Das war Dienstag, der 30. Januar 2018
Liebe Leser, zwei totale Mondfinsternisse sind 2018 von der Erde aus zu sehen - die erste am Mittwoch, also morgen. Doch das ist längst nicht alles: Der Mond wird nicht nur verfinstert, er verwandelt sich in einer Nacht in Supermond sowie "Blue Moon". Was das alles bedeutet, können Sie hier lesen.
Und hier können Sie lesen, was heute wichtig war:
Vor Rede zur Lage der Nation: Weißes Haus blamiert sich mit Einladungen
Verhandlungen zur GroKo: Union und SPD klären Familiennachzug
Konvoi in Syrien gestoppt: Syrisches Militär beschießt Türken
Ich wünsche Ihnen eine gute Nacht!
Deutscher Flugschüler stirbt bei Absturz in Spanien
Beim Absturz eines Ultraleichtflugzeuges im Süden Spaniens ist ein deutscher Flugschüler ums Leben gekommen.
Der 55-Jährige sei nach dem Unfall nahe der Ortschaft Villamartín in der Provinz Cádiz auf der Stelle tot gewesen, berichteten Medien unter Berufung auf die zuständigen Behörden. Der Schüler habe die Maschine gesteuert, hieß es.
Der Fluglehrer, ein ebenfalls aus Deutschland stammender 46-Jähriger, sei mit schweren Verbrennungen in ein Krankenhaus gebracht worden.
Der Pilot habe in der Landephase nur 200 Meter vor der Piste des Flugplatzes von Villamartín die Kontrolle über die Maschine verloren. Das Kleinflugzeug sei auf ein Feld gestürzt, sofort in Flammen aufgegangen und fast völlig ausgebrannt.
Zwei Männer von Zug erfasst und getötet
Zwei Männer sind an einem Bahnübergang in Brandenburg von einem Zug erfasst und tödlich verletzt worden.
Sie hätten offensichtlich zuvor die abgesenkten Schranken ignoriert und die Gleise überqueren wollen, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Es sei von einem Unfall auszugehen.
Die rund 50 Reisenden einer Regionalbahn seien unverletzt geblieben. Identität und Alter der beiden Toten waren zunächst noch ungeklärt.
Die Strecke Berlin - Kostrzyn (Küstrin) wurde nach dem Unfall gesperrt. Der Vorfall ereignete sich in der Nähe des Bahnhofs Birkenstein in Hoppegarten.
Zoll findet 870 abgeschnittene Bärentatzen
Während in den USA Tierärzte jeden einzelnen bei den Waldbränden verletzten Bären mit innovativen Methoden zu heilen versuchen, gelten Bärentatzen in China noch immer als 'Gourmet-Happen'. Dass die Tiere schreckliche Qualen erleiden müssen, scheint "Gourmets" und Schmugglern egal zu sein:
Eine für China bestimmte Lieferung von mehr als einer Tonne Bärentatzen ist im Fernen Osten Russlands sichergestellt worden.
In drei Fahrzeugen mit russischen und chinesischen Fahrern seien zudem Überreste von mindestens vier Tigern, Frosch- und Hirschgenitalien sowie Waffen, Munition und Bernstein gefunden worden, teilte die russische Tierschutzorganisation Zentrum des Amur-Tigers mit.
Insgesamt seien rund 870 abgeschnittene Tatzen von Bären gefunden worden, denen in Südchina kräftigende Wirkung angedichtet wird. Die Schmuggler wollten den zugefrorenen Chanka-See überqueren, der im Grenzgebiet zwischen Sibirien und China liegt, um den Zoll zu umgehen.
Ehemann von Mesale Tolu wieder frei
Der Ehemann der deutschen Journalistin Mesale Tolu ist wieder frei.
Suat Corlu war Mitte Januar knapp acht Wochen nach seiner Entlassung aus der Untersuchungshaft in der Türkei wieder festgenommen worden.
Zuvor war er am 29. November bis zu einem Urteil in seinem Prozess auf freien Fuß gesetzt worden. Ihm wird Mitgliedschaft in einer Terrororganisation vorgeworfen, er ist allerdings in einem anderen Verfahren als seine Ehefrau angeklagt.
