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Daten, Karten, Infografiken Wie die Corona-Krise Österreich trifft

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Österreich im Ausnahmezustand: Bundespräsident Alexander Van der Bellen schwört seine Landsleute im Rahmen einer TV-Ansprache zur Coronavirus-Krise auf einschneidende Maßnahmen ein.

(Foto: dpa)

In den Alpen steigen die Fallzahlen: Österreich sieht sich mit Coronavirus-Infektionen innerhalb der eigenen Landesgrenzen konfrontiert. Der für das Land so wichtige Tourismus kommt zum Erliegen. Ein Überblick.

In der laufenden Coronavirus-Pandemie hat sich Österreich zu einem weiteren Ansteckungsherd innerhalb Europas entwickelt. Der Alpenstaat mit seinen zahlreichen Transitstrecken und einer umfangreichen Tourismusindustrie sieht sich dabei nicht nur durch die Nähe zu Norditalien gefährdet. Längst gibt es auch vermehrt Ansteckungen innerhalb der österreichischen Landesgrenzen.

Während in Deutschland noch um die richtigen politischen Lösungen gerungen wurde, leitete Österreich früh den Lockdown ein zur Verhinderung einer weiteren Ausbreitung des Virus. "Die Corona-Krise ist ernst", teilte das Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSGPK) dazu mit. "Unser oberstes Ziel ist der Schutz der Gesundheit aller in Österreich lebenden Menschen. Dazu muss die Ausbreitung des Virus so gut wie möglich gebremst werden. Wir brauchen jetzt Zusammenhalt aber auch Distanz im täglichen Leben. Wir werden unser Leben in den nächsten Monaten verändern müssen."

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In Österreich stieg die Gesamtzahl aller bislang bestätigten Sars-CoV-2-Infektionen seit Wochenbeginn um 316 auf aktuell 1332 Fälle an. Drei Covid-19-Patienten überlebten die von dem Erreger ausgelöste Lungenkrankheit nicht, neun Patienten gelten als geheilt. Aktuell infiziert sind nach Angaben des Ministeriums 1320 Personen.

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Größere Fallzahlen werden vor allem aus zwei der neun österreichischen Bundesländer gemeldet: Am schwersten betroffen ist das Land Tirol, das mit 328 Infizierten fast ein Viertel aller Infektionsfälle Österreichs stellt. In der Region liegen wichtige Wintersportorte, die nicht nur Touristen aus ganz Europa anziehen, sondern auch der Arbeitsort vieler aus dem Ausland zugereister Saisonkräfte sind. Das Bundesland Oberösterreich kommt inzwischen auf rund 250 bestätigte Infektionen.

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In einer ganzen Reihe von Coronavirus-Fällen in Skandinavien - neben Island auch noch in Norwegen und Dänemark - konnten die mutmaßlichen Ansteckungswege auf Urlauber zurückgeführt werden, die kurz zuvor aus Österreich zurückgekehrt waren. Das gilt auch für mehrere Reisegruppen und Einzelpersonen, die anschließend in Deutschland positiv auf den Erreger getestet wurden.

Am 13. März wurden Ischgl sowie das gesamte Paznauntal zur Sperrzone erklärt sowie die Wintersaison dort vorzeitig beendet. "Damit konnte verhindert werden, dass im Zuge des Urlauberschichtwechsels 150.000 neue Gäste nach Tirol reisen", teilten die Tiroler Gesundheitsbehörden mit.

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Das deutsche Robert-Koch-Institut nahm das Bundesland am 14. März dennoch in die Liste der Risikogebiete auf, in denen mit einer erhöhten Ansteckungsgefahr zu rechnen ist. Die Skigebiete wurden mit Wirkung zum 15. März geschlossen. Die Entscheidung sei nicht leicht gewesen, hieß es. Jedoch hätten die Behörden "Verantwortung für alle Tiroler und jeden in Tirol".

Am 16. März verhängte die Regierung in Wien, die bisher auf Grenzkontrollen und Einschränkungen im Reiseverkehr gesetzt hatte, weitere drastische Maßnahmen: Im allgemeinen Einzelhandel wird der Geschäftsbetrieb seit Montag weitgehend eingestellt. Ausnahmen gibt es im Lebensmittelverkauf, bei Apotheken, Drogerien, Tankstellen und Kiosken. Auch Banken, Poststellen bleiben geöffnet, der öffentliche Verkehr und Lieferdienste laufen ebenfalls weiter.

Quelle: ntv.de