Ein "empfindsamer Künstler"Andrea Bocelli reagiert auf Timothée Chalamets Diss

Timothée Chalamet hält die Oper ebenso wie das Ballett für überholt. Das bringt ihm erst eine Einladung von Deutschlands Kulturstaatsminister Wolfram Weimer ein, jetzt folgt eine weitere von Italiens bekanntestem Opernstar Andrea Bocelli.
Mit nur wenigen Worten hat der Schauspieler Timothée Chalamet kürzlich Teile der Kulturbranche weltweit gegen sich aufgebracht. Offenbar ohne Grund verspottete er die Oper und das Ballett als überholte Kunstformen, die niemanden mehr interessieren würden. Der italienische Opernstar Andrea Bocelli äußert sich jetzt im Gespräch mit dem US-Magazin "People" zu der Angelegenheit.
"Ich glaube, wir neigen häufig dazu, Abstand zu dem zu halten, was wir noch nicht wirklich kennengelernt haben", ist Bocellis Ansicht. "Oper und Ballett sind Kunstformen, die Jahrhunderte überdauert haben und weiterhin das menschliche Herz ansprechen, weil sie ein tiefes Bedürfnis nach Schönheit, Wahrheit und Emotionen erfüllen", erklärt er weiter. "Sie sind keine Künste der Vergangenheit, sondern lebendige Sprachen, die uns noch immer bewegen, zum Nachdenken anregen und verschiedene Generationen zusammenbringen können."
Einladung zu einem seiner Konzerte
Er selbst zeigt sich in diesem Zusammenhang diplomatisch. Bocelli glaube, dass Chalamet als "empfindsamer Künstler", der die Kraft von Emotionen verstehe, womöglich eines Tages merken werde, dass auch die Oper und der Tanz aus ein und derselben Quelle schöpfen. Um dem Schauspieler die Künste näherzubringen, wolle er Chalamet gerne bei einem seiner eigenen Konzerte begrüßen. "Manchmal reicht es schon, diese Musik wenige Minuten lang live zu hören, um zu verstehen, warum sie nach Jahrhunderten immer noch auf der ganzen Welt geliebt wird", fügt er an.
Der Hollywoodstar hatte mit einer beiläufig wirkenden Bemerkung kürzlich für großes Aufsehen gesorgt. Im Gespräch mit seinem Kollegen Matthew McConaughey sagte Chalamet: "Ich möchte nicht bei Ballett oder Oper oder anderen Dingen arbeiten, wo man sagen muss: 'Hey, erhaltet diese Sache am Leben, obwohl sich eigentlich niemand mehr dafür interessiert.'" Wohl ahnend, dass er hier in ein Fettnäpfchen getreten war, ergänzte er zumindest noch, Respekt vor "all den Ballett- und Opernleuten da draußen" zu besitzen.