Die aus Ulm stammende Mesale Tolu saß wegen Verdachts auf Mitgliedschaft in einer Terrororganisation siebeneinhalb Monate in Istanbul in Untersuchungshaft. Kurz vor Weihnachten kam sie frei. Sie darf allerdings nicht aus der Türkei ausreisen. Der Prozess gegen sie wird im April fortgesetzt.
Die Videos des Tages
Attentäter von Stockholm wollte "Ungläubige auslöschen"
Der Attentäter von Stockholm, der im April mit einem Lkw fünf Menschen tötete, wollte den Ermittlern zufolge "Ungläubige auslöschen". Dies habe Rachmat Akilow bei seiner Vernehmung angegeben, teilten die Ankläger mit. Der Prozess gegen den 39-jährigen Usbeken beginnt am 13. Februar. Akilow hat gestanden, am 7. April mit einem gestohlenen Lkw in der Innenstadt von Stockholm durch eine Einkaufsstraße gerast zu sein. Neben drei Schweden, darunter ein elfjähriges Mädchen, wurden ein Brite und eine Belgierin getötet.
Mann rennt auf Autobahn zum Flughafen
Für seinen Weg zum Flughafen hat ein britischer Sportler in Frankreich eine ungewöhnliche und nicht ungefährliche Strecke gewählt: Er rannte auf dem Standstreifen der Autobahn - und trug dazu auch noch Kopfhörer. Die Polizei stoppte den Mann rund 40 Kilometer vor dem Flughafen von Lyon.
Der etwa 20 Jahre alte Brite hatte an einem Hindernislauf im französischen Alpenort Valmorel teilgenommen. Nach dem sogenannten Spartan Race hatte er aber offenbar noch viel Energie: Er wollte die 170 Kilometer zum Flughafen von Lyon rennend zurücklegen.
Der Polizei fiel er auf der Autobahn auf - mit Trekkingschuhen, Mütze und Kopfhörern auf dem Kopf und Rucksack auf dem Rücken.
"Wir haben ihm gesagt, dass es verboten ist, und er hat nicht verstanden warum", berichtete ein Polizist. "Man rennt nicht auf der Autobahn, das ist keine Tartanbahn."
Die Beamten zeigten dem Sportler, wie er abseits der Autobahn zum Flughafen gelangen kann. Auf eine Geldstrafe verzichteten sie.
"Held von Manchester" muss ins Gefängnis
Ein einst als Held vom Manchester-Anschlag gefeierter Obdachloser ist wegen Diebstahls und Betrugs zu mehr als vier Jahren Gefängnis verurteilt worden.
Der 33-Jährige hatte vor dem zuständigen Gericht in Manchester zugegeben, im Chaos nach dem Bombenattentat im Mai 2017 mehrere Opfer bestohlen zu haben.
Der Mann war zunächst als Held gefeiert worden, weil er behauptet hatte, den Opfern zu Hilfe geeilt zu sein. Eine Frau sei in seinen Armen gestorben, erzählte er nach dem Anschlag. Er erfuhr daraufhin eine Welle der Solidarität. Umgerechnet knapp 60.000 Euro an Spenden gingen für ihn ein. Das Geld soll nun an die Spender zurückgegeben werden.
Aufnahmen von Überwachungskameras hatten Zweifel an der Selbstlosigkeit des Mannes aufkommen lassen. Vor Gericht gab er zu, einer 14-jährigen Verletzten das Handy und einer älteren Frau den Geldbeutel gestohlen und deren EC-Karte eingesetzt zu haben.
Rentner tötet Nachbarn wegen Heizkosten – Elf Jahre Haft
Nach einem tödlichen Streit um Heizkosten ist ein Mann in Kassel zu elf Jahren Gefängnis verurteilt worden.
Das Landgericht sah es als erwiesen an, dass der 69 Jahre alte Rentner mit einer Pistole und einer Schrotflinte vorsätzlich und heimtückisch einen Nachbarn getötet und dessen Frau schwer verletzt hat.
Im März 2017 war es zwischen dem Rentner und dem 47 Jahre alten Nachbarn in einem Mehrfamilienhaus zum Streit gekommen. In einem Handgemenge unterlag der Rentner zunächst. Als das Ehepaar von ihm abließ, nahm er eine Pistole, schoss im Treppenhaus hinterrücks auf die Nachbarn und verletzte beide. Dann habe er eine geladene Schrotflinte geholt und das flüchtende Paar in dessen Wohnung verfolgt. Dort habe er erneut auf sie geschossen. Der 47-Jährige kam ums Leben.
