Unterhaltung

George Lucas wird 70 Ein Jedi-Meister kommt ins Alter

imago50778181h.jpg

Lucas im Kreise seiner "Lieben".

"Star Wars" und "Indiana Jones" sichern ihm einen Platz im Filmolymp. Doch auch mit 70 Jahren lehnt sich George Lucas nicht zurück. Er legt zwar seine "Star Wars"-Saga in andere Hände, ganz davon lassen kann er aber nicht.

imago56670084h.jpg

Als Regisseur hinter der Kamera gestanden hat Lucas nicht allzu oft. Dafür zog er bei etlichen Filmen im Hintergrund die Strippen.

(Foto: imago stock&people)

"Star Wars"-Schöpfer George Lucas ist nicht als Regisseur dabei, wenn in diesem Monat in London die Dreharbeiten für "Episode VII" beginnen. Stattdessen gibt J. J. Abrams der alten Garde um Harrison Ford, Carrie Fisher und Mark Hamill sowie den neuen Darstellern die Regieanweisungen. Lucas, der heute 70 Jahre alt wird, macht nur noch in einer Nebenrolle als Berater bei dem nächsten Weltraumabenteuer mit.

Als Filmemacher ist Lucas quasi in Rente gegangen. Im Herbst 2012 verkaufte er sein "Star Wars"-Universum an den Unterhaltungsriesen Disney. Rund vier Milliarden Dollar zahlte der Konzern für die legendäre Firma Lucasfilm. Nach seinem vierten "Stars Wars"-Regiewerk im Jahr 2005, "Star Wars: Episode III - Die Rache der Sith", hatte Lucas keine Lust mehr, die Reihe selbst weiterzudrehen. Das lag nicht nur am Alter, sondern auch an negativen Reaktionen der Fans, sagte Lucas 2012 der "New York Times".

Ehrung im Weißen Haus

Doch mit 70 Jahren ist der Regisseur, Drehbuchautor, Produzent und Wohltäter vom beschaulichen Rentnerleben weit entfernt. Im vorigen Juni heiratete er seine langjährige Lebensgefährtin Mellody Hobson. Die 45-jährige Managerin und der längst ergraute Produzent sind seit August Eltern von Töchterchen Everest - das Kind wurde von einer Leihmutter geboren. Lucas hat zudem drei erwachsene Adoptivkinder. Bis 1983 war er mit der Film-Cutterin Marcia Lucas verheiratet.

imago60102986h.jpg

2013 erhielt Lucas aus den Händen von US-Präsident Obama die "Medal of Arts".

(Foto: imago stock&people)

Nun will Lucas ein Museum für seine Kunstsammlung bauen und sucht nach einem Standort. In seinem Haus gebe es einfach nicht genug Wände, witzelte Lucas 2013 im Interview mit dem "San Francisco Chronicle". Seit seiner Jugend habe er sich für Malerei, Zeichnungen, Comics und später digitale Kunst interessiert und viele Werke gesammelt, sagte Lucas. Nach seinem "Star Wars"-Verkauf ist er zudem zum Millionenspender geworden, vor allem Bildungsprojekte liegen ihm am Herzen.

"Star Wars" brachte ihm im vorigen Juli auch die höchste Kunstauszeichnung der USA ein. US-Präsident Barack Obama verlieh Lucas persönlich im Weißen Haus die "Medal of Arts". Er erhalte die Würdigung für seine Beiträge zum US-amerikanischen Kino. Lucas "hat uns in neue Welten transportiert", hieß es in der Laudatio. Er habe einige der beliebtesten Filme aller Zeiten geschaffen.

imago55180297h.jpg

Lucas 1983 bei den Dreharbeiten von "Krieg der Sterne - Die Rückkehr der Jedi-Ritter" und ...

