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NS-Vergangenheit enthüllt Berlinale will Alfred-Bauer-Preis aussetzen

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Im letzten Jahr bekam Regisseurin Nora Fingscheidt den Alfred Bauer Preis verliehen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der erste Berlinale-Leiter steht unter NS-Verdacht. Laut einem Medienbericht soll Alfred Bauer herausgehobene Positionen im Nazi-Regime besetzt haben. Die Filmfestspiele wollen den nach ihm benannten "Silbernen Bären" deshalb in diesem Jahr nicht vergeben.

Nach einem Zeitungsbericht über die Vergangenheit des früheren Berlinale-Leiters Alfred Bauer will das Filmfestival den nach ihm benannten Preis nicht mehr vergeben. Die Wochenzeitung "Die Zeit" hatte zuvor berichtet, Bauer sei ein "hochrangiger Funktionär der NS-Filmbürokratie" gewesen. In dem Artikel würden "Quellen zitiert, die die Rolle von Alfred Bauer, dem ersten Leiter der Internationalen Filmfestspiele Berlin, in der nationalsozialistischen Filmpolitik neu beleuchten", teilten die Internationalen Filmfestspiele mit. Die Interpretation dieser Quellen lege nahe, dass er bedeutende Positionen in der NS-Zeit inne gehabt habe.

 "Angesichts dieser neuen Erkenntnisse wird die Berlinale den 'Silberner Bär Alfred Bauer Preis' aussetzen", teilte eine Berlinale-Sprecherin mit. Der nach Bauer benannte "Bär" ist allerdings nur eine von sieben Silber-Auszeichnungen bei den Festspielen.

Alfred Bauer hatte die Filmfestspiele in Berlin von 1951 bis 1976 geleitet. Der nach ihm benannte Preis wurde seit 1987 verliehen, zuletzt als eine von mehreren Bären-Auszeichnungen im Wettbewerb. Im vergangenen Jahr hatte ihn die Regisseurin Nora Fingscheidt für ihren Film "Systemsprenger" bekommen.

"Eine herausgehobene Position Alfred Bauers im Nationalsozialismus war dem Festival bislang nicht bekannt", teilte die Berlinale mit. "Wir begrüßen die Recherche und die Veröffentlichung in der "Zeit" und greifen die neue Informationslage auf, um die Festivalgeschichte mit externer fachwissenschaftlicher Unterstützung aufzuarbeiten."

Quelle: ntv.de, can/dpa