Nach Ansicht des Gerichts war der Mann eingeschränkt schuldfähig: Er sei depressiv gewesen und hatte vor der Tat größere Mengen Kaffee mit Schnaps getrunken.
Frau mit Kind im Auto baut fünf Unfälle in 14 Minuten
Nein, Drogen waren offensichtlich nicht im Spiel. Mit einem Kleinkind im Auto hat eine Frau in Passau innerhalb von nur 14 Minuten fünf Unfälle verursacht.
So fuhr die 40-Jährige zunächst an einer roten Ampel rückwärts gegen ein anderes Auto, wenige Minuten später knallte sie gegen ein vor ihr wartendes Fahrzeug. Schließlich stieß sie beim Einfädeln gegen ein anderes Auto und rammte dieses zudem kurz darauf an einer roten Ampel auch noch im Rückwärtsgang.
Als die Frau ihre Fahrt dennoch fortsetzte, entging sie in einer Kurve nur knapp einem Frontalzusammenstoß. Beide Autos schleuderten dabei von der Straße, eines davon überschlug sich.
Warum die Frau gegen die Autos fuhr und dann einfach ihre Fahrt fortsetzte, konnte die Polizei nicht sagen. "Die Tests haben ergeben: kein Alkohol, keine Drogen", sagte ein Sprecher. Ärztliche Untersuchungen sollen nun zeigen, ob die Frau möglicherweise psychisch belastet ist.
Bei den Unfällen wurden fünf Menschen leicht verletzt, unter ihnen die Unfallfahrerin und ihre drei Jahre alte Tochter.
Schlagzeilen zum Feierabend
Airline muss für Bikini-Show an Bord Strafe zahlen
Die vietnamesische Billigfluggesellschaft VietJet muss wegen eines nicht genehmigten Tanzes von Bikini-Models auf einem Flug eine Geldstrafe von umgerechnet 1400 Euro zahlen.
Auf dem Rückflug nach einem erfolgreichen Fußballturnier soll VietJet für die Spieler von Vietnams U23-Mannschaft die Aufführung an Bord organisiert haben. Danach waren in sozialen Medien Bilder von leicht bekleideten Frauen mit den Spielern aufgetaucht.
VietJet entschuldigte sich und beschrieb den Tanz als eine "spontane" Darbietung, die vom Management nicht genehmigt worden sei, wie das staatliche Nachrichtenportal "VnExpress" berichtete.
Die Mannschaft flog von Changzhou in China zurück nach Hanoi, nachdem sie dort das Finale der U23-Asienmeisterschaft mit 1:2 gegen Usbekistan verloren hatte. Die Finalteilnahme war das beste Ergebnis, das jemals ein vietnamesisches Fußballteam bei einem internationalen Turnier erreicht hatte.
Das sind die attraktivsten Städte der Welt
Jetzt verstehe ich, warum man in der "Stadt der Liebe" für eine Tasse Kaffee sieben Euro zahlt. Paris ist laut einer Studie zur Attraktivität von 50 Metropolen weltweit die Stadt mit dem besten Image. Die französische Hauptstadt landete im Anholt-GfK City Brands Index (CBI) vor London und Sydney auf dem Spitzenplatz.
Berlin, vor zwei Jahren noch auf Platz sieben, fiel in dem Ranking auf Rang zehn zurück. München, die zweite untersuchte deutsche Stadt, landete auf Platz 20.
Für die alle zwei Jahre veröffentlichte Studie wurde die Attraktivität der jeweiligen Städte anhand von sechs Kategorien wie dem internationalen Status, den Lebensbedingungen und den Entwicklungsmöglichkeiten untersucht. Dafür wurden in zehn Ländern insgesamt 5057 Menschen befragt.
Einen deutlichen Sprung nach vorne machte in dem Ranking Tokio: Die japanische Hauptstadt liegt nun punktgleich mit Vancouver an der elften Position und konnte an Madrid, Barcelona, Washington, Toronto und Wien vorbeiziehen.