(Foto: imago stock&people)

Eigentlich wollte George Walton Lucas Rennfahrer werden. Wie viele Teenager in der langweiligen kalifornischen Kleinstadt Modesto stand er in den frühen 1960er-Jahren auf "Car Crashing" und raste mit frisierten Schlitten bei Mutproben los. Ein schwerer Unfall brachte den Schüler zur Vernunft. Er gab das Steuer ab, nahm eine Kamera in die Hand und wurde zu einem der erfolgreichsten Filmschaffenden der Welt.

Schöne Bilder, simple Handlung

Nach dem Filmstudium in Los Angeles und Lehrjahren bei Francis Ford Coppola drehte Lucas zunächst den Science-Fiction-Film "THX 1138". Filmkritiker Roger Ebert lobte die Bilder des Films, bemängelte aber die "simple Handlung" - ein Vorwurf, den einige Kritiker später in "Star Wars" wiederfanden.

1973 feierte Lucas mit "American Graffiti" seinen ersten großen Regieerfolg. Mit dem Stoff kannte er sich bestens aus: High-School-Absolventen, die mit schicken Heckflossen-Autos durch die Kleinstadt düsen. Lucas heuerte die damals unbekannten Jungschauspieler Ron Howard, Richard Dreyfuss und Harrison Ford an.

imago56569598h.jpg

... gut 20 Jahre später mit Hayden Christiansen beim Dreh von "Episode III Revenge of the Sith".

(Foto: imago stock&people)

Die futuristische Saga "Star Wars" ("Krieg der Sterne") brachte Lucas 1977 eine Oscar-Nominierung, Weltruhm und Millioneneinnahmen ein. Mit einer kleinen Crew bastelte er damals in einer Garage in einem Vorort von Los Angeles an der Galaxie, die weit, weit entfernt liegen soll. Aus bunt bemalten Besenstielen wurden tödliche Laserschwerter. Durch bahnbrechende Trickideen entstanden Jedi-Ritter und Raumschiffe. Zwei Filme folgten 1980 und 1983, bei denen Lucas aber nicht die Regie übernahm.

Mit den Millionen-Gewinnen setzte sich Lucas von Hollywood ab und gründete nahe San Francisco das Spezial-Effekt-Imperium ILM (Industrial Light & Magic). Er habe damals auch harte Zeiten erlebt, sagte Lucas 2007 beim Filmfest in San Francisco über seine Anfänge. Eher wäre er nach England gegangen, aber um "keinen Preis" nach Hollywood.

Effekte und Blockbuster

ILM wurde allerdings zur wichtigsten Effekt-Schmiede der Filmmetropole. Das Studio betreute nicht nur die "Star Wars"-Filme, sondern auch die Reihen von "Indiana Jones" und "Terminator", "Zurück in die Zukunft" und "Jurassic Park", "Harry Potter" und "Fluch der Karibik" sowie unzählige Einzelfilme von "Avatar" bis zu den Marvel-Comicverfilmungen.

Doch auch als Drehbuchschreiber und Produzent bewies Lucas immer wieder den richtigen Riecher. So lieferte er die Grundideen für die überaus erfolgreichen "Indiana Jones"-Filme. Für Akira Kurosawas Meisterwerk "Kagemusha" und dem Trickfilm "In einem Land vor unserer Zeit" agierte er als Produzent. Auf der Forbes-Liste der reichsten Männer in Hollywood hatte Lucas in diesem März mit einem geschätzten Vermögen von 4,9 Milliarden Dollar die Nase deutlich vorn vor seinem Freund Steven Spielberg (mit 3,4 Milliarden Dollar).

Nur beim Oscar-Sammeln hinkt Lucas hinterher. 1992 hatte Lucas zwar den Irving-Thalberg-Preis für sein Lebenswerk erhalten, aber einen "echten" Oscar gab es trotz vier Nominierungen nicht. Als er 2005 eine andere Auszeichnung erhielt, den höchsten Preis des American Film Institute, strahlte Lucas. "Ich bin stolz darauf, zu einer außergewöhnlichen Gruppe von Leuten gezählt zu werden, die ihr Leben der Kunst des Filmemachens gewidmet haben."

Quelle: ntv.de, mli/dpa