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Moderatorin schildert "Kampf"Collien Fernandes "konnte und wollte" zeitweise nicht mehr aufstehen

24.03.2026, 06:54 Uhr
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Collien Fernandes war bei der Demonstration am Sonntag selbst nicht anwesend. (Foto: IMAGO/Future Image)

Seit Collien Fernandes schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Partner Christian Ulmen öffentlich gemacht hat, schlägt ihr eine Welle der Solidarität entgegen. Die Moderatorin bedankt sich nun bei Instagram dafür und beschreibt, wie viel Kraft sie ihr Einsatz für einen besseren Schutz vor digitaler Gewalt gekostet hat.

Nach der großen Solidaritätskundgebung am Brandenburger Tor am Sonntag hat sich Collien Fernandes mit einer persönlichen Nachricht auf Instagram zu Wort gemeldet. In einem emotionalen Statement schilderte sie die psychischen Belastungen, die der langjährige Kampf gegen die digitale Gewalt bei ihr hinterlassen hat.

Besonders eindringlich äußerte sich Fernandes über ihren Gesundheitszustand im vergangenen Jahr. Es habe Phasen gegeben, in denen sie "sehr unter die Räder" gekommen sei und aufgrund massiver Erschöpfung kaum in der Lage war, ihren Alltag zu bewältigen.

Die Moderatorin beschrieb, dass sie zeitweise "nicht mehr aufstehen konnte und wollte", da die Auseinandersetzungen um den Opferschutz sie physisch und psychisch an ihre Grenzen gebracht hätten. Fernandes machte deutlich, dass sie kurz davorstand, den "Kampf" für bessere rechtliche Rahmenbedingungen aufzugeben.

Angesichts der zehntausenden Menschen bei dem Protest in Berlin am Sonntag fühle sie sich auf ihrem Weg nun aber nicht mehr allein. Die Anteilnahme und die Solidarität der Öffentlichkeit bezeichnete Fernandes als überwältigend und als entscheidenden Rückhalt, um den Einsatz für einen verbesserten Opferschutz fortzusetzen.

Am 22. März versammelten sich in Berlin nach Angaben der Polizei rund 6.700 Menschen vor dem Brandenburger Tor, die Veranstalter sprachen sogar von 13.000 Teilnehmenden. Initiiert hatte die Demonstration ein neu gegründetes Bündnis namens "Feminist Fight Club!". Angemeldet worden waren ursprünglich lediglich 500 Personen. Auch ein Statement von Fernandes wurde verlesen: "Ich freue mich über jeden, der für dieses wichtige Thema auf die Straße geht", hieß es darin.

Collien Fernandes hatte vor wenigen Tagen in einem Bericht des "Spiegel" schwere Anschuldigungen gegen Christian Ulmen erhoben. Dabei geht es um Identitätsdiebstahl, Körperverletzung, schwere Bedrohung und psychische Gewalt. Jahrelang wurden gefälschte pornografische Fotos und Videos von ihr über Fake-Profile im Internet verbreitet, laut Fernandes steckt dahinter ihr Ex-Ehemann. Ende 2025 hat sie in Spanien Anzeige erstattet.

Auf Anfrage zu den Vorwürfen hat sich Christian Ulmen bislang nicht geäußert. Sein Anwalt hatte in einem Informationsschreiben mitgeteilt: "Die Berichterstattung ist nach summarischer Überprüfung aus mehreren Gründen rechtswidrig. Wir sind daher auch beauftragt, gegen den 'Spiegel' rechtliche Schritte einzuleiten." Gegen seinen Mandanten würden "unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung" verbreitet. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.

Quelle: ntv.de, jog/spot

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