Gottschalk bereut "blöden Witz" über Osteuropäer
TV-Moderator Thomas Gottschalk bereut einen Tweet über Osteuropäer. Auf Twitter hatte er geschrieben: "Hab meine DNA aufschlüsseln lassen. (...) Über 50 Prozent Osteuropäer! Deswegen hab ich als Kind so geklaut." Dies sei ein "blöder Witz" gewesen. Er habe sich missverständlich ausgedrückt, sagte Gottschalk und stellte klar: "Ich bin und werde nie ein Feind von irgendjemand sein - Ausländern, Inländern, egal."
"Lustloser" Postbote hortet halbe Tonne Briefe
Wenn Sie behaupten, dass Sie faul sind oder dass Sie keine Lust zu arbeiten haben, lesen Sie doch diese Meldung.
Ein Postbote hat in Italien über die Jahre mehr als eine halbe Tonne Briefe gehortet statt sie auszutragen.
Die Polizei entdeckte in der Nähe von Vicenza in Norditalien unter anderem Rechnungen, Steuerbescheide, Wahlwerbung und Bußgeldbescheide, die zum Teil aus dem Jahr 2010 stammten, teilte die Polizei mit.
Der 56-Jährige wurde als "lustloser" Postbote bezeichnet.
Es handle sich um den größten Fund nicht-zugestellter Post in Italien, so die Polizei. Die Briefe sollen nun endlich an ihre Adressaten verteilt werden.
Mit entführtem Bus zur Disco: Mann psychisch krank
Im Prozess um einen entführten Linienbus in Halle will die Staatsanwalt den psychisch kranken Angeklagten in einer Fachklinik unterbringen lassen. Ein Gutachten habe ergeben, dass der 34-Jährige seit dem Kindesalter Anzeichen von Schizophrenie zeige, hinzu komme eine Suchterkrankung, sagte der Staatsanwalt in seinem Schlussvortrag vor dem Landgericht Halle. Der Mann habe sein Handeln bei der Tat nicht steuern können.
Der Angeklagte hatte angegeben, Stimmen zu hören. Sie hätten ihn im Juli vergangenen Jahres auch aufgefordert, den Linienbus samt Fahrer und vier Fahrgästen zu kapern. Alle blieben unverletzt.
An einer Disco in Halle-Neustadt stieg der Mann aus. Er wurde später überwältigt.
Vor der Entführung hatte er bereits die Insassen eines Autos bedroht.
Versuchter Mord unter Obdachlosen - Prozessbeginn
Ein Streit um 50 Euro unter zwei Obdachlosen artet sich zu einem Gewaltexzess aus. Wegen versuchten Mordes steht nun ein 41 Jahre alter Mann vor dem Kölner Landgericht.
Er soll am 30. Juli 2017 die Schlafstätte eines anderen Obdachlosen angezündet haben, während dieser dort schlief. Die Staatsanwaltschaft geht von einer heimtückischen Tat aus.
Der Bulgare, der sich verantworten muss, habe gewusst, dass das Opfer auf dem Matratzenlager in einem Bahnbogen des Ehrenfelder Bahnhofs seinen Alkoholrausch ausgeschlafen habe.
Als Motiv gilt Rache: Die beiden Männer sollen am Nachmittag vor der Tat über 50 Euro in Streit geraten sein, die sie einem Passanten gestohlen haben sollen. Das Opfer hatte aber Glück und entkam den Flammen. Laut Anklage erlitt der Mann eine Rauchvergiftung und klagte nach der Tat über Kopf- und Halsschmerzen.
Schichtwechsel
Liebe Leser, meine Kollegin Franziska Türk hat sich bereits in den Feierabend verabschiedet. Ich übernehme ihren Platz in der Redaktion und versorge Sie bis zum späten Abend mit den Nachrichten aus der ganzen Welt. Mein Name ist Uladzimir Zhyhachou, bei Fragen oder Kritik bin ich über uladzimir.zhyhachou(at)nama.de erreichbar.
Über den Autor
Fußballer finden Rasierklingen auf ihrem Rasen
Es gab kein Spiel mit fünf roten Karten und auch keinen Ärger mit den Anwohnern. Warum sie trotzdem vier Rasierklingen auf ihrem Kunstrasenplatz gefunden haben, können sich die Fußballer des Verbandsligisten Palatia Limbach nicht erklären.
Vereinschef Dirk Schmidt ließ den Platz laut "Bild"-Zeitung sofort sperren, rund 40 Mitglieder suchten ihn nach weiteren Klingen ab. "Mir fällt kein Szenario ein, in dem jemand lose Rasierklingen in der Hose trägt und sie verliert", so Schmidt zur Zeitung. Nun ermittelt die Polizei und in den nächsten Tagen will der Verein noch einmal alles mit einem Metalldetektor absuchen - sicher ist sicher.
