registrierung ihrer Hündin Maya Mängel im US-Wahlsystem aufzeigen wollen. Laut Coulter wollte seine Mandantin die Behörden dazu bewegen, "nachzuforschen und unser Wahlregistrierungssystem endgültig zu verbessern". Mittlerweile bedauere sie ihr Handeln jedoch.
Nach der Gouverneurswahl in Kalifornien 2021 hatte Yourex in Online-Netzwerken ein Foto ihrer Hündin Maya Jean mit einem "Ich habe gewählt"-Sticker veröffentlicht. Auch bei den bundesweiten Zwischenwahlen 2022 gab Yourex für ihre Hündin einen Stimmzettel ab. Im Oktober 2024 erklärte sie, dass Maya "immer noch ihre Wahlunterlagen" bekomme, obwohl die Hündin mittlerweile gestorben sei. Yourex stellte in dem Fall eine Selbstanzeige. Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau aus Costa Mesa südlich von Los Angeles nun unter anderem Meineid, die Einreichung eines falschen oder gefälschten Dokuments und widerrechtliche Wahl-Registrierung und -Teilnahme vor. Darauf stehen bis zu sechs Jahre Haft.
Container-Türme stürzen von Frachter in US-Hafen
Im Frachthafen von Long Beach im US-Bundesstaat Kalifornien kommt es zu einem krachenden Zwischenfall. Ein aus China eingelaufenes Schiff verliert am Pier plötzlich Teile seiner Ladung. Riesige Container stürzen zu Dutzenden von dem Frachter, ganze Türme kippen von Bord ins Wasser.
Lebenslange Haft für Messer-Attentäter von Solingen
Im Prozess um den Messeranschlag von Solingen hat das Oberlandesgericht Düsseldorf einen 27-jährigen Syrer schuldig gesprochen. Das Gericht verurteilte Issa Al H. zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung.
Katar widerspricht Trumps Darstellung zu Angriffswarnung
Katar ist über den israelischen Luftangriff auf die Hamas-Führungsspitze in Doha nach eigener Darstellung von den USA rund zehn Minuten nach der Bombardierung informiert worden. Das sagte Katars Ministerpräsident Mohammed bin Abdulrahman Al Thani am Dienstagabend vor Journalisten. "Der Angriff ereignete sich um 15.46 Uhr. Der erste Anruf eines amerikanischen Regierungsvertreters erreichte uns um 15.56 Uhr, also zehn Minuten nach dem Angriff", sagte Al Thani. Die US-Seite habe in dem Telefonat erklärt, dass sie soeben erst von dem Angriff erfahren habe.
Al Thani widersprach damit der Darstellung der US-Regierung in Washington. Eine Sprecherin des Weißen Hauses sagte am Dienstag, dass Präsident Donald Trump seinen Nahost-Sondergesandten Steve Witkoff angewiesen habe, Katar über den bevorstehenden Angriff zu informieren.
EU-Kommission stoppt Zahlungen an Israel
Wegen Israels Vorgehen im Gazastreifen setzt die EU-Kommission ihre Unterstützung für das Land aus. Man werde alle entsprechenden Zahlungen stoppen, sagt Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Es solle allerdings keine Auswirkungen für die Arbeit mit der israelischen Zivilgesellschaft oder der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem geben.
Weniger Asylbewerber bekommen staatliche Leistungen
Die Zahl der Asylbewerber, die Leistungen vom Staat erhalten, ist 2024 gesunken. Laut Statistischem Bundesamt bezogen Ende vergangenen Jahres 461.000 Menschen in Deutschland Regelleistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz - und damit etwa zehn Prozent oder 52.700 Menschen weniger als zum Vorjahresende. Leistungsberechtigt sind Ausländer, die sich im Bundesgebiet aufhalten und die Voraussetzungen dafür erfüllen. Dabei wird unterschieden zwischen Regelleistungen und besonderen Leistungen.
64 Prozent der Regelleistungsempfänger am Jahresende 2024 waren männlich. 29 Prozent waren minderjährig. Die häufigsten Herkunftsländer waren Türkei (15 Prozent), Syrien (14 Prozent) und Afghanistan (11 Prozent) aller Leistungsberechtigten. Zuvor war das häufigste Herkunftsland Syrien gewesen.
