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So einfach ist Fair Fashion DariaDaria zeigt, wie es geht

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Faire Mode? Sich informieren und recherchieren. So geht das. Models der Marcel Ostertag Fashion Show machen es vor.

(Foto: dpa)

In Berlin ist gerade die Fashion Week in vollem Gange. Die Designer präsentieren dort ihre neuen Kollektionen für Frühjahr und Sommer 2019. Die Modeindustrie ist eine schnelllebige - ein Trend jagt den nächsten. Noch. Denn bei immer mehr Menschen entsteht ein Bewusstsein dafür, dass Nachhaltigkeit auch im Kleiderschrank ankommen muss. Eine der Vorreiterinnen in Sachen Fair Fashion ist die Wiener Bloggerin Madeleine Alizadeh alias DariaDaria. Mit ihrem eigenen Label dariadéh versucht sie inzwischen, ihrem Traum von einer gewissenhaften Modewelt ein Stück näher zu kommen. Im Interview erklärt sie, wie man mit ein paar einfachen Schritten anfängt, sich nachhaltig zu kleiden.

Warum müssen wir mehr Bewusstsein für Nachhaltigkeit in der Mode schaffen?

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Madeleine Alizadeh hatte genug von "billich will ich".

Madeleine Alizadeh: Die Modeindustrie ist der zweitgrößte Verschmutzer weltweit, direkt nach der fossilen Brennstoffproduktion. Vielen Menschen sind die Auswirkungen schneller Mode gar nicht bewusst, man würde nie draufkommen sie mit Ölbohrungen oder Ähnlichem auf eine Ebene zu stellen. Fakt ist aber, dass die Modeindustrie, angefangen vom Produktkreislauf mit dem Anbau der Rohstoffe bis hin zur Entsorgung, eine unfassbare Auswirkung auf unser Ökosystem hat. Ganz abgesehen von den ethischen Katastrophen, die sich hier regelmäßig abspielen.

Wie kam es bei Ihnen persönlich zum Umdenken?

Es war ein schleichender Prozess, tief in mir wusste ich ja immer, dass ein Baumwollshirt nicht fünf Euro kosten und gleichzeitig "gut" für Mensch und Umwelt sein kann. Das Tüpfelchen auf dem i war für mich aber damals die Doku "Gift auf unserer Haut", die den klaren Schnitt zu Fast Fashion bei mir verursacht hat.

Welcher Grundgedanke steckt hinter Ihrem eigenen Label dariadéh?

Simple, zeitlose Teile aus nachhaltigen Stoffen, ethisch produziert, zu einem erschwinglichen Preis.

Wie fängt man überhaupt an, sich nachhaltig zu kleiden?

Man sollte klein anfangen. Zum Beispiel erst mal nur Basics in bio/fair nachkaufen, sobald die alten Kleidungsstücke aufgebraucht sind. Dann kann man sich weitertasten. Hilfe können diverse Online-Ratgeber oder Zertifikate sein, zum Beispiel die "Fair Wear Foundation".

Viele haben das Vorurteil, dass es zu teuer ist, Fair Fashion zu kaufen. Was halten Sie diesem Argument entgegen?

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Natürlich kostet ein nachhaltiges T-Shirt mehr als das 5-Euro-Shirt. Es gibt aber definitiv Bio-Baumwollshirts, die ethisch produziert worden sind, ab 10 bis 15 Euro aufwärts. Wem auch das zu teuer ist, der kann Second Hand kaufen, das ist meist sogar billiger als Fast Fashion. Ich finde, das Totschlag-Argument Preis gilt nicht, vor allem wenn man das eigene Konsumverhalten noch nicht hinterfragt hat: Brauche ich tatsächlich zwei neue Teile im Monat und wieso kaufe ich nicht ein "gutes" Teil statt vier billiger Teile?

Fast Fashion ist in den Innenstädten allgegenwärtig, Slow Fashion muss man hingegen häufig suchen. Ihr Geheimtipp für alle, die abseits des Mainstreams shoppen gehen wollen?

Recherche! Es gibt inzwischen so viele Online-Ratgeber, Seiten, Linklisten, Influencer, die sich mit dem Thema beschäftigen. Man muss einfach nur ein paar Minuten mehr investieren. Mit Zurücklehnen und Nichtstun kann man die Welt leider nicht verändern.

Auf welche Qualitätsmerkmale muss man beim Kauf von nachhaltiger, fairer Mode achten?

Wenn es um die ökologische Komponente geht, sind es auf jeden Fall Zertifikate (zum Beispiel GOTS), die es zu beachten gilt. Beim ethischen Punkt auch, aber nicht unbedingt. Wenn es zum Beispiel eine kleine Produktion in Slowenien ist, die dort seit vielen Jahren besteht, MitarbeiterInnen fair und gerecht entlohnt, keine großen Umsätze macht, aber auch keine finanziellen Mittel für Zertifikate hat - die kosten meistens Geld und Ressourcen - heißt es nicht, dass es hier unethisch zugeht. Genau so wenig sagt das Land etwas aus: Es gibt sehr faire, tolle Mode, die beispielsweise aus Bangladesch kommt.

Sie sind das beste Beispiel dafür, dass man trotz eines bewussten Modekonsums nicht im "Öko-Style" herumläuft. Wie sehr hat sich die nachhaltige Modeindustrie in den letzten Jahren verändert?

Das war von Anfang an mein Ziel! Nicht öko rüberkommen oder wahrgenommen werden, aber sein. Nur so erreicht man die Masse! Ich finde, die Industrie entwickelt sich total toll, es gibt immer mehr coole Labels, Shops und Angebote. Und irgendwann wird der Druck auf Fast Fashion so groß sein, dass auch dieses Businessmodell überdacht werden muss.

Quelle: ntv.de, soe/spot