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Vorwurf der Steuerhinterziehung Anklage gegen Alfons Schuhbeck erhoben

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Ermittelt wird schon lange gegen ihn: Alfons Schuhbeck.

(Foto: picture alliance / ZB)

Lange vor Tim Mälzer, Steffen Henssler und Nelson Müller war er bereits eine Marke: Alfons Schuhbeck. Doch die blütenweiße Schürze des Starkochs hat Flecken abbekommen. Der Verdacht auf Steuerhinterziehung steht im Raum und führt nun sogar zur Anklage.

Der Münchner Starkoch Alfons Schuhbeck ist wegen Steuerhinterziehung angeklagt worden. Sein Sprecher Stephan Heller bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Süddeutschen Zeitung". Die Staatsanwaltschaft München I wollte sich unter Verweis auf das Steuergeheimnis dagegen nicht dazu äußern.

Schuhbecks Sprecher erklärte, weitere Aussagen zum Verfahren könne er darüber hinaus nicht machen. Auch Schuhbeck selbst wolle sich nicht zu den Vorwürfen äußern. Sollte die Anklage zugelassen werden, muss sich der Koch in einem Gerichtsverfahren verantworten.

Vor mehr als zwei Jahren waren die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung gegen Schuhbeck bekannt geworden. In deren Zusammenhang wurden auch die Geschäftsräume des 72-Jährigen durchsucht. "Ich werde sehr eng und sehr offen mit den Behörden zusammenarbeiten, um alle Vorwürfe zu entkräften", sagte Schuhbeck damals. Er stehe "den Behörden in allen Fragen Rede und Antwort".

Das nächste Corona-Opfer?

Schuhbeck ist einer der bekanntesten Köche und Gastronomen der Republik. Er hat schon die Beatles und Charlie Chaplin bekocht, Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Queen - und immer wieder auch den FC Bayern München. Sein Name ist eine Marke. Er baute ein Firmengeflecht auf mit drei Restaurants, einem Catering-Service, einem Eissalon und Gewürzläden.

Im Juli dieses Jahres wurde allerdings bekannt, dass Schuhbecks Imperium in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Er meldete Insolvenz an und begründete das mit ausgebliebenen Staatshilfen im Zuge der Corona-Pandemie. "Nachdem die vollmundig angekündigten Staatshilfen bei mir bis heute ausgeblieben sind, muss ich für meine Betriebe Insolvenz anmelden", sagte Schuhbeck damals laut einer Mitteilung, die überschrieben war mit den Worten: "Das nächste Corona-Opfer."

Bis zuletzt habe er auf die staatlichen Finanzhilfen gehofft und private Gelder in sein Unternehmen gesteckt, ließ Schuhbeck seinerzeit mitteilen. "Doch jetzt ist Schluss."

Fehlende Bilanzen

Allerdings hatte Schuhbeck nach Informationen des Bundesamtes für Justiz (BFJ) schon seit 2017 keine Geschäftsberichte mehr veröffentlicht. Da dies gegen die im Handelsgesetzbuch für mehrere Arten von Unternehmen vorgeschriebene Offenlegungspflicht verstößt, leitete die Bonner Behörde Ordnungsgeldverfahren ein, wie das BFJ kurz nach Bekanntwerden des Insolvenzverfahrens auf Anfrage mitteilte.

Im Bundesanzeiger fehlten im Sommer die Bilanzen der "Schuhbeck's Holding GmbH & Co. KG" und "Schuhbeck's Partyservice GmbH und Co. KG" für die Jahre 2017, 2018 und 2019. Deswegen wurden Ordnungsgeldverfahren gegen die Unternehmen eingeleitet, wie das Bundesamt mitteilte.

Das Ordnungsgeld beträgt im Regelfall mindestens 2500 Euro und höchstens 25.000 Euro. Bei Schuhbeck könnte mittlerweile eine beträchtliche Summe zusammengekommen sein.

Quelle: ntv.de, vpr/dpa

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