AfD fordert "Obergrenze" für Wölfe
Der Wolf verbreitet sich in Deutschland wieder - so sehr, dass die AfD-Fraktion im Bundestag einen Antrag einreichen möchte, der die Wolfspopulation regulieren und eine "Obergrenze" für den Bestand festlegen soll. Das sagte der Parlamentsgeschäftsführer Bernd Baumann. Die FDP prescht in eine ähnliche Richtung. Sie plant einen Antrag, der die Jagd auf Wölfe erlauben soll. Denn vor allem Kinder könnten die mit Wolfskontakten verbundenen "Risiken" nicht einschätzen, heißt es.
Zur Zeit leben in Deutschland etwa 150 bis 160 erwachsene Wölfe in 60 Rudeln oder alleine. Sie sind bislang sowohl nach deutschem als auch nach europäischem Recht geschützt - fangen und töten streng verboten.
Frau muss für drei "eiskalte" Morde lebenslang in Haft
Weil sie drei Morde in Gießen und Düsseldorf begangen haben soll, ist eine 36-Jährige zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Gericht ordnete für die Frau, die die Staatsanwaltschaft als "Serienmörderin" bezeichnete, auch eine Sicherheitsverwahrung an. Das Motiv der Täterin: Habgier.
So soll die Frau nach Überzeugung des Gerichts im April 2016 einen 79-jährigen Zauberkünstler umgebracht, bestohlen und hinterher ein Feuer gelegt haben, um die Taten zu vertuschen. Im folgenden Mai ermordete sie laut Kammer zudem eine 86-Jährige und deren 58 Jahre alte Tochter, um dann mit den EC-Karten der Opfer Geld abzuheben. Die Frau schwieg zu den Vorwürfen, Zeugen gab es nicht - das Gericht verließ sich deshalb auf Indizien.
VW beurlaubt Steg wegen Abgastests an Affen
VW zieht "erste Konsequenzen" aus den bekannt gewordenen Abgastests an Affen und beurlaubt seinen Generalbevollmächtigten Thomas Steg. Dieser hat laut VW erklärt, die volle Verantwortung für die Vorgänge zu übernehmen und angeboten, ihn zu beurlauben.
Eine Forschungsvereinigung, die von Volkswagen mitgegründet wurde, hatte Tierversuche an Affen in den USA finanziert.
Anti-Betrugsbehörde ermittelt nach Nutella-Eklat
Ein 950-Gramm-Glas Nutella für 1,41 Euro - ein bisschen kann ich die Begeisterung der Franzosen für eine Rabattaktion der Supermarktkette Intermarché ja schon nachvollziehen. Auch wenn die Tumulte, die das Ganze ausgelöst hat, natürlich etwas zu viel des Guten waren. Jetzt will auch die Anti-Betrugsbehörde des Wirtschaftsministeriums mit dem sperrigen Namen DGCCRF den Preisnachlass von 70 Prozent "genau untersuchen" und Ermittlungen gegen Intermarché einleiten.
Es war wohl die letzte große Rabattaktion dieser Art. Denn schon morgen stellt die französische Regierung ein Gesetz vor, nach dem Supermärkte ihre Waren mindestens zehn Prozent über dem Einkaufspreis verkaufen müssen, um unfaire Praktiken zu verhindern. Intermarché stört das erstmal wenig: Die Supermarktkette kündigte den nächsten Preisnachlass unter dem Motto "Die vier billigsten Wochen in Frankreich" an.
Blinde Frauen ertasten in Kolumbien Brustkrebs
In Kolumbien zählt Brustkrebs aufgrund der veralteten Diagnosegeräte zu den häufigsten Todesursachen. Um das in Zukunft zu ändern, werden sehbehinderte Frauen zu medizinischen Assistentinnen ausgebildet, die erste Anzeichen frühzeitig erkennen sollen - ganz ohne teure Apparate.