Gaza-Hilfsflotte berichtet von weiterem Drohnen-Angriff
Ein weiteres Boot einer Gaza-Hilfsflotte ist nach Angaben der Organisatoren von einer Drohne getroffen worden. "Zweite Nacht, zweiter Drohnenangriff", sagte eine der Koordinatorinnen, Melanie Schweizer der Nachrichtenagentur AFP. Die Aktivisten posteten auch ein Video der Szene auf Instagram, das nicht sofort unabhängig verifiziert werden konnte.
Das unter britischer Flagge fahrende Boot lag am Dienstag in tunesischen Gewässern vor Anker, als sie angegriffen worden sei, erklärte die Organisation Global Sumud Flotilla. Verletzt worden sei niemand. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP sahen ein Boot in der Ferne, das von tunesischen Polizeibooten umzingelt war. Die tunesischen Behörden wiesen Darstellung der Aktivisten zurück und machten brennende Rettungswesten für den Zwischenfall verantwortlich.
Durchsuchungen wegen Dealern in Dresden und Berlin
In Dresden und Berlin durchsucht das Landeskriminalamt Sachsen derzeit mehrere Objekte. Seit den frühen Morgenstunden laufen Einsätze an den Wohn- und Aufenthaltsorten von vier Beschuldigten, teilte die Behörde mit. Den Männern werde vorgeworfen, unerlaubten Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge betrieben zu haben.
Die Tatverdächtigen sind den Angaben nach im Alter von 28 und 34 Jahren. Neben dem Landeskriminalamt Sachsen seien die Bereitschaftspolizei sowie Spezialeinsatzkräfte der sächsischen Polizei und die Berliner Polizei im Einsatz.
Das wird heute wichtig
Bei der Messerattacke auf dem Solinger Stadtfest waren am 23. August 2024 drei Menschen getötet und acht verletzt worden. Im Prozess um den Terroranschlag will das Oberlandesgericht in Düsseldorf heute das Urteil verkünden. Dem geständigen 27-jährigen Issa al Hasan droht die Höchststrafe: lebenslange Haft mit besonderer Schwere der Schuld und anschließende Sicherungsverwahrung. Die Verteidiger haben sich lediglich gegen die Sicherungsverwahrung ausgesprochen.
Außerdem steht heute auf dem Zettel:
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hält um 9.00 Uhr eine Rede zur Lage der Europäischen Union. Es wird erwartet, dass sie neue Projekte für die nächsten zwölf Monate ankündigt.
Frankreich in Alarmbereitschaft: Heute wollen Zehntausende landesweiten Aufrufen zu Demonstrationen folgen. Auch Blockaden werden erwartet.
Das zweithöchste Gericht der Europäischen Union verkündet um 9.00 Uhr ein Urteil in einem Rechtsstreit zwischen Österreich und der EU-Kommission zur Einstufung von Atomkraft und Gas als klimafreundlich.
Der Haushaltsausschuss des Bundestags befragt heute erneut die Sonderermittlerin Margaretha Sudhof zu umstrittenen staatlichen Maskenkäufen zu Beginn der Corona-Pandemie.
Verteidigungsminister Boris Pistorius und Bundesgesundheitsministerin Nina Warken stellen sich heute im Bundestag Fragen der Abgeordneten.
In Köln beginnt um 18.30 Uhr die Gala zur Verleihung des Deutschen Fernsehpreises.
Im EM-Viertelfinale spielen Deutschlands Basketballer bei der EM-Endrunde in Riga um 20.00 Uhr gegen Slowenien, RTL sendet das Spiel.
Ich wünsche Ihnen einen guten Start in den Tag, mein Name ist Tobias Hauser und Sie erreichen ich unter tobias.hauser@ntv.de
Das ist der wohl umständlichste Bahnhof Deutschlands
In Zwotental gibt es bereits seit 1875 einen Bahnhof. Viele Jahrzehnte läuft der Betrieb einwandfrei, dann heißt es plötzlich, das Bahngleis ist zu eng. Nachdem Menschen zunächst gar nicht mehr einsteigen können, gibt es mittlerweile eine Lösung. Die jedoch "findet wenig Anklang".
