Unterhaltung

Schon lange nicht mehr gekochtAlfred Biolek lebt von Erinnerungen

02.06.2017, 08:56 Uhr

Alfred Biolek gilt als Talkshow-Pionier und lebt seit einem schweren Sturz zurückgezogen in Köln. Nun äußert sich der 82-Jährige mal wieder in einem Interview. Biolek spricht über seinen Alltag, das Älterwerden und den Tod.

Eine Zeitung zum Frühstück, ein Spaziergang durch den Park und abends Zappen durchs TV-Programm: Talk- und Kochshow-Pionier Alfred Biolek genießt sieben Jahre nach einem schweren Treppensturz seinen Alltag. "Obwohl ich fast alles, was mein Leben ausgemacht hat, nicht mehr machen kann, lebe ich immer noch gerne. Ich bin schon noch in der Gegenwart, aber ich lebe von den Erinnerungen", sagte der 82-Jährige in einem seiner seltenen Interviews dem "SZ-Magazin".

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Alfred Biolek (Archivbild von 2015). (Foto: picture alliance / Axel Heimken/)

Der allein in Köln lebende Biolek wird täglich von seinem Adoptivsohn Scott Ritchie unterstützt und kocht schon seit Jahren nicht mehr selbst. "Beim Kochen muss man viel denken und stehen, das ist mir zu anstrengend. Ich kann schon noch Kartoffeln oder Karotten schnippeln, aber für mehr reicht es nicht."

Biolek gilt mit seiner Show "alfredissimo!" (1994-2006) als Vorreiter von Kochshows im deutschen Fernsehen und verkostete dort mit seinen Gästen regelmäßig Wein. Heute trinke er nur noch Bio-Wein. "Die Ärzte haben mir das empfohlen, ich habe das Gefühl, es tut mir gut."

Dreimal in der Woche zur Physiotherapie

Der frühere TV-Moderator ("Bio's Bahnhof", "Boulevard Bio") hatte sich 2010 bei einem Sturz von einer Wendeltreppe schwere Schädelverletzungen zugezogen, fiel ins Koma und hatte Erinnerungslücken. Seitdem lebt er zurückgezogen in Köln, würde aber gerne noch einmal nach New York reisen, wo er in den 1970er Jahren einige Monate lebte. "Ich kann Ihnen kein Museum oder Restaurant nennen, wo ich unbedingt hin muss, ich will einfach nur durch die Straßen laufen."

Er habe ein entspanntes Verhältnis zum Älterwerden und gehe dreimal in der Woche zur Physiotherapie, so Biolek. "Ich habe keine Beschwerden, der Rücken, die inneren Organe, alles gut, mal zwickt das Knie, aber ich nehme keine Medikamente, nur Kalzium- und Vitamintabletten." Er freue sich noch auf ein paar Jahre, aber mit Ende 80, Anfang 90 könne es von ihm aus zu Ende gehen. "Den Tod finde ich nicht unangenehm. Ich bin doch schon alt."

Quelle: wne/dpa

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