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Porträt als Phantombild-Vorlage Bushido erstattet Anzeige gegen Polizei

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Für sein Phantombild (l.) griff der Polizeizeichner auf ein Porträt von Bushido zurück.

(Foto: imago/Polizeiinspektion Stade)

Nach dem Überfall auf eine Frau in Buxtehude fahndet die Polizei mit einem Phantombild nach dem Täter. Bloggern fällt schnell auf: Die Ähnlichkeit zwischen dem Gesuchten und Rapper Bushido ist verblüffend - und sie ist keineswegs zufällig.

Rapper Bushido hat in der Vergangenheit immer wieder Ärger mit der Polizei gehabt - dieses Mal jedoch scheint der 38-Jährige, der mit bürgerlichem Namen Anis Ferchichi heißt, selbst zum Opfer geworden zu sein. Weil die Polizei im niedersächsischen Stade ein Porträt des Musikers nutzte, um ein Phantombild von einem flüchtigen Dieb zu erstellen, hat Bushido Anzeige wegen Verfolgung Unschuldiger, Beleidigung und Verleumdung gegen die Behörde erstattet. Der peinliche Fehltritt war zuerst dem medienkritischen "Bildblog" aufgefallen.

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"Ich habe ja Humor und bin Umgang mit der Justiz gewöhnt, aber mich jetzt als Posterboy für einen in gebrochenem Deutsch Frauen ausraubenden Typ auszustellen, geht mir ein bisschen zu weit", sagte der Rapper der "Bild"-Zeitung. Konkret geht es in dem Fahndungsaufruf um einen Raubüberfall in Buxtehude, bei dem vor einem Monat eine 33-jährige Frau von zwei Unbekannten festgehalten, durchsucht und bestohlen wurde. Einer der Täter sei unter 30 Jahre alt gewesen, habe ein "südländisches Erscheinungsbild" mit "kräftigem Vollbart" gehabt und "gebrochenes Deutsch" gesprochen, heißt es in der Polizeimeldung.

Aufgrund der Beschreibungen des Opfers ließ die Polizei daraufhin ein Phantombild anfertigen - und dafür suchte sich der Zeichner nach Angaben des Landeskriminalamts (LKA) Niedersachsen Inspiration im Internet. "Die ersten Aussagen des Opfers zu markanten Tätermerkmalen dienten für den Polizeizeichner in diesem Fall als Grundlage für eine Recherche im Internet, um entsprechende Bilder zu generieren", räumte das LKA ein. "Dabei stieß er auf ein Bild von Bushido."

Häme für die Polizei

Der Rapper reagierte zunächst mit Humor und veröffentlichte das Original zusammen mit der Zeichnung auf seiner Facebook-Seite: "Danke an die Polizei in Buxtehude für den Style Tipp!", schrieb der 38-Jährige. "Werde mit [sic!] wahrscheinlich ein rotes Cap demnächst zulegen!" Später legte Bushido ein Selfie mit angeklebten Vollbart und rotem Basecap nach. Dass Bushido über die Öffentlichkeitsfahndung mit seinem Konterfei allerdings nicht wirklich lachen kann, beweist eine Erklärung, die er auf Facebook veröffentlicht hat. "Alle Leute rufen bei mir an und sagen, Digga, was hast du in Buxtehude gemacht?", so der Rapper.

Und tatsächlich kam die Frage auf, ob der Rapper selbst ins Visier der Polizei geraten sein könnte. Dazu hatte es zunächst lediglich geheißen, man werde zu "ermittlungstaktischen Dingen" nichts sagen. Die Polizei hatte die Art und Weise, wie das Phantombild erstellt wurde, zunächst verteidigt. "Das Verfahren sei "rechtlich zulässig", hatte ein LKA-Sprecher gesagt. Zudem beteuerte man vonseiten der Polizeiinspektion Stade, die Ähnlichkeit zwischen dem Gesuchten und Bushido sei rein zufällig.

Quelle: n-tv.de, jug/dpa

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