Sehbehinderte sind sensibler", so Luis Alberto Olave, Chirurg und Koordinator des Projekts "Hands Save Lives" (Hände retten Leben). "Sie haben einen besser entwickelten Tastsinn." So können Sehbehinderte klinischen Untersuchungen zufolge schon acht Millimeter große Knötchen ertasten, während das Ärzten erst bei zehn und Frauen bei der Selbsterkennung erst bei 15 bis 20 Millimeter großen Geschwulsten möglich ist.
Schlagzeilen zur Mittagspause
Hessens Innenminister spottet über Flüchtlinge
Bei Büttenreden ist Satire Pflicht, mit seinen gereimten Zeilen über minderjährige Flüchtlinge ist Hessens Innenminister Peter Beuth aber etwas übers Ziel hinausgeschossen: Der Auftritt des CDU-Politikers auf der Raketensitzung der Gockel in Taunusstein (wer kennt sie nicht?) wurde auf Twitter über 70.000 Mal geklickt - und erntete Empörung. Denn Beuth spottet dort über Flüchtlinge "in nem Jugendheim", von denen manch einer "fast eher Rentner sein" könnte, und spielt damit auf minderjährige Flüchtlinge an, die den Staat täuschen wollten.
In seiner "grauenhaften Büttenrede" gehe Beuth am politisch rechten Rand auf Stimmenfang, kritisierte die Linken-Vorsitzende im hessischen Landtag. Und der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Günther Rudolph, sagte der "Welt": "Die politische Fastnacht zielt mit ihren Beiträgen normalerweise auf die Mächtigen, Herr Beuth hat dafür die Schwächsten der Gesellschaft gewählt."
Großwildjäger stirbt auf Löwenjagd
Der Abschuss eines Löwen sollte für einen kroatischen Großwildjäger die "Krönung seiner Jägerkarriere" werden - doch am Ende trifft die tödliche Kugel den 75-Jährigen selbst. Die südafrikanische Nachrichtenagentur News24 berichtet unter Berufung auf die Polizei, dass der Mann mit zwei weiteren kroatischen Urlaubern bereits einen ersten Löwen erlegt hatte, als sich der verhängnisvolle Schuss löste, der den Jäger tödlich verletzte. Warum, ist noch völlig unklar.
Das Ereignis soll sich im privaten Reservat Leeuwenbosch (Löwenbusch) ereignet haben, das Löwen zur Jagd aufzieht und auch Schlacht- und Kühlvorrichtungen vor Ort anbietet. In Südafrika ist die Aufzucht von Wildtieren zum späteren Abschuss legal.
Katalanisches Parlament vertagt Wahl
Die für den Nachmittag geplante Sitzung zur Regierungsbildung in Barcelona wurde vom katalanischen Parlamentspräsidenten Roger Torrent auf unbestimmte Dauer verschoben. Das Verfassungsgericht hatte zuvor entschieden, dass der nach Brüssel geflohene Carles Puigdemont - der einzige Kandidat für das Amt des Regionalpräsidenten - bei der Debatte persönlich anwesend sein muss. Er würde bei einer Rückkehr nach Spanien aber festgenommen werden.
Torrent machte trotzdem deutlich, dass Puigdemont nach wie vor der einzige Bewerber für das Amt bleibt. Dieser habe "jedes Recht" dazu, wieder Regionalpräsident zu werden.
Vulkan auf den Philippinen spuckt wieder Asche
Der über 2400 Meter hohe Vulkan Mayon auf den Philippinen hat wieder große Mengen Asche und Lava ausgestoßen. Aus Sorge vor einem bevorstehenden Ausbruch haben sich deshalb mehr als 80.000 Menschen in Notquartiere geflüchtet.
Die Regierung stellte umgerechnet mehr als 350.000 Euro für Nothilfe bereit - unter anderem, um den Ausbruch von Krankheiten zu verhindern. Der Mayon - der aktivste Vulkan der Philippinen - stößt seit Mitte Januar immer wieder Asche aus. Für die kommenden Tage wird eine gefährliche Eruption erwartet.
"Influencer" ist Anglizismus des Jahres 2017
Nach dem Wort des Jahres ("Jamaika-Aus"), dem Unwort des Jahres ("Alternative Fakten") und dem Jugendwort des Jahres ("I bims") steht nun mit etwas Verspätung auch der Anglizismus des vergangenen Jahres fest. Der Begriff "Influencer" wurde von der Jury ausgewählt, weil er immer mehr verwendet wird und weil er eine Lücke im deutschen Wortschatz schließen soll.
