Unterhaltung

Zwischenrufer konfrontiert König Charles "zutiefst besorgt" über neue Epstein-Vorwürfe gegen Andrew

09.02.2026, 21:26 Uhr
00:00 / 04:05
King-Charles-III-visits-Lancashire-King-Charles-III-meets-staff-members-and-their-families-during-his-visit-to-the-newly-opened-Butlers-cheese-campus-at-Butlers-Dairy-Preston-Picture-date-Monday-February-9-2026
König Charles III. bei einem Besuch in Lancashire. (Foto: picture alliance / empics)

Gegen den Bruder des britischen Königs gibt es neue Vorwürfe mit Bezug zu Sexualstraftäter Epstein. Charles will den Behörden bei der Aufklärung helfen. Bei einem Besuch konfrontiert ein Mann den Royal mit der Frage, wie lange dieser schon von Andrews Beziehung zu Epstein wisse.

Der britische König Charles III. hat sich "zutiefst besorgt" über die neuen Vorwürfe gegen seinen Bruder Andrew im Zusammenhang mit der Epstein-Affäre gezeigt. In einer Erklärung sicherte der Monarch zudem der Polizei seine Unterstützung bei möglichen Ermittlungen zu. Zuvor hatte die britische Polizei mitgeteilt, dass sie Berichte prüfe, wonach Andrew in seiner Zeit als britischer Handelsgesandter möglicherweise vertrauliche Informationen an den verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein weitergegeben hat.

"Die konkreten Vorwürfe sind von Herrn Mountbatten-Windsor zu klären", hieß es vom König. "Sollte sich die Thames Valley Police an uns wenden, stehen wir bereit, sie zu unterstützen, wie es sich gehört." Die Gedanken und Sympathien des Königspaars seien stets bei den Opfern jeglichen Missbrauchs. Bei einer Begegnung mit Anhängern der Royal Family wurde der König am Nachmittag von einem Zwischenrufer mit den Vorwürfen konfrontiert: "Charles, wie lange wissen Sie schon von Andrew und Epstein?", rief ein Mann.

Britische Medien hatten in den Epstein-Akten E-Mails entdeckt, die nahelegen, dass Andrew etwa Berichte offizieller Besuche in Hongkong, Vietnam und Singapur an den Sexualstraftäter weiterleitete. Ob sich Andrew damit selbst strafbar gemacht haben könnte, war zunächst unklar.

Hat sich Andrew strafbar gemacht?

Andrew hat wegen seiner angeblichen Verwicklung in den Missbrauchsskandal um Epstein alle Ehren, militärische Ränge und Titel verloren. Epstein-Opfer Virginia Giuffre hatte Andrew vorgeworfen, sie mehrmals missbraucht zu haben, darunter auch, als sie noch minderjährig war. Er stritt alle Vorwürfe stets ab, doch eine Zivilklage Giuffres endete im Vergleich. Zuletzt wurde ihm von Charles sogar der durch Geburt erworbene Titel "Prinz" aberkannt. Er heißt nun nur noch Andrew Mountbatten-Windsor. Zudem musste er aus dem luxuriösen Anwesen Royal Lodge auf dem Gelände von Schloss Windsor ausziehen.

Das US-Justizministerium hatte vor gut einer Woche weitere Akten zum Fall Epstein freigegeben. Diese enthalten unter anderem Fotos des damaligen Prinzen Andrew, die diesen kniend über einer am Boden liegenden Frau zeigen, sowie E-Mails, in denen der Bruder des heutigen Königs Charles III. Epstein zu einem Treffen in den Buckingham-Palast einlädt. Zudem erhebt in den neu veröffentlichten Akten ein weiteres Missbrauchsopfer den Vorwurf, 2010 von Epstein nach Großbritannien geschickt worden zu sein, um dort mit Andrew in der Royal Lodge Sex zu haben.

In einer in den neuen Epstein-Akten enthaltenen E-Mail vom November 2010 übermittelte der damalige britische Handelsgesandte Andrew zudem Epstein offenbar nach einer dienstlichen Asien-Reise Berichte über mehrere von ihm besuchte Länder. Laut einem BBC-Bericht gab Andrew dem US-Finanzinvestor zudem Hinweise zu möglichen Investitionsobjekten, die er auf seiner Reise gesammelt hatte. Britische Handelsgesandte sind laut offiziellen Richtlinien zur Verschwiegenheit über im Zusammenhang mit ihren Reisen erlangte Informationen verpflichtet.

Quelle: ntv.de, dsc/dpa/AFP

GroßbritannienKing Charles III.Jeffrey EpsteinPrinz Andrew