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Unerlaubtes Maskottchen Brad Pitt geht gegen "Straight Pride" vor

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Pitt wollte nicht mit "Straight Pride" in Verbindung gebracht werden.

(Foto: picture alliance/dpa)

Sie fühlen sich durch "Gay Pride" diskriminiert und planen eine Gegenbewegung für Heteros: Im Netz sorgen die Organisatoren der "Straight Pride" nicht nur für einen Shitstorm - sie handeln sich auch Ärger mit Brad Pitt ein.

Das liberale Boston ist sehr beliebt für "Gay Pride"-Veranstaltungen, bei denen für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender und Intersexuellen (LGBTQ) demonstriert wird. Es gibt jedoch immer wieder homophobe Gegner, die sich von "Pride" persönlich angegriffen fühlen. Zum Start des "Pride"-Monats im Juni plant ein kleiner Teil von ihnen nun einen "Straight Pride"-Konter in Boston, um "die vielfältige Geschichte, Kultur und Beiträge der heterosexuellen Gemeinschaft zu feiern". Zudem reichten sie eine Diskriminierungsbeschwerde gegen die Stadt ein, um die Erlaubnis zu erhalten, ihre Straight-Pride-Flagge zu hissen und planten für ihren Marsch die gleiche Strecke ein wie die der "Gay Pride".

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Mit ihrer Aktion haben sich die drei Organisatoren, die sich wegen ihrer Heterosexualität als "verfolgt" betrachten, nicht nur direkt einen Shitstorm im Internet eingefangen - sie sind rechtlichen Konsequenzen gerade so entkommen. Denn wie das Promiportal "TMZ" berichtet, haben sie mit einem Bild Brad Pitts Unmut auf sich gezogen. "Die Hetero-Community hat Brad Pitt als Maskottchen adoptiert", stand über einer Collage, auf der der Schauspieler mittig zwischen Angelina Jolie und Jennifer Aniston zu sehen ist. Letztere versucht ihn mit einem Strick in ihre Richtung zu zerren. "Glückwünsche an Brad Pitt, dass Sie das Gesicht dieser wichtigen Bürgerrechtsbewegung sind. Hetero-Rechte sind Menschenrechte!"

Mit einer solch homophoben Aktion wollte Pitt, dessen Tochter Shilo eine Geschlechtsumwandlung vornehmen will, nicht in Verbindung gebracht werden. "TMZ"-Insidern zufolge soll sein Team die "Straight Pride"-Organisatoren aufgefordert haben, weder seinen Namen noch sein Abbild für ihre Veranstaltung zu benutzen. Andernfalls würden rechtliche Maßnahmen ergriffen. Öffentlich äußerte sich Pitt nicht zu dem Vorfall. Seine Drohung scheint allerdings gewirkt zu haben. Die Veranstalter haben das Bild entfernt.

Promis positionieren sich gegen Homophobie

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Auf Twitter äußerten dagegen zahlreiche Prominente ihre Wut und Fassungslosigkeit über die Parade. Schauspieler Chris Evans etwa schrieb: "Wow! Coole Initiative, Jungs". "Nur so ein Gedanke. Statt 'Straight Pride'-Parade, warum nicht lieber: 'Verzweifelt versuchen, eigene schwule Gedanken zu vergraben, indem wir homophob sind, nur weil uns als Kind niemand beigebracht hat, Zugang zu unseren Emotionen zu finden'-Parade?"

In einem zweiten Tweet teilte Evans einen Facebook-Post von US-Autor James Fell, der anhand vieler Negativbeispiele erklärte, warum er gerne Hetero sei: "Es gibt nichts, wofür oder wogegen ich jemals kämpfen musste, weil ich hetero bin. Und deshalb gibt es keinen Grund, stolz darauf zu sein." Die Veranstaltung trage den falschen Namen, beendete Fell seinen Post. "Sie sollte lieber 'Ich bin ein homophobes Stück Scheiße'-Parade heißen."

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Auch Chasten Buttigieg, der Ehemann des demokratischen Präsidentschaftskandidaten für 2020, Pete Buttigieg, bezog Stellung auf Twitter. "Fragen, die man sich stellen sollte, bevor man eine auf Identität basierende Parade organisiert: Ist oder war es jemals legal, mich für meine Identität zu inhaftieren? Kann ich aufgrund meiner Identität keine Wohnung oder Gesundheitsdienste erhalten? Ist es in anderen Ländern legal, mich aufgrund meiner Identität zu töten?", schrieb er unter anderem in mehreren Tweets.

Quelle: n-tv.de, lri