"Influencer" gestalten die öffentliche Meinung durch ihre große Reichweite in den sozialen Netzwerken stark mit. Sie setzten sich gegen die Anglizismen "Blockchain" und "nice" auf Platz zwei und drei durch.
Knapp 2900 Deutsche sitzen im Ausland im Gefängnis
In den vergangenen Jahren ist die Zahl der im Ausland inhaftierten Deutschen nach Angaben der "Rheinischen Post" gestiegen: Im vergangenen Jahr betreuten Auslandsvertretungen nach Berichten der Bundesregierung demnach 2867 Haftfälle. 2016 seien es noch knapp 200 weniger und auch in den Vorjahren seinen die Zahlen niedriger gewesen.
Nicht immer kennt die Regierung den konkreten Tatvorwurf. "Zur Zahl der darunter befindlichen möglicherweise aus politischen Gründen Inhaftierten weltweit kann die Bundesregierung keine verlässliche Aussage treffen", schrieb deshalb das Außenministerium.
VW bleibt größter Autobauer der Welt
Toyota muss die Krone für den größten Autobauer der Welt erneut dem Rivalen aus Wolfsburg überlassen. Die Japaner konnten ihren globalen Absatz 2017 zwar um 2,1 Prozent auf 10,38 Millionen Autos erhöhen. Doch Volkswagen konnte ganze 10,74 Millionen Fahrzeuge in alle Welt verkaufen - das sind so viele wie nie zuvor.
VW liegt damit das zweite Jahr in Folge vor Toyota. Für das laufende Kalenderjahr streben die Japaner ebenfalls einen Rekordabsatz von 10,5 Millionen Autos an.
Kate Winslet bereut Arbeit mit mächtigen Männern
Dass sie mit "Regisseuren, Produzenten und mächtigen Männern" zusammengearbeitet hat, denen Missbrauch vorgeworfen wird, bedauert Schauspielerin Kate Winslet mittlerweile. Sie bereue diese "schlechten Entscheidungen", sagte die Oscarpreisträgerin - ohne jedoch Namen zu nennen.
"Mir ist klar geworden, dass mein Schweigen die Angst vieler mutiger Frauen und Männer vergrößern könnte. Sexueller Missbrauch ist ein Verbrechen", sagte die 42-Jährige. Winslet hatte in der Vergangenheit mit Harvey Weinstein zusammengearbeitet und wurde für ihr Mitwirken am neuen Film von Woody Allen kritisiert, gegen den ebenfalls Missbrauchsvorwürfe im Raum stehen.
Razzia gegen organisierte Schwarzarbeit läuft
Spezialeinheiten von Zoll und Polizei gehen zur Stunde in Nordrhein-Westfalen gegen organisierte Schwarzarbeit vor. In Erkrath stürmten nach Angaben der "Rheinischen Post" schwer bewaffnete Kräfte Wohnungen und Geschäftsräume und nahmen zwei Menschen vorläufig fest, über tausend Einsatzkräfte sollen beteiligt gewesen sein.
Die Aktion ist demnach von langer Hand geplant - es soll die größte Razzia dieser Art in der Geschichte des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen sein.
Weißes Haus blamiert sich mit Einladungskarte
Zugegeben, Tippfehler und Buchstabendreher passieren mir im Eifer des Gefechts auch mal. Allerdings schicke ich auch eher selten Einladungskarten zur Rede zur Lage der Nation an wichtige Kongressmitglieder. Ein Mitarbeiter von US-Präsident Trump dagegen hat genau das getan - und statt zur "State of the Union"-Rede zur "State of the Uniom"-Rede eingeladen.n
Wenig überraschend ließ der Spott im Netz nicht lange auf sich warten: "Sieht aus, als wäre Betsy de Vos zuständig für die Rechtschreibkontrolle", twitterte der demokratische Abgeordnete Raul Grijalva mit Verweis auf die US-Bildungsministerin. Und der republikanische Senator Marco Rubio twitterte, er freue sich auf die "State of the Uniom". Nun werden neue Einladungskarten verteilt - ob die bis zur Rede heute Abend ankommen, ist aber fraglich.
