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Plus-Size unter DruckAshley Graham nennt Abnehmspritzen einen "Schlag ins Gesicht"

04.05.2026, 18:25 Uhr
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Kämpft für mehr Körperakzeptanz: Ashley Graham. (Foto: Joel C Ryan/Invision/AP/dpa)

Der Hype um Abnehmspritzen wächst - doch Ashley Graham schlägt Alarm. Das Pluz-Size-Model sieht darin einen Rückschritt für Körperakzeptanz und findet deutliche Worte. Aufgeben kommt für sie aber nicht infrage.

Der Boom um Abnehmspritzen sorgt derzeit für hitzige Diskussionen - auch Ashley Graham hat eine deutliche Meinung. Das kurvige Model sieht den Trend kritisch und warnt davor, dass die Debatte um Körperbilder wieder in eine Richtung kippen könnte, von der sich viele Frauen gerade erst emanzipiert haben.

Im Cover-Interview der "Motherhood"-Ausgabe des Magazins "Marie Claire" findet die 38-Jährige klare Worte. Sie bezeichnet die wachsende Beliebtheit von GLP-1-Präparaten als "Schlag ins Gesicht" für all jene Frauen, die in den vergangenen Jahren für mehr Körperakzeptanz gekämpft haben.

Seit über einem Jahrzehnt gehört Graham zu den bekanntesten Stimmen der Plus-Size-Bewegung. Umso genauer beobachtet sie die aktuelle Entwicklung. "Es ist wirklich entmutigend", sagt sie. Lange Zeit habe sich vieles in Richtung Vielfalt und Selbstakzeptanz bewegt, doch nun habe sie das Gefühl, dass sich dieser Fortschritt wieder umkehrt - was sich für viele wie ein Rückschritt anfühle.

Trotz ihrer Kritik sieht Graham den Trend nicht als endgültige Entwicklung. Mode sei immer auch von Strömungen geprägt: "Das hängt vom Zeitgeist ab - und GLP-1-Präparate sind ein Trend." Gleichzeitig ist sie überzeugt, dass unterschiedliche Körperbilder bestehen bleiben werden. "Dieses Medikament wird nicht eine ganze Gruppe von Frauen auslöschen", betont sie.

Inspiration aus der nächsten Generation

Auch mit Blick auf ihre eigene Karriere bleibt sie gelassen. Sie habe "mehr Bewegung für Plus-Size-Frauen gesehen, als manche der gesamten Industrie zugestehen wollen". Deshalb komme für sie ein Rückzug nicht infrage: "Warum sollte ich jetzt aufhören und warum sollte ich wütend werden über die Arbeit, die ich geleistet habe?"

Besonders motivierend findet Graham die Entwicklung in den sozialen Medien. Viele jüngere Creatorinnen würden heute ganz selbstverständlich unterschiedliche Körper zeigen und damit neue Maßstäbe setzen. Sie seien "überall mit ihren Größen, ihren Proportionen, mit dem, wie sie aussehen und wie nahbar sie sind".

Für Graham liegt darin eine große Chance: Diese Offenheit vermittle jungen Mädchen Selbstvertrauen - ganz nach dem Motto: "Sei du selbst, und wenn du Cellulite hast, wen kümmert es?"

Auch beruflich setzt sie ihr Engagement fort. Bereits 2025 startete sie eine eigene Plus-Size-Kollektion bei der US-Kaufhauskette JCPenney, die inzwischen in die dritte Runde geht. Für sie steht fest: "Es ist unglaublich wichtig, sich weiterhin für Frauen aller Formen, Größen und Hintergründe einzusetzen, damit sie Kleidung finden, die passt."

Dabei richtet sich ihr Blick längst nicht mehr nur auf eine bestimmte Zielgruppe. Ihre Community sei inzwischen viel breiter, sagt sie, "denn Selbstvertrauen diskriminiert letztendlich niemanden".

Quelle: ntv.de, lpe/spot

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