Unterhaltung

"Ich hatte den Tod akzeptiert" Avril Lavigne meldet sich emotional zurück

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Nach fünf Jahren zurück: Avril Lavigne.

(Foto: David Needleman / BMG)

Eine Erkrankung an Borreliose wirft Sängerin Avril Lavigne über Jahre zurück. Mit ihrem neuen Album "Head Above Water" findet die Sängerin ins Leben zurück. Und siehe da: Aus der einstigen "Sk8er Boi"-Göre ist eine erwachsene Frau geworden.

Fünf Jahre lang war Sängerin Avril Lavigne vollkommen von der Bildfläche verschwunden. Dann veröffentlichte sie im September 2018 überraschend ihre Single "Head Above Water". In der emotionalen Ballade zeigte sich die Kanadierin von einer völligen anderen Seite. Aus dem punkigen jungen Mädchen, das mit Hits wie "Sk8er Boi" und "Complicated" Anfang der 2000er-Jahre die Charts gestürmt hatte, ist eine erwachsene Frau geworden.

Nun erscheint Lavignes lang erwartetes sechstes Studioalbum, das den gleichen Titel wie die Single trägt: "Head Above Water". In zwölf emotionalen Songs verarbeitet Lavigne ihre schwere Borreliose-Erkrankung, die sie zwei Jahre ans Bett fesselte und sogar mit dem Tod konfrontierte. In einem langen Statement auf ihrer Homepage äußerte sich Lavigne nach der Veröffentlichung ihrer Single im September zu der Krankheit.

"Als ob ich ertrinke"

"Ich hatte den Tod akzeptiert. Es fühlte sich an, als ob ich ertrinke", schrieb die Musikerin. Genau dieses Gefühl ist auch im Songtext von "Head Above Water" wiederzufinden. Sie habe sich in dieser Zeit an Gott gewendet und viel gebetet, erklärte die 34-Jährige. Erst nach einer langen Phase im Krankenhaus und viel Ruhe war sie langsam wieder auf dem Weg der Besserung.

Dennoch hat die Krankheit Spuren hinterlassen. In einem Interview mit dem "Spiegel" erzählt Lavigne, wie sehr sie inzwischen die kleinen Dinge im Leben schätze: "Zum Beispiel morgens aufzustehen, in die Küche zu gehen und mir eine Tasse Kaffee zu schnappen".

Verarbeitung der Trennung

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Doch nicht nur die langwierige Krankheit findet auf dem neuen Album ihren Platz, auch die gescheiterte Ehe mit Nickelback-Frontman Chad Kroeger, die im Jahr 2015 endete, hat Lavigne geprägt. Dennoch sind die beiden Musiker als Freunde auseinandergegangen. Kroeger war sogar Teil des Teams, schrieb den Song "Warrior" mit, der auf der Platte zu finden ist, und war auch am Songwriting anderer Lieder beteiligt.

Besonders rührend: Während Lavignes schwerer Krankheit wich ihr Ex-Mann ihr nicht von der Seite. In einem Interview mit dem "Billboard"-Magazin erzählte sie Ende 2018, dass es sogar Kroeger gewesen sei, der sie motiviert und dabei unterstützt habe, wieder zur Musik zurückzufinden. "Ohne ihn hätte ich das nicht geschafft", sagte die Sängerin.

Ungewöhnliche Kollaboration

Vier Tage vor der Veröffentlichung des Albums überraschte Lavigne mit einer besonderen Kollaboration. Sie veröffentlichte gemeinsam mit Rapperin Nicki Minaj den Song "Dumb Blonde", der ebenfalls auf dem Album Platz findet. Das ungewöhnliche Duett verwundert die Fans, erinnert es musikalisch doch sehr an Lavignes Hit "Girlfriend" aus dem Jahr 2007. Und auch inhaltlich sondert sich das Stück, in dem es um eine Frau geht, die von Männern wegen ihres Aussehens nicht unterschätzt werden möchte, von den anderen, deutlich emotionaleren Hits ab.

Auf Twitter und Instagram machen sowohl Lavigne als auch Minaj deutlich, dass sie längst große Fans voneinander sind. Für Lavigne war die Zusammenarbeit demnach ein "Traum, der tatsächlich wahr wurde". Und Minaj sang offenbar schon vor vielen Jahren alle Lyrics zu "I'm with you" unter der Dusche mit. Auch wenn Minaj nur kurz am Ende des schnellen Popsongs auftaucht, verleiht das Lied dem Album eine angenehme Frische.

Inzwischen hat Lavigne die unheilbare Krankheit im Griff, fühlt sich nach eigenen Aussagen deutlich besser. Eine Tour zum neuen Album ist derzeit noch nicht geplant, die Fans hätten aber sicher nichts dagegen, Lavigne wieder live auf der Bühne zu erleben.

Quelle: ntv.de, vpr/spot