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Anti-Spam-Day Kampf den Werbe-Mails

Von Tilman Günther

"Sie haben 35 neue E-Mails", heißt es auf dem Bildschirm. Doch die Freude vergeht schnell, wenn das Postfach überquillt von unerwünschten Werbe-Mails, so genannten Spam-Mails. Man bekommt Post von Menschen, die Sex und sagenhafte Geldbeträge anbieten, billige Kredite und Penisverlängerungen. Im Rahmen einer groß angelegten Initiative sollen die Nutzer beim Anti-Spam-Day am 22. Mai informiert werden, wie sie sich schützen können.

Internet-Provider und Verbände haben der Werbeflut jetzt den Kampf angesagt. Ein rechtliches Vorgehen gegen die Verursacher ist schwierig. "Die kommen oft aus dem Ausland und unterliegen nicht der deutschen Rechtsprechung", sagt Harald Summa vom Verband der deutschen Internet-Wirtschaft eco.

Der durchschnittliche E-Mail-Nutzer erhält im Jahr bis zu 2.200 Werbe-E-Mails. Das ermittelten die US-Marktforscher von Ferris Research. Zwei Drittel der Spam-Mails transportieren falsche oder betrügerische Versprechen. Doch auch die Wirtschaft leidet unter der E-Mail-Flut: Zehn Mrd. US-Dollar Schaden entstehen Unternehmen und Organisationen in den USA allein in diesem Jahr, so die Marktforscher.

Die Provider versuchen, die Spam-Plage mit technischen Mittel zu bekämpfen. Allein das Internet-Portal MSN von Microsoft blockiert nach eigenen Angaben mit täglich 2,4 Mrd. vermuteten Spam-Mails rund 80 Prozent der insgesamt weltweit bei MSN versendeten Nachrichten. Einige E-Mail-Anbieter wie MSN, Yahoo! oder GMX bieten ihren Kunden bereits kostenlose Software-Filter an. Diese blockieren Mails von bestimmten Absendern oder durchsuchen die Post nach bestimmten Zeichenkombinationen, die häufig Bestandteile von Spam-Mails sind.

Wie kann man sich schützen?

Letztlich sind jedoch die Nutzer gefragt, denn Software-Filter können keinen hundertprozentigen Schutz bieten. Zur Vorbeugung gegen Spam sollte man seine private E-Mail-Adresse niemals öffentlich bekannt geben. Für Diskussionsforen und Gästebücher sollte man sich eine zweite öffentliche Adresse anlegen, die man abschalten kann, wenn sie unter Spam-Feuer gerät.

Zudem sollte man darauf achten, bei der Adresswahl eine Buchstaben-Zahlen-Kombination zu verwenden. Spammer durchsuchen Mailserver systematisch nach verbreiteten Namen.

Erhält man eine Spam-Mail, sollte man niemals darauf antworten. Selbst Links, die mit "löschen" oder ähnlichem versehen sind, dienen bei dubiosen Anbietern zum bestätigen der E-Mail. Damit ist dem Absender dann klar, dass die häufig per Zufall generierte Adresse tatsächlich existiert. Allgemein sollten Links oder Bilder niemals angeklickt werden.

Insgesamt gilt: je mehr Datenspuren ein Anwender im Netz hinterlässt, desto wahrscheinlicher ist, dass er Opfer von Spamming wird. Insbesondere bei Online-Gewinnspielen ist Vorsicht geboten, sie dienen oft nur der Sammlung von Adressen. Man muss sich also gut überlegen, wem man seine Daten anvertraut.

Quelle: ntv.de