Fed-Gouverneurin Lisa Cook gewinnt vor Gericht gegen Trump
Im Streit über die Entlassung einer Vorständin der US-Notenbank Fed durch US-Präsident Donald Trump hat der Republikaner vor Gericht einen Rückschlag erlitten. Eine US-Bundesrichterin schob der von Trump angestrebten Entlassung von Lisa Cook wegen angeblichen Hypothekenbetrugs vorübergehend einen Riegel vor. Sie gab damit einer einstweiligen Verfügung statt, auf die Cook vor dem Bundesbezirksgericht des US-Bundesstaates Columbia geklagt hatte.
Trump hatte im August mitgeteilt, Cook mit sofortiger Wirkung aus ihrem Amt zu entlassen. In einem Brief an die Ökonomin begründete er den Schritt damit, dass es hinreichende Gründe für die Annahme gebe, dass sie in einem oder mehreren Hypothekenverträgen falsche Angaben gemacht habe. Cook hatte daraufhin über ihre Anwälte rechtliche Schritte angekündigt. Sie argumentierte, der Präsident dürfe sie gar nicht abberufen. Die Vorwürfe stritt sie ab.
Ricarda Lang schießt gegen Julia Klöckner
Die Grünen setzen ihre Attacken gegen Bundestagspräsidentin Julia Klöckner fort. Nach dem früheren Vizekanzler Robert Habeck wirft auch die ehemalige Grünen-Vorsitzende Ricarda Lang der CDU-Politikerin vor, zu polarisieren, statt zusammenzuführen.
"Julia Klöckner ist insoweit für mich eine Polarisierungsunternehmerin, als dass sie sich ja gar nicht um die realen Probleme vieler Menschen kümmert, sondern, ganz im Gegenteil, vor allem Empörungsdebatten und Symboldebatten daneben stellt", sagte Lang im "Stern"-Podcast "Die Boss - Macht ist weiblich". "Und diese Symboldebatten spalten uns nicht nur innerhalb des demokratischen Spektrums, sondern durchaus auch als Gesellschaft."
Eine Bundestagspräsidentin habe die Demokratie als Ganzes zu repräsentieren und über der parteipolitischen Auseinandersetzung zu stehen. Das unterscheide Klöckner von Vorgängern, die ebenfalls konservative Haltungen vertreten hätten: "Wolfgang Schäuble und Norbert Lammert hatten Positionen. Keinem von beiden würde man die eigene Position absprechen. Aber sie haben sie auf eine Weise eingebracht, die uns gesellschaftlich weitergebracht hat", so die Grünen-Bundestagsabgeordnete.
Häftling A2923EV: Boris Becker schreibt übers Gefängnis
Die Schreie lassen Boris Becker nicht los. In der ersten Nacht im Gefängnis hätten sie ihm am meisten zugesetzt. "Schreie, die klingen, als ob jemand Schmerzen hätte", schreibt der 57-Jährige. "Als ob jemand Hilfe bräuchte. Als ob jemand stirbt." In seinem neuen Buch "Inside" erzählt er, wie es ihm während seiner Haft in Großbritannien ergangen ist.
Das Buch schildert auf etwa 340 Seiten, wie Becker vor der Urteilsverkündung seine Sachen packt (Trainingsanzüge, Barack Obamas Autobiografie und ein Aftershave, das ihm später abgenommen wird) und eine Wimbledon-Krawatte umbindet. Wie er bei Haftantritt untersucht wird ("Sie forderten mich auf, die Beine zu spreizen") und sich zurechtfinden muss. Häftlingsnummer A2923EV. Anfangs im berüchtigten Gefängnis Wandsworth untergebracht, in dem einst schon Schriftsteller Oscar Wilde einsaß, verbringt er seine Zeit in einer schimmeligen Zelle. Hält sich mit Frühstücksfernsehen, Atemübungen, Unterrichten und Anrufen bei seiner geliebten Lilian über Wasser.
Als Elitetennisspieler sei man es gewohnt, nur nach vorn auf den nächsten Wettkampf zu blicken. "Die schlechten Dinge, die hinter dir liegen? Ignoriere sie. Pack sie weg", heißt es im Buch an einer Stelle. Im Gefängnis habe er aber angefangen, Dinge neu zu bewerten und sein bisheriges Leben zu überdenken. "Das Gefängnis", schreibt Becker dann auch, "lässt dich nie ganz los."