Gewaltopfer verkauft Tat-Auto für guten Zweck
Sie wurde von ihrem Ex-Mann mit einem Seil um den Hals an ein Auto gebunden und durch Hameln geschleift, jetzt will Kader K. das Tatfahrzeug verkaufen und damit Geld für den Bau eines Waisenhauses im nordsyrischen Kobane sammeln. "Das Tatfahrzeug sehe ich nicht als Killer", so die 29-Jährige. "Ich möchte das Auto nicht zerstören, ich möchte damit etwas Gutes tun."
Bislang liegt das Höchstgebot für den VW Passat auf K.s Facebookseite bei 8000 Euro. Ihr Ex-Mann war schon im vergangenen Frühjahr zu einer 14-jährigen Haftstrafe wegen versuchten Mordes verurteilt worden.
2400 Jahre alte Gräber in Millionenmetropole entdeckt
Kaum vorstellbar, dass sie so lange unentdeckt blieben: Im Süden von Mexiko-Stadt haben Archäologen eine Grabstätte gefunden, deren Alter auf 2400 Jahre geschätzt wird. In eineinhalb Metern Tiefe legten Forscher zehn Skelette frei - die meisten stammen wohl von jungen Erwachsenen, aber auch das Skelett eines Babys und eines Kleinkindes wurden gefunden.
"Wir können noch nicht viel über die Todesursache oder die Beziehung zwischen den Toten sagen. Aber die Experten stimmen überein, dass ihre Anordnung auf eine rituelle Bestattung hindeutet", teilte das Nationale Institut für Anthropologie und Geschichte mit. Einige der Toten hatten Keramikkugeln oder Steine in den Händen.
Das wird heute wichtig
Liebe Leser,
während die Kollegen und ich in der Redaktion schon das Licht angeknipst haben, können Sie sich zu Hause hoffentlich noch einmal im Bett umdrehen oder mit dem ersten Tasse Kaffee in der Hand langsam wach werden. Damit Sie gleich informiert in den Tag starten, hier schon einmal ein Überblick über die Nachrichten, die uns heute erwarten:
Umweltministerin Hendricks wird zur EU-Kommission zitiert: Dort muss sie darlegen, mit welchen Maßnahmen Deutschland die Luftreinheit verbessern möchte. Wegen der nicht eingehaltenen Grenzwerte in einigen deutschen Städten droht eine Klage der EU-Kommission.
In Berlin ringen SPD und Union weiter um die Regierungsbildung.
Ein EU-Gericht befasst sich mit dem Verkauf des Nürburgrings.
Im EU-freundlichen britischen Oberhaus werden diverse Änderungsanträge des EU-Austrittsgesetzes erwartet.
Aus Habgier soll eine Frau innerhalb weniger Wochen drei Menschen in Gießen und Düsseldorf ermordet haben. Heute wird das Urteil erwartet.
Der Prozess gegen einen Ausbilder der Marine wegen einer mutmaßlichen Misshandlung auf einer Ausbildungsfahrt startet heute dagegen erst.
In Katalonien beginnt die Debatte über den vorgeschlagenen Regionalpräsidenten Carles Puigdemont.
Und Bundespräsident Steinmeier ist noch immer in Jordanien und dem Libanon unterwegs.
Bei Fragen, Anregungen oder Kritik erreichen Sie mich unter franziska.tuerk@nachrichtenmanufaktur.de. Kommen Sie gut durch den Dienstagmorgen!
Trockener und freundlicher Tag steht an
Bevor es in den kommenden Tagen wechselhafter und schrittweise kühler wird, haben wir heute erst einmal einen meist freundlichen und trockenen Tag vor uns. Im Süden fällt zwar zu Beginn noch etwas Regen. Der ist aber ab dem Mittag dann auch durch. Die Frühwerte: nach einer teils klaren Nacht gibt es vom Westen entlang der Mittelgebirge sowie an den Alpen mitunter leichten Frost oder Bodenfrost. Ansonsten startet der Tag oft mit 3 bis 7 Grad. Für viele von uns ist es also deutlich kälter als gestern um diese Zeit.
Und auch tagsüber ist es nicht mehr so mild wie gestern. Denn hinter der Kaltfront, die uns überquert hat, erreichen die Temperaturen meistens 4 bis 9, am Oberrhein 10 bis 12 Grad.Morgen zieht dann zum Teil kräftiger Regen mit stürmischem Wind von West nach Ost über uns hinweg, bevor sich danach zunächst einmal nasskaltes Schauerwetter bei uns ausbreitet. Ihr Björn Alexander