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"Empörend und ärgerlich" Boris Becker beklagt unfaire Behandlung

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Dass er nur auf Kaution frei sei, stimme nicht, stellt Boris Becker klar.

(Foto: dpa)

Der Prozess gegen Tennis-Legende Boris Becker wird begleitet von regem Medieninteresse. Der Leimener meldet sich nun erstmals zu Wort. Er fühlt sich vorverurteilt und moniert, dass in vielen Berichten die Fakten falsch dargestellt würden.

Boris Becker nimmt zum ersten Mal seit Auftakt des Prozesses gegen ihn in London zu den aktuellen Vorwürfen Stellung. In der "Bild"-Zeitung kritisierte Becker die Berichterstattung über den Fall: "Die englischen Medien berichten relativ trocken, nüchtern. In Deutschland habe ich das Gefühl, dass hier eine Vorverurteilung stattfindet."

Was über ihn zum Teil gesagt oder berichtet werde, empfinde er "nicht nur als empörend und ärgerlich, es ist auch rufschädigend für meine Person". Bei manchen Artikeln stimme nur sein Name, ansonsten nichts. Zum Beispiel sei es unwahr, dass er nur auf Kaution frei sei und seinen Pass habe abgeben müssen. Tatsächlich liege sein Pass beim Anwalt: "Wenn ich ins Ausland reise, melde ich dies 48 Stunden zuvor an." Er gebe an, wohin er reise und wie lange: "Und dann fliege ich los. Diese Auflage habe ich bekommen und dagegen ist nichts einzuwenden." Bisher sei ihm auch noch keine Reise verweigert worden.

Im weiteren Verlauf des Prozesses werde er mit seinen Anwälten der Wahrheit auf den Grund gehen: "Ich bin trotzdem überzeugt und glaube ans britische Rechtssystem und ihre Vertreter. Selbstverständlich werde ich mich in sämtlichen Punkten kooperativ und korrekt verhalten." Generell könne er die Vorverurteilung nicht nachvollziehen: "Ich bin nach wie vor unschuldig und habe das Recht, wie jeder andere Bürger auch, so behandelt zu werden." Er wünsche sich einen fairen, sachlichen Umgang mit seiner Person.

Auch die Meldung, die zuständige Staatsanwältin habe ihm einen "schlechten Charakter" attestiert, rückte Becker gerade: "Damit meinte sie nicht meinen persönlichen Charakter, das war keine Beleidigung oder Ähnliches." Die Bemerkung habe sich auf einen Fall von Steuerhinterziehung bezogen, in dem er vor 18 Jahren in Deutschland verurteilt wurde.

"Wenn man solch eine Vorstrafe hat, kann man vor Gericht als 'bad character' bezeichnet werden", so Becker. Seine Seite habe dies bestritten, hier sei auch noch nicht das letzte Wort gesprochen. Gegenüber dem Ausgang des Verfahrens, bei dem Becker sogar eine Haftstrafe droht, sei er "optimistisch und guter Dinge": "Ich werde diesen Kampf angehen, wie ich auch früher an jedes große Match herangegangen bin."

Quelle: ntv.de, jog/spot